Der Fotograf hinter dem phänomenalen «Humans of New York»-Blog kommt nach Europa – um Flüchtlinge zu porträtieren
Brandon Stanton hat ein Händchen für die Geschichten des Alltags. Auf seiner Facebook-Seite «Humans of New York» porträtiert er Grossstädter und entlockt ihnen intime Details aus ihrem Leben – mit gigantischem Erfolg: Die 2010 gestartete Seite hat bereits über 15 Millionen Likes auf Facebook, auch Hillary Clinton und Barack Obama haben die Bilder schon kommentiert.
Wie er nun angekündigt hat, ist Stanton zehn Tage lang in Europa unterwegs, um die Storys von Flüchtlingen und Helfern zu erzählen. «Als Ganzes stellen diese Menschen eine der grössten Völkerwanderungen der modernen Geschichte dar», schreibt der Fotograf, «aber ihre Geschichten sind einmalige Tragödien.»
For the next several days, I’m going to be sharing stories from refugees who are currently making their way across...
Posted by Humans of New York on Friday, 25 September 2015
Den Anfang macht die unglaubliche Story des syrischen Kurden Muhammad. Muhammad arbeitete 2014 auf einer früheren Reise als Übersetzer Stantons. Mit 50 Dollar in der Tasche flüchtete er in den Irak, wo er jeden Tag 18 Stunden arbeitete, bis er 13'000 Dollar für eine Reise nach Europa zusammenhatte. Sein Leben fand eine dramatische Fortsetzung.
“Before leaving for Europe, I went back to Syria to see my family once more. I slept in my uncle’s barn the entire time...
Posted by Humans of New York on Saturday, 26 September 2015
Muhammad gab den Rest seines Geldes einem Schlepper, damit seine Schwestern in den Irak flüchten konnten. Mit 1000 Euro war er in der Türkei gestrandet. Seinem Vater erzählte er, das Geld für die Operation sei von einem Freund, und Muhammad selbst habe es nach Europa geschafft, wo er in Sicherheit sei.
Mit Hilfe eines Schleppers wollte Muhammad nach Griechenland gelangen. Er vertraute dem Mann – was sich aus Fehler herausstellte.
Auf der griechischen Insel Samothrace wurden die Flüchtlinge von der Polizei in ein Gefängnis gesteckt, wo sie beschimpft wurden und drei Tage lang kein Wasser und kein Essen bekamen. Nach drei Tagen brachte man sie schliesslich auf einem Boot ans Festland.
Nach einem Monat kam Muhammad in Österreich an, wo ihn ein Mann namens Fritz Hummel aufnahm, der sich wie ein Vater um ihn kümmerte.
“After one month, I arrived in Austria. The first day I was there, I walked into a bakery and met a man named Fritz...
Posted by Humans of New York on Sunday, 27 September 2015
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