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Nach Wahl: EU will Serbiens EU-Beitritt «voranbringen»

epa13325426 European Commission President Ursula von der Leyen speaks during the commemoration of the 70th anniversary of the outbreak of the Hungarian Revolution and Freedom Fight of 1956 against Sov ...
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sieht Neuanfang in Serbien.Bild: keystone

Nach Wahl: EU will Serbiens EU-Beitritt «voranbringen»

26.10.2026, 03:0726.10.2026, 04:13

Spitzenvertreter der EU haben der serbischen Studentenliste nach deren Sieg bei der Parlamentswahl eine enge Zusammenarbeit in Aussicht gestellt. «Wir sind bereit, Reformen in den Bereichen Rechtsstaatlichkeit, Medienfreiheit, Korruptionsbekämpfung und Stärkung demokratischer Institutionen zu unterstützen und gemeinsam daran zu arbeiten, Serbiens Weg in die Europäische Union voranzubringen», schrieben EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Ratspräsident António Costa in einer gemeinsamen Erklärung. Man gratuliere der Studentenliste zum Sieg bei den Parlamentswahlen.

Die für Erweiterungspolitik zuständige EU-Kommissarin Marta Kos erklärte, nach fast zwei Jahren der Proteste für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit sowie gegen Korruption hätten sich die Menschen in Serbien in historisch grosser Zahl an der Wahl beteiligt. Für das Land könne nun ein neues Kapitel beginnen.

«Die Tür zur EU steht offen, und wir sind bereit, diesen Weg gemeinsam weiterzugehen»
Marta Kos
epa13322039 EU Commissioner for Enlargement Marta Kos speaks to the media as she attends the Berlin Process Leaders’ Summit near Budva, Montenegro, 22 October 2026. The Berlin Process is an intergover ...
EU-Kommissarin Marta Kos.Bild: keystone

Empörung über Vucic nach Begräbnis von Kriegsverbrecher

Serbien ist bereits seit 2012 EU-Beitrittskandidatenland und seit 2014 laufen offiziell Verhandlungen. Der Kurs der bisherigen serbischen Führung liess den Beitrittsprozess zuletzt allerdings weitgehend stagnieren. Gründe waren unter anderem demokratische und rechtsstaatliche Defizite sowie das Festhalten des langjährigen serbischen Machthabers Aleksandar Vucic an engen Kontakten mit Moskau.

Zuletzt sorgte zudem eine Art Staatsbegräbnis für den Kriegsverbrecher Ratko Mladic für Empörung. Von der Leyen und Ratspräsident Costa warfen Regierungsvertretern nach der Beerdigung von Mladic vor, sich einem dunklen Kapitel der jüngeren europäischen Geschichte nicht zu stellen.

Mladic war am 27. August im internationalen Gefängnis von Den Haag im Alter von 84 Jahren gestorben. Er hatte dort eine lebenslange Haftstrafe verbüsst, zu der ihn ein internationales Tribunal wegen Völkermords und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilt hatte. Unter anderem wies es ihm die Planung des Massakers an mehr als 8'000 Menschen, hauptsächlich Männer und männliche Jugendliche, nach dem Fall der ostbosnischen Enklave Srebrenica im Juli 1995 nach. (sda/dpa)

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