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Polen plant schnelle militärische Reserve-Eingreiftruppe

epa12518219 Polish soldiers parade during the Independence Day celebrations in front of the Tomb of the Unknown Soldier at Pilsudski Square in Warsaw, Poland, 11 November 2025. National Independence D ...
Soldaten marschieren am Polnischen Unabhängigkeitstag in Warschau, 11. November 2025.Bild: keystone

Polen plant schnelle militärische Reserve-Eingreiftruppe

09.02.2026, 17:5809.02.2026, 17:58

Polen plant im Zuge der Aufstockung seiner Armee die Schaffung einer neuen Kategorie von Militärreservisten, die im Ernstfall in kürzester Zeit mobilisiert werden können. Die neue schnelle Eingreiftruppe der Reserve soll aus ausgebildeten und regelmässig an Übungen teilnehmenden Reservesoldaten bestehen, kündigte Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz einem Bericht der Agentur PAP zufolge in Warschau an.

Die Massnahme ist demnach Teil der Bemühungen der Regierung, die Grösse der Armee des EU- und Nato-Landes – einschliesslich Reservisten und Mitgliedern des freiwilligen Heimatschutzes – bis 2039 auf 500'000 Kräfte zu erhöhen. Die Streitkräfte des deutschen Nachbarlandes zählen derzeit etwa 200'000 Soldatinnen und Soldaten. Weil Polen sich durch Russland bedroht fühlt, rüstet es auf.

Kosiniak-Kamysz begründete den Schritt mit demografischen Veränderungen, die in den kommenden Jahren zu einem Rückgang der Rekrutenzahlen führen könnten. Die Mitgliedschaft in der Bereitschaftsreserve soll demnach freiwillig und mit Vergünstigungen wie etwa Übungszulagen verbunden sein. Sie stehe Frauen und Männern offen, die dauerhaft ihren jeweiligen Militäreinheiten zugeteilt würden und mindestens acht Tage pro Jahr trainieren müssten.

Und wieder Ballons aus Belarus

Wie in den Tagen zuvor berichteten die Streitkräfte erneut vom Eindringen ballonartiger Flugobjekte aus Belarus in den polnischen Luftraum. Solche Ballons dienen nach Einschätzung des polnischen Grenzschutzes zum Schmuggel von Zigaretten. Es wird aber angenommen, dass damit auch die Reaktionsfähigkeit der polnischen Sicherheitskräfte getestet werden soll, wie die Zeitung «Rzeczpospolita» berichtete. Demnach seien schon im Jahr 2025 rund 200 solcher Schmuggelversuche registriert worden.

Nach Einschätzung von Kosiniak-Kamysz dienten die Vorfälle mit ballonartigen Objekten vor allem zwei Zwecken: Schmuggel und Provokation. Sie seien Teil einer Operation, die «von belarussischen Sicherheitskräften oder von diesen beauftragten Schmugglern» durchgeführt werde, und des andauernden hybriden Krieges, den die verbündeten Staaten Belarus und Russland gegen Polen führten, sagte der Verteidigungsminister. (sda/dpa)

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