International
EU

Belarus kündigt eigene Sanktionen gegen EU-Vertreter an

Belarus kündigt eigene Sanktionen gegen EU-Vertreter an

22.12.2020, 16:0922.12.2020, 16:09
epa08869958 Belarusian President Alexander Lukashenko (C) talks to medical workers during his visit to a district hospital in Stolbtsy, Belarus, 08 December 2020. President Lukashenko visited a distri ...
Alexander LukaschenkoBild: keystone

Belarus (Weissrussland) will nach neuen EU-Sanktionen gegen den Machtapparat von Staatschef Alexander Lukaschenko ebenfalls Strafmassnahmen verhängen.

«Das bedeutet, dass eine Reihe zusätzlicher Personen aus den Ländern der Europäischen Union nicht auf das Territorium von Belarus gelangen können», sagte Aussenminister Wladimir Makej am Dienstag in der Hauptstadt Minsk. Die Einreisesperren sollten demnach auch in Russland wegen eines gemeinsamen Abkommens gelten. Das sei ein erzwungener Schritt als Antwort auf die unfreundlichen Massnahmen seitens der EU, sagte er.

Eingeschränkt werden soll auch die Arbeit politischer Stiftungen. Überprüft würden zudem von EU-Botschaften betreute Bildungs- und Kulturprogramme. Makej kündigte hierbei weitere «Massnahmen» an, nannte aber keine Details. Lukaschenko hatte die Proteste mehrfach als ausländisch gesteuert bezeichnet. Bildungsprogramme politischer Stiftungen stehen dabei unter dem Verdacht des Machtapparats in Minsk, einen Wandel nach westlichem Vorbild anzustreben.

Brüssel hatte nach dem gewaltsamen Vorgehen von Sicherheitskräften gegen Demonstranten Sanktionen gegen Vertreter der belarussischen Sicherheitsorgane verhängt. Bei den seit August anhaltenden Protesten waren mehrere Menschen getötet und Dutzende verletzt worden. Mehr als 30 000 Menschen wurden vorübergehend festgenommen. Zudem hatte die EU wegen der umstrittenen Präsidentenwahl am 9. August mehrere Verantwortliche auf Sanktions-Listen gesetzt. Ähnliche Massnahmen gab es bereits nach der Wahl 2010. Sie wurden 2016 wieder aufgehoben. (aeg/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
4 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
4
US-Wahlen: Warum sich die Demokraten sogar in Texas Hoffnungen machen
Im US-Bundesstaat motiviert das linke Aushängeschild Beto O'Rourke neue Wähler zur Stimmabgabe. So will er die konservative Bastion schleifen. Unser Korrespondent hat mit ihm gesprochen.
Beto O'Rourke verkörpert die bisweilen absurden Hoffnungen der Demokraten in Texas, die seit fast drei Jahrzehnten andauernde republikanische Alleinherrschaft zu beenden. In den vergangenen zehn Jahren bewarb er sich im «Lone Star State» um einen Sitz im US-Senat (2018) und um den Gouverneursposten (2022). Dazwischen fand Beto, wie ihn alle nennen, auch noch Zeit für eine Präsidentschaftskandidatur.
Zur Story