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US-Bundesstaaten wollen Warner-Übernahme stoppen

US-Bundesstaaten wollen Warner-Übernahme stoppen

13.07.2026, 20:4213.07.2026, 20:42

Zwölf US-Bundesstaaten ziehen vor Gericht, um die Übernahme des Hollywood-Urgesteins Warner Brothers durch den Konkurrenten Paramount zu verhindern. Der Zusammenschluss der zwei Schwergewichte werde unter anderem höhere Preise sowie weniger Filme und TV-Sendungen zur Folge haben, kritisierte der kalifornische Generalstaatsanwalt Rob Bonta.

Die US-Regierung hatte zuvor den Milliardendeal ohne Auflagen genehmigt. Das Justizministerium kam zu der Einschätzung, dass der Zusammenschluss weder dem Wettbewerb noch US-Verbrauchern schaden werde – sowohl im TV- oder Streaming-Geschäft als auch in der Filmproduktion.

Dem «Wall Street Journal» zufolge wurde die Übernahme von der Führung des Ministeriums durchgewinkt, bevor die zuständigen Juristen der Behörde eine Empfehlung dazu abgeben konnten.

Sorge um Kinos

Die zwölf US-Bundesstaaten argumentieren in ihrer Klage unter anderem, der Wegfall der Konkurrenz zwischen Warner und Paramount werde unter anderem die Kinos schwer treffen. Der Deal verletze Wettbewerbsregeln und müsse untersagt werden.

Anleger zeigten sich unbeeindruckt von der Klage: Die Warner-Aktie lag nach dem Vorstoss der Bundesstaaten um gut zwei Prozent im Plus. Zugleich laufen noch Wettbewerbsprüfungen ausserhalb der USA, unter anderem in Europa.

Trump-Unterstützer stach Netflix aus

Hinter Paramount steht die Familie des Software-Milliardärs Larry Ellison, der als Unterstützer von US-Präsident Donald Trump bekannt ist. Ursprünglich hatte sich im vergangenen Jahr schon Netflix mit Warner auf einen Kauf des Streaming- und Studiogeschäfts der Branchengrösse verständigt.

Doch Paramount liess nicht locker und gab ein höheres Gebot für den gesamten Konzern Warner Bros. Discovery ab, inklusive der Fernsehsender wie CNN. Der Deal ist nun rund 111 Milliarden Dollar schwer.

Trump-Kritiker in den USA befürchten, dass der Nachrichtensender CNN unter dem Dach von Paramount die redaktionelle Unabhängigkeit verlieren könnte – wie dies schon in anderen Fällen geschah, wo Medienhäuser von Milliardären übernommen wurden, die dem Präsidenten die Treue halten. Trump hatte mehrfach gesagt, ihm sei besonders wichtig, dass der oft kritisch über ihn berichtende Nachrichtensender bei einem Warner-Deal ebenfalls den Besitzer wechselt.

Die Nachrichtenredaktion des Paramount-Senders CBS fiel nach der Übernahme durch die Ellison-Familie durch freundlichere Berichterstattung über Trumps Regierung auf. In der populären Reportage-Sendung «60 Minutes» wurden einige Korrespondenten entlassen, die zum Teil politisierten Druck beklagten.

Paramount will mehr Gewicht

Paramount wird von Larry Ellisons Sohn geführt – dem Filmproduzenten David Ellison. Er will mit der Übernahme von Warner Bros. Discovery an Gewicht in Hollywood gewinnen. Paramount ist unter den kleineren Playern der Branche.

Zu Warner gehören unter anderem das DC-Superhelden-Universum mit Superman und Batman, Filmreihen wie «Harry Potter» sowie ein starkes Streaming-Geschäft auf Basis des Bezahlsenders HBO. (hkl/sda)

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9 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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rindi
13.07.2026 21:13registriert November 2023
Am wichtigsten ist das CNN unabhängig bleibt, & nicht Zensuriert wird. Also muss der Zusammenschluss unbedingt verhindert werden. Falls das nicht geht, muss CNN vor der Übername noch abgestossen werden..
Es braucht unbedingt einen Sender der nicht die Trömp Propaganda weitergibt.
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Steibocktschingg
13.07.2026 21:20registriert Januar 2018
Nun, kein Wunder winkt die "Regierung" das durch, es hilft ja einem Buddy und bringt dazu noch mehr Möglichkeiten für Propaganda und Desinformation. Das gefällt denen doch!
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