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Chemiewaffen-Organisation bestätigt Nervengift bei Nawalny

ARCHIV - Die Chemiewaffen-Kontrollbehörde hat bestätigt, dass der russische Kremlgegner Alexej Nawalny mit einem chemischen Nervengift der Nowitschok-Gruppe vergiftet wurde. Foto: Andrew Lubimov/AP/dp ...
Deutschland fordert von Moskau erneut eine Erklärung zum Fall Nawalny.Bild: sda

Chemiewaffen-Organisation bestätigt Nervengift bei Nawalny – Kreml ist sauer

Die Chemiewaffen-Kontrollbehörde hat bestätigt, dass der russische Kremlgegner Alexej Nawalny mit einem chemischen Nervengift der Nowitschok-Gruppe vergiftet wurde.
06.10.2020, 19:4307.10.2020, 00:55

Die Chemiewaffen-Kontrollbehörde hat bestätigt, dass der russische Kremlgegner Alexej Nawalny mit einem chemischen Nervengift der Nowitschok-Gruppe vergiftet wurde. Spuren von verbotenen chemischen Stoffen seien in Nawalnys Blut und Urin gefunden worden, teilte die Organisation für ein Verbot der Chemiewaffen (OPCW) am Dienstag in Den Haag mit.

Die Ergebnisse der von der OPCW beauftragten Referenzlabore stimmten mit den Ergebnissen überein, die bereits durch Speziallabore in Deutschland, Schweden und Frankreich erzielt worden seien, sagte der Sprecher der Bundesregierung, Steffen Seibert, in Berlin.

«Damit bestätigt sich erneut der zweifelsfreie Nachweis, dass Alexej Nawalny Opfer eines Angriffs mit einem chemischen Nervenkampfstoff der Nowitschok-Gruppe geworden ist», hiess es in einer Mitteilung. «Die Bundesregierung erneuert ihre Aufforderung an Russland, sich zu den Geschehnissen zu erklären.»

«Nicht ohne Konsequenzen»

Die Bundesregierung prüft den Angaben zufolge derzeit den Bericht der OPCW zu der Analyse. Über die nächsten Schritte werde es in den kommenden Tagen im Exekutivrat der Kontrollbehörde und im Kreis der EU-Partner einen engen Austausch geben. «Jeder Einsatz von Chemiewaffen ist ein gravierender Vorgang und kann nicht ohne Konsequenzen bleiben», teilte Seibert mit.

Der Generaldirektor der OPCW, Fernando Arias, erklärte, dass diese Ergebnisse «äusserst besorgniserregend» seien. Ähnlich äusserten sich Vertreter westlicher Staaten auf der Tagung des Exekutivrates in Den Haag. «Jeder Einsatz einer verbotenen Chemiewaffe ist für alle ein Anlass grosser Sorge», erklärte der Vertreter Grossbritanniens. Russland wurde aufgefordert, den Fall umfassend zu untersuchen.

Auch Deutschland forderte eine Erklärung von Moskau, «wie ein chemisches Nervengas in einem rücksichtslosen Akt gegen einen russischen Bürger auf russischem Boden eingesetzt werden konnte».

Russland kritisiert die Analyse

Kritik an der OPCW-Analyse kam aus Russland. Der Aussenpolitiker Leonid Sluzki sagte der Agentur Interfax zufolge, die Schlussfolgerungen seien politisch voreingenommen. «Sie bestätigen lediglich das, was die Organisatoren der grössten russenfeindlichen Provokation mit dem Namen Nawalnys hören wollten.»

Nawalny war am 20. August während eines Inlandsflugs in Russland zusammengebrochen. Nach einer Notlandung in der sibirischen Stadt Omsk wurde er zur weiteren Behandlung nach Berlin gebracht. Der 44-Jährige hat das Krankenhaus mittlerweile verlassen und macht in der deutschen Hauptstadt eine Reha-Massnahme. Der Oppositionelle ist einer der schärfsten Kritiker des russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union wollen sich bei ihrem nächsten Gipfel in der kommenden Woche erneut mit dem Fall befassen. Dann könnte es auch um eine gemeinsame Reaktion der 27 Mitgliedstaaten gehen. (sda/dpa)

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Der Fall Nawalny
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Der Fall Nawalny
Der Kremlkritiker Alexej Nawalny wurde am 20. August in ein Krankenhaus in Sibirien eingeliefert. Nawalny hatte bei einer Reise in Sibirien in einem Flugzeug unter starken Schmerzen das Bewusstsein verloren.
quelle: sda / pavel golovkin
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