927 Seiten: In Trumps Finanzen verstecken sich echte Schätze
Jedes Jahr müssen US-Regierungsmitglieder ihre Finanzen offenlegen. Das schreibt der «Ethics in Government Act» vor, das Gesetz gegen Interessenkonflikte in der Politik. Auch der Präsident ist nicht ausgenommen. Also reichte Trump seine Offenlegung bei der US-Ethikbehörde OGE ein – und die fällt diesmal gigantisch aus: 927 Seiten. Barack Obamas letzte Offenlegung hatte acht Seiten und Joe Bidens elf. Vizepräsident JD Vance kommt gerade mal auf 17 Seiten.
Der Grund für den Umfang: Trump verdiente wie nie zuvor. Mindestens 1,4 Milliarden Dollar an Krypto-Einnahmen meldete er für 2025. Über 500 Millionen davon aus Beteiligungen an World Liberty Financial, der Kryptobörse, die seine Söhne 2024 im Wahlkampf mitgegründet hatten. Dazu 635 Millionen Dollar an Lizenzgebühren aus seinem Meme-Coin-Geschäft CIC Digital. Ausgerechnet er, dem Bitcoin einst «wie ein Betrug» vorkam.
Eine Auswahl aus dem 927-Seiten-Dschungel
Geschenke
Diese hohen Beträge machen fast alles andere im Dokument zur Nebensache. Trotzdem lohnt sich der Blick auf den Rest der vielen Seiten. Denn zwischen Aktien und Kryptowährungen tauchen auch kuriose Positionen auf: FIFA-Boss Gianni Infantino schenkte Trump bereits im letzten Jahr zehn Tickets für den WM-Final im Wert von insgesamt 15'000 Dollar. Anthony Constantino, ein republikanischer Kandidat für den Kongress, schenkte ihm gar eine 2,1 Meter hohe Bronzestatue im Wert von 250'000 Dollar.
In der Offenlegung müssen nur Geschenke über 480 Dollar auftauchen, kleinere und private Einladungen fallen weg. Auch nicht aufgelistet sind Geschenke an die US-Regierung. Die elf Positionen sind also nur der meldepflichtige Teil der persönlichen Geschenke an Trump.
Lizenzgebühren
Trump weiss sich zu vermarkten: 4,7 Millionen Dollar nahm er allein mit Uhren ein, die seinen Namen tragen. Dazu kommen Sneaker und Parfums, die ihm 67'634 Dollar einbrachten. Die «45»-Gitarren mit seinem Antlitz drauf spülten 35'920 Dollar in die Kasse. Mit der «God Bless the USA»-Bibel, die er zusammen mit Countrysänger Lee Greenwood vermarktet, kassierte Trump über 208'000 Dollar an Lizenzgebühren.
Auch als Autor lief es 2025 bestens: Sein Klassiker «The Art of the Deal» aus dem Jahr 1987 spielt bis heute mit ein. Neuere Werke laufen aber noch besser: «Save America» brachte ihm knapp 1,9 Millionen Dollar ein, «Letters to Trump» rund 590'000 Dollar und «A MAGA Journey» weitere 552'000 Dollar.
Golf
Trump macht auch mächtig Kohle mit Golf: Allein seine US-Clubs in New Jersey, Florida, North Carolina und Virginia haben 2025 zusammen weit über 100 Millionen Dollar eingespielt. Dazu kommen die Resorts in Turnberry in Schottland und Doonbeg in Irland, die je als Hotel und Golfplatz Einnahmen verbuchen.
Gerichtsverfahren
Auch mit Klagen gegen Medien- und Tech-Konzerne verdiente Trump gut mit: Twitter, Meta und YouTube zahlten Millionen, weil sie seine Accounts nach dem Sturm aufs Kapitol vom 6. Januar 2021 gesperrt hatten. Trump warf ihnen Zensur vor.
Dazu kommen 16 Millionen Dollar von ABC, weil Moderator George Stephanopoulos fälschlicherweise behauptet hatte, Trump sei wegen Vergewaltigung verurteilt worden. Zudem gab es 16 Millionen Dollar vom CBS-Mutterkonzern Paramount wegen eines angeblich manipulativ geschnittenen «60 Minutes»-Interviews mit Kamala Harris. Alle fünf Konzerne zahlten, kurz nachdem Trump wieder ins Amt gekommen war.
Schulden
Bei den Schulden zeigt sich die Kehrseite der Krypto-Milliarde. Die grössten Beträge sind keine Hypotheken, sondern Gerichtskosten: Für die zwei Verfahren der Schriftstellerin E. Jean Carroll stehen weiterhin über 50 Millionen sowie zwischen 1 und 5 Millionen Dollar in den Büchern. Beide Urteile sind zwar in Berufung, aber Trump musste sie mit einer Kaution hinterlegen, um die Zahlung aufzuschieben.
Dazu kommt ein Posten von über 50 Millionen Dollar aus dem New Yorker Betrugsprozess der Generalstaatsanwältin Letitia James: Ein Berufungsgericht kippte im August 2025 zwar die halbe Milliarde Dollar Strafe, liess die Betrugsfeststellung selbst aber bestehen. James will das vor Gericht weiterziehen.
Während seine Hypotheken auf Immobilien wie Seven Springs oder das Haus an der 1125 South Ocean Boulevard 2025 planmässig abbezahlt wurden, bleiben ausgerechnet die Gerichtsverfahren als grösste offene Posten in Trumps Bilanz stehen. Enorm viel verdient, aber die Gerichte lassen ihn nicht los.
