International
Facebook

Zusammenstösse in Myanmar – Facebook sperrt Seiten des Militärs

Zusammenstösse in Myanmar – Facebook sperrt Seiten des Militärs

25.02.2021, 13:3625.02.2021, 17:22
epaselect epa09035085 Anti-riot police officers deploy next to a graffiti of three-finger salute after a clash between pro-junta supporters and anti-coup protesters in Yangon, Myanmar, 25 February 202 ...
Proteste in Myanmar gehen weiter.Bild: keystone

In Myanmar ist es am Donnerstag zu Zusammenstössen zwischen Anhängern der Militärjunta und Teilnehmern einer Pro-Demokratie-Kundgebung gekommen. In der grössten Stadt Rangun hätten die Putsch-Befürworter mit Steinen auf Demonstranten geworfen, berichtete das Nachrichtenportal «Frontier Myanmar».

Augenzeugen zufolge gab es mehrere Verletzte. Die Anwohnerin Ma Su erzählte dem Portal, die Gruppe habe auch Messer und Schlagstöcke dabei gehabt.

In sozialen Netzwerken spekulierten Bürger, dass das Militär die Leute bezahlt haben könnte, um Unruhe zu stiften und den Eindruck zu erwecken, dass die Streitkräfte im Land eine grosse Anhängerschaft haben. Im früheren Birma gibt es seit dem Putsch von Anfang Februar immer wieder Massenproteste. Hunderttausende waren bereits auf den Strassen, um sich gegen die Generäle und für eine Wiedereinsetzung der zivilen Regierung von Aung San Suu Kyi einzusetzen.

Das Militär hat immer wieder hart durchgegriffen und unter anderem Steinschleudern und Gummigeschosse gegen friedliche Demonstranten eingesetzt. Drei Menschen wurden mit scharfer Munition erschossen. Neben Demonstranten wurden auch viele Politiker und Journalisten festgenommen.

Facebook teilte mit, alle verbleibenden Seiten des Militärs auf seiner Plattform und auf Instagram «mit sofortiger Wirkung» zu sperren. «Wir glauben, dass es zu grosse Risiken birgt, wenn wir die Streitkräfte von Myanmar auf Facebook und Instagram zulassen», hiess es in einer Erklärung. Seiten von Medien, die von der Armee kontrolliert werden, würden ebenso blockiert wie Anzeigen, die mit dem Militär in Zusammenhang stünden. Bereits am Wochenende hatte der Internetgigant eine wichtige Internet-Seite des Militärs blockiert. Facebook ist in dem Land mit mehr als 50 Millionen Einwohnern weit verbreitet.

Wichtige Medienunternehmen in Myanmar kündigten derweil an, sich von der Junta nicht einschüchtern zu lassen. Sie reagierten damit auf zwei Anweisungen des Militärs, in denen die Medien aufgefordert wurden, Begriffe wie «Putsch-Regierung» oder «Militärregime» zu unterlassen. In einer Erklärung hiess es, die Unterzeichner wollten sich weiter für freie Berichterstattung einsetzen, so wie es in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte verankert sei. (aeg/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
927 Seiten: In Trumps Finanzen verstecken sich echte Schätze
Donald Trump musste offenlegen, was er 2025 verdient hat. Über eine Milliarde Dollar kassierte er allein mit Kryptowährungen. Dazu kommen WM-Final-Tickets, eine Bronzestatue mit erhobener Faust und Millionen aus Uhren und Bibeln mit seinem Namen drauf. Ein Blick auf die Positionen, die besonders auffallen.
Jedes Jahr müssen US-Regierungsmitglieder ihre Finanzen offenlegen. Das schreibt der «Ethics in Government Act» vor, das Gesetz gegen Interessenkonflikte in der Politik. Auch der Präsident ist nicht ausgenommen. Also reichte Trump seine Offenlegung bei der US-Ethikbehörde OGE ein – und die fällt diesmal gigantisch aus: 927 Seiten. Barack Obamas letzte Offenlegung hatte acht Seiten und Joe Bidens elf. Vizepräsident JD Vance kommt gerade mal auf 17 Seiten.
Zur Story