Zwei Dan Sullivans in Alaska – nun ermittelt sogar das FBI
Der republikanische Senator Dan S. Sullivan kämpft um seine Wiederwahl. Auf dem gleichen Wahlzettel steht jedoch auch Daniel J. Sullivan Jr., ein pensionierter Lehrer und Musiker. Bundesermittler haben inzwischen mehrere seiner Spender kontaktiert und gefragt, ob ihnen bei ihrer Unterstützung klar gewesen sei, welchem Sullivan sie Geld überwiesen. Bislang wurde niemand angeklagt, wie AP berichtet. Daniel J. Sullivan bestreitet, als sogenannter Spoiler-Kandidat ins Rennen geschickt worden zu sein. Die demokratische Kandidatin Mary Peltola weist ebenfalls zurück, an einem Plan beteiligt gewesen zu sein, dem republikanischen Amtsinhaber Stimmen abzunehmen.
Justizministerium will Stimmzettel separat behandeln
Das US-Justizministerium fordert zusätzlich, Stimmzettel, auf denen Daniel J. Sullivan aufgeführt wird, separat aufzubewahren. So soll später geprüft werden können, ob eine mögliche Verwechslung das Wahlergebnis beeinflusst hat. Die republikanisch geführte Regierung Alaskas wehrt sich dagegen und bezeichnet das Vorgehen als praktisch nicht umsetzbar und problematisch für das Wahlgeheimnis. Auf dem Stimmzettel wird der Amtsinhaber ausdrücklich als «Dan S. Sullivan» und Republikaner gekennzeichnet, sein Namensvetter dagegen als «Daniel J. Sullivan Jr.» ohne Parteizugehörigkeit.
Alaska nutzt zudem das sogenannte Ranked-Choice-System: Die Wähler können mehrere Kandidaten nach ihrer Präferenz ordnen. Scheidet ein Kandidat aus, kann die Stimme entsprechend der nächsten Präferenz weitergegeben werden. Das könnte die Auswirkungen einer versehentlichen Wahl des falschen Sullivan abschwächen. Politisch ist der Streit dennoch brisant: Die Republikaner verfügen im US-Senat derzeit über eine Mehrheit von 53 zu 47 Sitzen, Alaska gehört zu den Staaten, in denen die Demokraten auf einen Sitzgewinn hoffen. (mke)
