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USA attackieren Drogenboote – Kokain-Handel laut DEA fast unverändert

US National Guard Washington Police officers with the Drug Enforcement Agency DEA patrol the grounds of the Washington Monument on the National Mall in Washington, D.C. on August 26, 2025. On August 1 ...
Die DEA äusserte sich laut Bericht nicht zu den Recherchen.Bild: www.imago-images.de

USA attackieren Drogenboote – Kokain-Handel laut DEA fast unverändert

Trumps Militärschläge gegen Drogenschmuggler auf See sollten den Kokainhandel stoppen. Laut einer Analyse hat sich allerdings kaum etwas geändert.
29.07.2026, 00:5329.07.2026, 00:53
Julian Seiferth / t-online
Ein Artikel von
t-online

Die tödlichen Militärschläge der USA gegen mutmassliche Drogenschmuggler auf See haben den Kokainfluss in die Vereinigten Staaten nach Einschätzung von Ermittlern bislang nicht nachhaltig verringert. Das berichtet die «Washington Post» unter Berufung auf eine interne Analyse der US-Drogenbekämpfungsbehörde DEA sowie auf Aussagen von Pentagonvertretern.

Demnach habe die DEA festgestellt, dass sich weder das Angebot noch der Preis von Kokain in den USA dauerhaft verändert hätte. Schmuggler hätten ihre Routen und Methoden stattdessen angepasst. Sie nutzten den Angaben zufolge grössere Schiffe, bewegten sich näher an Küsten und setzten verstärkt Flugzeuge ein, um US-Streitkräften auszuweichen.

Auch Pentagonvertreter sollen Abgeordneten in einer nicht öffentlichen Anhörung erklärt haben, dass die Einsätze die Reinheit des beschlagnahmten Kokains nicht verringert hätten. Dies gilt Fachleuten als Hinweis darauf, dass das Angebot weiterhin hoch ist.

Trump behauptet: Drogenschmuggel fast komplett ausgelöscht

US-Präsident Donald Trump hatte dagegen wiederholt erklärt, die Militäroperation habe den Drogenschmuggel über den Seeweg um 97 oder 98 Prozent reduziert. Das Weisse Haus verteidigte das Vorgehen auf Anfrage der Zeitung. Die Einsätze richteten sich gegen als Terrororganisationen eingestufte kriminelle Gruppen und erschwerten deren Geschäfte, auch wenn diese ihre Strategien anpassten.

Nach Angaben der «Washington Post» waren seit Beginn der Operation im vergangenen September mindestens 67 Boote Ziel militärischer Angriffe. Dabei seien mindestens 221 Menschen getötet worden. Kritiker bewerten die Einsätze als völkerrechtlich problematisch und sprechen von Tötungen ohne Gerichtsverfahren. Die US-Regierung weist diese Kritik zurück und sieht in den Angriffen ein notwendiges Mittel im Kampf gegen den internationalen Drogenhandel.

Die DEA äusserte sich laut Bericht nicht zu den Recherchen. Experten verweisen zudem darauf, dass die weltweite Kokainproduktion zuletzt Rekordwerte erreicht habe. Deshalb werde die verfügbare Drogenmenge vor allem durch die Produktion in den Anbauländern bestimmt und weniger durch einzelne Abfangmassnahmen auf den Transportwegen.

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