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Jetzt wütet Erdogan auch in der Schweiz: Türkei will Erdogan-kritisches Foto aus Genfer Ausstellung entfernen lassen



Turkish President Tayyip Erdogan addresses the war academy in Istanbul, Turkey March 28, 2016, in this handout photo provided by the Presidential Palace. REUTERS/Kayhan Ozer/Presidential Palace/Handout via Reuters ATTENTION EDITORS - THIS IMAGE WAS PROVIDED BY A THIRD PARTY. REUTERS IS UNABLE TO INDEPENDENTLY VERIFY THE AUTHENTICITY, CONTENT, LOCATION OR DATE OF THIS IMAGE. FOR EDITORIAL USE ONLY. NOT FOR SALE FOR MARKETING OR ADVERTISING CAMPAIGNS. FOR EDITORIAL USE ONLY. NO RESALES. NO ARCHIVE. THE PICTURE IS DISTRIBUTED EXACTLY AS RECEIVED BY REUTERS, AS A SERVICE TO CLIENTS.

Recep Tayyip Erdogan ist kein Freund von Erdogan-Kritik.
Bild: HANDOUT/REUTERS

Ankara ist erzürnt über eine in Genf ausgestellte Fotografie, die den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan kritisiert. Das türkische Konsulat hat deshalb die Entfernung des Fotos verlangt. Die Stadt Genf wird sich am Dienstag mit dem Gesuch befassen.

Demir Sönmez, Genfer Fotograf mit kurdischen und armenischen Wurzeln, stellt bis am Sonntag auf der Place des Nations 58 Fotografien von auf dem Platz durchgeführten Demonstrationen aus. Darunter befindet sich auch die von den türkischen Behörden beanstandete Aufnahme vom März 2014.

Das Bild zeigt ein Transparent, auf welchem der damalige Premierminister Erdogan für den Tod eines Jugendlichen anlässlich eines Protests in Istanbul verantwortlich gemacht wird. «Ich heisse Berkin Elvan, die Polizei hat mich auf Geheiss des türkischen Ministerpräsidenten getötet», stand auf dem Banner geschrieben.

Der Regierungsrat wird am Dienstagnachmittag über das Ersuchen Ankaras beraten, wie Sprecher Philippe d'Espine am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagte. Er bestätigte damit eine Meldung der Zeitung Le Courrier.

Rückendeckung von Gewerkschaft

Die Gewerkschaft syndicom sicherte ihrem Mitglied Sönmez und dessen Ausstellung am Montag volle Unterstützung zu. «Meinungs- und Informationsfreiheit müssen respektiert werden», schrieb syndicom in einer Mitteilung.

Das Begehren des türkischen Konsulats sei «absolut skandalös». Es stehe ausser Frage, dass das Konsulat bestimmen dürfe, welche Kunstwerke auf der Place des Nations oder andernorts in der Schweiz ausgestellt würden.

Syndicom rief die Genfer Stadtregierung dazu auf, die beanstandete Fotografie nicht entfernen zu lassen, sondern vielmehr die Ausstellung zu verlängern. Jeder solle sich vor Ort ein Bild über deren Inhalt machen können. (sda)

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