Polen fasst mehrere mutmassliche russische Agenten
Bei den Verdächtigen handele es sich um eine 37 Jahre alte russische Staatsbürgerin und fünf Polen um Alter zwischen 25 und 52 Jahren, teilte der Minister für die Koordination der Geheimdienste, Tomasz Siemoniak, auf X mit.
Nach Informationen des Portals «Onet» erfolgten die Festnahmen im Rahmen einer Aktion, bei der die Beamten des Inlandgeheimdienstes ABW in der Zeit zwischen dem 21. Oktober und dem 2. November 21 Örtlichkeiten in drei Regionen durchsucht hatten. Die Gruppe soll demnach verschiedene Teile gekauft haben, die zur Waffen- und Munitionsherstellung verwendet werden, und diese nach Russland ausgeführt und dort verkauft haben.
Hülsen und Munition im Internet besorgt
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wird gegen alle Mitglieder der Gruppe wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung ermittelt. Ziel dieser Vereinigung sei es gewesen, Patronenhülsen und Schussmunition ohne die erforderliche Genehmigung von Polen nach Russland zu exportieren.
Die Ware hätten sich die Verdächtigen über das Internet besorgt, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. «Für den Transport der Waren nutzten sie Fahrzeuge, die mit Verstecken ausgestattet waren.» Die Verdächtigen hätten wiederholt die polnisch-russische Grenze überquert. Ein Teil ihrer Transporte wurde von den polnischen Grenzern beschlagnahmt.
Ermittler: Militärisches Potenzial Russlands sollte gestärkt werden
Vier Gruppenmitglieder werden laut Staatsanwaltschaft auch der Spionage verdächtigt. Sie sollen zugunsten des russischen Geheimdienstes gegen Polen gehandelt haben, um sich selbst einen materiellen Vorteil zu verschaffen und gleichzeitig das militärische Potenzial Russlands zu stärken.
Das EU- und Nato-Land Polen ist einer der wichtigsten politischen und militärischen Unterstützer der von Russland angegriffenen Ukraine. Es hat auch knapp eine Million Flüchtlinge aus dem Nachbarland aufgenommen. Die Regierung in Warschau wirft den Geheimdiensten Russlands und seines Verbündeten Belarus vor, viele Agenten ins Land zu schicken. (sda/dpa)
