International
EU

Erdogan erwägt Referendum über das EU-Beitrittsgesuch

Turkey's President Recep Tayyip Erdogan addresses his supporters in Antalya, Turkey, Saturday, March 25, 2017. Erdogan on Friday has hit out at the head of Germany's intelligence service for ...
Erdogan spricht in Antalya zu seinen Anhängern.Bild: AP/Pool Presidential Press Service

Erdogan erwägt zweites Referendum – diesmal über das EU-Beitrittsgesuch

25.03.2017, 19:2826.03.2017, 09:56

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan erwägt eine Volksbefragung darüber, ob sein Land die Beitrittsgespräche zur EU noch fortsetzen soll. Auch wolle er internationale Konsequenzen für die von ihm favorisierte Wiedereinführung der Todesstrafe akzeptieren.

Zunächst werde es am 16. April die Volksabstimmung über mehr Machtbefugnisse für den Präsidenten geben, sagte Erdogan am Samstag auf einer Veranstaltung in Antalya. Danach aber könnte es eine zweite Abstimmung über die Beitrittsgespräche geben. «Wir würden uns an das Ergebnis halten, wie auch immer unser Volk entscheidet», sagte der Präsident.

Die EU und die Türkei haben 2005 mit Beitrittsgesprächen begonnen. Aufgrund vieler Unstimmigkeiten, etwa in der Zypern-Frage oder bei Menschenrechten, kamen die Verhandlungen aber nur schleppend voran.

EU

Die EU machte in der jüngsten Vergangenheit klar, dass der Beitrittsprozess der Türkei bei einer Wiedereinführung der Todesstrafe beendet wäre. Wenn die EU erkläre, für eine Türkei mit Todesstrafe sei in der Union kein Platz, sei dies so, sagte Erdogan am Samstag in Antalya.

Parlament entscheidet

Er werde eine Entscheidung des Parlaments für die Todesstrafe bestätigen, sagte er. Nach dem gescheiterten Putschversuch im Juni 2016 hat Erdogan mehrfach die Wiedereinführung der Todesstrafe ins Spiel gebracht.

In den vergangenen Monaten hat sich das Verhältnis deutlich verschlechtert. Am Donnerstag hatte Erdogan erklärt, nach dem Referendum am 16. April wolle er die Beziehungen zur EU und das Flüchtlingsabkommen zwischen beiden Seiten auf den Prüfstand stellen. Es werde alles «von A bis Z» auf den Tisch kommen.

Türkei

Erdogan hatte zuletzt vor allem Deutschland und die Niederlande mit Nazi-Vergleichen kritisiert. Vorausgegangen war ein Streit über Auftritte türkischer Politiker in den Ländern, bei denen diese um Unterstützung für die kommende Volksabstimmung werben wollten. (sda/reu/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Brutale Szenen bei Schülerprotesten in Frankreich – das sind die Videos
Seit zwei Wochen werden Städte in ganz Frankreich von immer gewalttätiger werdenden Protesten heimgesucht. Ursprünglich ging es Schülerinnen und Schülern dabei darum, sich für mehr Geld in der Bildung einzusetzen. Marode Infrastruktur in den Schulen und der Lehrpersonenmangel führen seit längerer Zeit zu Missmut.
Zur Story