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Italien warnt vor der gigantischen Flüchtlingswelle: Renzi will sie bereits in Afrika «von der Abfahrt abzubringen»

Italien warnt vor der gigantischen Flüchtlingswelle: Renzi will sie bereits in Afrika «von der Abfahrt abzubringen»

22.04.2015, 12:2022.04.2015, 12:20
Renzi will in Afrika aktiv werden
Renzi will in Afrika aktiv werdenBild: EPA/ANSA

Italien will den Ansturm der Bootsflüchtlinge langfristig mit einem stärkeren Einsatz bereits in Afrika angehen. Ziel sei es, «Männer und Frauen am Ursprung von der Abfahrt abzubringen», sagte Regierungschef Matteo Renzi.

Dazu müssten statt einer allgemeinen Erklärung Teams der EU und der Vereinten Nationen in Ländern wie den Sudan und Niger geschickt werden und mit den Menschen sprechen, sagte Renzi am Mittwoch vor dem Abgeordnetenhaus in Rom.

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Bild: EPA/dpa / Opielok Offshore Carriers

Renzi forderte zudem eine Verstärkung der Seenotrettung, ein entschiedenes Vorgehen gegen Schlepper und bessere Notfallmassnahmen. «Ich bin zuversichtlich, dass die EU ihre Bemühungen verstärken wird», sagte er. Am Mittwoch sollte die EU-Kommission in Brüssel die Kommission der Afrikanischen Union (AU) treffen.

Die EU-Aussenbeauftragte Federica Mogherini hatte am Vorabend nach einem Treffen mit der Chefin der Afrikanischen Union, Nkosazana Dlamini-Zuma, erklärt, beide Seiten müssten in der Flüchtlingsfrage zusammenarbeiten. «Wir müssen nicht nur die unmittelbaren Herausforderungen, sondern auch die Ursachen irregulärer Migration angehen», erklärte sie. Schleppern müsse das Handwerk gelegt werden, zudem müssten junge Leute Arbeit in Afrika finden.

Italien warnt vor Zusammenbruch

Die italienische Regierung warnte erneut vor einem Zusammenbruch des Systems der Flüchtlingsaufnahme in Italien, sollte der Zustrom aus Nordafrika nicht gestoppt werden. Die Last, die Italien wegen der massiven Einwanderung trage, sei enorm, meinte Aussenminister Paolo Gentiloni in einem Interview mit RAI 3.

«Es ist keine Drohung, sondern eine Feststellung: Italien könnte es bald allein nicht mehr schaffen, sollte die EU weiterhin die Flüchtlingswelle als italienisches und nicht als gesamteuropäisches Problem betrachten», meinte Gentiloni.

Die britische Regierung sprach sich im Vorfeld des EU-Sondergipfels dafür aus, dass sich Grossbritannien stärker bei der Bekämpfung der Flüchtlingskrise engagiert. Cameron, der sich im Wahlkampf befindet, will seine Pläne im Detail in Brüssel präsentieren.

Flüchtlingsdrama vor Rhodos

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Flüchtlingsdrama vor Rhodos
Wenige Meter vor der Küste der griechischen Touristeninsel Rhodos sind am 20. April 2015 nach übereinstimmenden Medienberichten mindestens drei Flüchtlinge ertrunken, darunter ein etwa vierjähriges Kind.
quelle: epa/ana-mpa / loukas mastis
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Grossbritannien habe «eines der stärksten und bestorganisierten Hilfsbudgets in Europa», sagte Premierminister David Cameron dem Sender BBC. Sein Land könne daher dazu beitragen, einige der Herkunftsländer der Flüchtlinge zu stabilisieren.

Weitere Bootsflüchtlinge

Am Mittwoch erreichten erneut Hunderte Bootsflüchtlinge Italien. 112 Menschen wurden nach Angaben der Küstenwache von einem sinkenden Schlauchboot gerettet. Laut Marine erreichten 446 Migranten Sizilien.

Überlebende des Unglücks mit Hunderten Toten vom Sonntag berichteten, der festgenommene Kapitän des Bootes habe an Bord Alkohol getrunken und Haschisch geraucht.

Ein 17 Jahre alter Überlebender sagte laut Nachrichtenagentur Ansa, bis auf 30 Passagiere seien alle Menschen im Frachtraum des Schiffes eingeschlossen gewesen. «Das Schiff ist innerhalb von fünf Minuten gesunken. Ich habe die Hilfeschreie derjenigen gehört, die im Frachtraum eingeschlossen waren», sagte er. (sda/apa)

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