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CETA unter Dach und Fach: EU-Staaten stimmen dem Handelspakt zu



Die EU-Staaten haben den europäisch-kanadischen Handelsvertrag CETA offiziell gebilligt. Das teilte der Rat als Vertretung der EU-Staaten am Freitagabend in Brüssel mit.

epa05606761 Paul Magnette (C, back), Minister-President of the French-speaking region of Wallonia gives a speech on the latest developments on CETA during a plennary session of the Wallon region parliament in Namur, Belgium, 28 October 2016. A day earlier, an agreement on the European trade deal with Canada, CETA, has been reached by Belgian political leaders, after the region of Wallonia earlier had blocked the approval. The final approval is now to be given at parliamentary level, which is set to take place later in the day.  EPA/OLIVIER HOSLET

Die Zustimmung Walloniens stand auf der Kippe: Das dortige regionale Parlament votierte heute auch für CETA. Bild: OLIVIER HOSLET/EPA/KEYSTONE

Damit dürfte der Weg zur Unterzeichnung des Abkommens auf europäischer Seite frei sein. Bereits in wenigen Tagen könnte ein neuer EU-Kanada-Gipfel angesetzt werden.

In Belgien segneten im Laufe des Freitags mehrere Regional- und Sprachparlamente CETA ab – so konnte am Ende auch die belgische Regierung zustimmen. Vor allem die Region Wallonie hatte sich bis zuletzt gegen CETA gestemmt.

Ohne das Einverständnis der gerade mal 3,6 Millionen Einwohner zählenden Region hätte die belgische Regierung die Unterzeichnung des Abkommens verweigern müssen. Dies hätte das Aus für das Handelsabkommen bedeuten können. Denn damit es in Kraft treten kann, müssen es alle 28 EU-Staaten unterzeichnen. Der Handelspakt soll Zölle und andere Hemmnisse abbauen und so Handel und Wirtschaft beflügeln.

CETA sei nun ein «besserer Vertrag»

Den Bedenken der CETA-Kritiker soll nun mit Zusatzerklärungen und Garantien Rechnung getragen werden. So wird beispielsweise festgestellt, dass die Belgier Konkurrenz für ihre Landwirte im Notfall über eine Schutzklausel abhalten können. Zudem soll der Europäische Gerichtshof (EuGH) aufgefordert werden, ein Gutachten zu den umstrittenen Regelungen zur Streitbeilegung zwischen Unternehmen und Staaten zu erstellen.

Im wallonischen Parlament feierte der Regierungschef der Region, Paul Magnette, die Zugeständnisse. CETA sei nun ein «besserer Vertrag» und das wallonische Regionalparlament in aller Welt berühmt, erklärte er.

Bevor CETA in Kraft treten kann, ist zunächst noch das Europaparlament am Zug. Das Plenum dürfte im Dezember oder Januar über das Abkommen abstimmen, eine Mehrheit wird erwartet. Danach müssen die nationalen Parlamente CETA billigen.

Deutsche Linke sperrt sich

In Deutschland ist ist nach Angaben von Experten unklar, in welcher Form neben dem Bundestag auch der Bundesrat (Länderkammer) beteiligt wird. Wichtig für diese Frage ist, ob Kompetenzen der Länder betroffen sind.

Die Linke im Bundestag versuchte indes am Freitag, CETA zu verhindern. Eigentlich wollte die Fraktion beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe mit einem Eilantrag erwirken, dass Deutschland am Freitag nicht zustimmen konnte. Dies hat offenbar nicht funktioniert.

Allerdings hat die Linke auch einen Hilfsantrag gestellt. In diesem Fall sollen die Verfassungsrichter die Bundesregierung verpflichten, CETA zu einem späteren Zeitpunkt zu blockieren, nämlich bevor Kanada über die Zustimmung des EU-Parlaments unterrichtet wird. (sda/dpa)

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