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Papier-Röhrli: Capri-Sun wettert gegen EU-Verbot von Einwegplastik

Ein Maedchen trinkt ein Capri-Sun Getraenk mit einem Papier Trinkhalm, aufgenommen am Montag, September 24, 2024. (KEYSTONE/Michael Buholzer)..
Gemäss Hans-Peter Wild macht «die Forderung von Papier-Trinkhalmen absolut keinen Sinn».Bild: KEYSTONE

Capri-Sun wettert gegen Röhrli-Verbot der EU

Ein Softdrink-Hersteller kämpft gegen ein EU-Verbot und scheitert. Nun übt der Firmenboss Kritik – auch an sich selbst.
16.06.2026, 10:4416.06.2026, 10:44
Ein Artikel von
t-online

Nach der gescheiterten Petition von Capri-Sun für eine Rückkehr zum Plastikstrohhalm hat der langjährige Unternehmenschef Kritik geübt. «Die Petition war schlecht gemacht und falsch – das nur nebenbei», sagte Hans-Peter Wild, Präsident des Verwaltungsrates der Capri Sun Group Holding AG, der «Rhein-Neckar-Zeitung». «Aber in der Sache macht die Forderung von Papier-Trinkhalmen absolut keinen Sinn.»

Das Unternehmen mit Sitz in Baden-Württemberg bemüht sich seit 2024 um eine Rückkehr zum Plastikröhrli mit einer entsprechenden Genehmigung der Europäischen Union (EU). Umwelt- und Verbraucherschützer kritisieren die Pläne. Wegen eines Verbots der EU von Einwegplastikprodukten verwendet Capri-Sun seit 2021 Papierstrohhalme an seinem klassischen Trinkbeutel.

Kunden kommen mit Strohhalm aus Papier nicht klar

Seither gibt es dem Unternehmen zufolge Kritik von Verbrauchern: Der Papierstrohhalm lasse sich schlechter einstecken, werde weich und führe zu einem Papiergeschmack beim Trinken. Capri-Sun habe den Papierstrohhalm deswegen bereits mehrfach überarbeitet.

«Der Capri-Sun-Trinkpack ist 100-prozentig recycelbar», sagte Wild in dem Interview anlässlich seines 85. Geburtstages. «90 Prozent der Papierhalme bleiben in der Tüte drin, wenn sie leer getrunken ist.» Besser wäre es daher, wenn der recycelbare Strohhalm in der Capri-Sun gemeinsam mit dem Trinkbeutel komplett recycelt werden könne.

Umweltschützer kritisieren Vorstoss

Das Unternehmen will nach eigenen Angaben den Strohhalm aus dem gleichen Material herstellen wie den Trinkbeutel: dem Kunststoff Polypropylen. Capri-Sun wollte dazu mit einer Online-Petition eine Million Unterschriften sammeln, kam aber nur auf weniger als 170'000.

Umwelt- und Verbraucherschützer kritisieren die Bemühungen des Unternehmens. So sagte Viola Wohlgemuth von der Deutschen Umwelthilfe vor kurzem: «Der anhaltende Kampf von Capri-Sun für Einweg-Plastikstrohhalme ist aus Umweltsicht nicht nachvollziehbar und ein Armutszeugnis.» Die kleinen Trinkbeutel seien vor allem für den Konsum unterwegs konzipiert und landeten entsprechend oft in der Umwelt.

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28 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Dr. Rodney McKay
16.06.2026 11:34registriert September 2024
Das Röhrliverbot ist genau so dämlich wie die Geschichte mit dem Deckel an Flaschen...Es wird nicht zu weniger Abfall führen, denn wer etwas wegschmeisst, schmeisst nicht nur den Deckel oder das Röhrli weg sondern alles...

Das Ziel muss weniger Plastik sein, aber da gibts grössere Baustellen wie z.B. Plastikverpackungen für Gurken, Rüebli, Tomaten, usw...

Bio und nicht Bio kann man anders oder zumindest mit deutlich weniger Plastik unterscheiden...
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Rethinking
16.06.2026 11:13registriert Oktober 2018
Vielleicht ist das Capri Sun Konzept generell schlecht…
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TanookiStormtrooper
16.06.2026 12:01registriert August 2015
Capri Sonne muss eben so getrunken werden, damit man die Farbe der Zuckerplörre nicht sieht. Es gibt einen Grund, warum das Zeug nur in blickdichten Beuteln verkauft wird, denn sonst würde es wohl Keiner kaufen.
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