Waldbrand bei Tourismus-Hotspot: Mehr als 200 Menschen am Gardasee evakuiert
Sie durften Stunden später zurückkehren. Das Feuer wütete nach Angaben der Feuerwehr auf dem Gebiet der Gemeinde Tignale am Westufer von Italiens grösstem See. Vorsichtshalber mussten sich auch mehrere Dutzend Urlauber, die in einer Ferienanlage untergebracht waren, in Sicherheit bringen. Auch mehrere Ferienhäuser wurden geräumt. Im Laufe des Samstags konnten Touristen und Anwohner wieder zurück.
Der Brand in den Bergen oberhalb des Ufers breitete sich nach Angaben der Feuerwehr am Freitagabend sowie in der Nacht rasant aus, begünstigt durch die Trockenheit der vergangenen Wochen. Auch am Vormittag waren noch zahlreiche Einsatzkräfte bemüht, das Feuer unter Kontrolle zu bringen - zunächst allerdings ohne Erfolg. «Derzeit konzentrieren sich die Arbeiten auf die Eindämmung der Feuerfronten und den Schutz einiger Wohnhäuser», hiess es.
Hitzewelle in Italien soll noch Tage dauern
Der Gardasee gehört zu Italiens beliebtesten Urlaubsregionen. Jetzt im Sommer verbringen dort auch zahlreiche Touristen aus Deutschland ihre Ferien. Die Feuerwehr war mit Löschflugzeugen und Hubschraubern im Einsatz. In dem Gebiet oberhalb des Gardasees gibt es viel Nadelwald, der besonders trocken ist - Bedingungen, die die Ausbreitung von Feuer begünstigen und Löscharbeiten erschweren.
In derselben Gegend hatte es nach einem Bericht der Regionalzeitung «Giornale di Brecia» in den vergangenen Jahren schon mehrfach schwer gebrannt. Der Bürgermeister von Tignale, Daniele Bonassi, sagte dem Blatt: «Die Trockenheit der vergangenen Wochen hat die Situation zusätzlich erschwert und einen fruchtbaren Boden für die Ausbreitung der Flammen geschaffen.»
Hitzewelle in Italien dauert an
Italien leidet seit Wochen von Nord bis Süd unter einer Hitzewelle mit Temperaturen von teils mehr als 40 Grad. Auch in mehreren anderen Regionen kam es zuletzt zu Waldbränden – allerdings nicht in dem Ausmass wie in Frankreich, Spanien und Griechenland. In fast allen italienischen Grossstädten gilt wegen akuter Gesundheitsgefahren für die Bevölkerung aktuell Alarmstufe Rot. Der grösste Fluss des Landes, der Po, führt nur noch wenig Wasser. Bis Mitte des Monats sollen die Temperaturen so bleiben. (dab/sda/dpa)
- Du reist nach Spanien? Das gilt jetzt wegen der Hitzewelle für Bars und Restaurants
- Diese Staaten sind bisher am meisten von Extremwetter betroffen
- Weltweit drittwärmster August seit Messbeginn – Extremwetter nimmt zu
- Afrika-Hitze mit bis zu 45 Grad erreicht Italien: Diese Regionen sind besonders betroffen
