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Studie: Hitzewelle im Nordatlantik hätte extremer ausfallen können

Studie: Hitzewelle im Nordatlantik hätte extremer ausfallen können

20.10.2026, 14:2420.10.2026, 14:24

Meereshitzewellen im Nordostatlantik könnten selbst unter den heutigen Klimabedingungen deutlich extremer ausfallen als bisher beobachtet. Schon kleine Wetteränderungen können ihre Dauer und Intensität massiv verstärken, wie eine Studie der Universität Bern zeigt.

Im Extremfall hätte die Meereshitzewelle von 2023 bis zu 579 Tage andauern und Wassertemperaturen von bis zu 4,5 Grad Celsius über dem langjährigen Mittel erreichen können, wie die Universität am Dienstag mitteilte.

Tatsächlich dauerte die Hitzewelle vor drei Jahren im Nordostatlantik 240 Tage. Im Juni lag die Wassertemperatur verbreitet mehr als drei Grad über dem langjährigen Mittel. Hohe Temperaturen im Meer können unter anderem die Sterblichkeit von Meerestieren erhöhen, schädliche Algenblüten begünstigen und das Nahrungsangebot im Ozean verändern. Dies kann auch die Fischerei beeinträchtigen.

People swim in the Atlantic Ocean in Capbreton, France, Friday, Aug. 14, 2026, as French authorities are warning beach-goers to be careful as several areas are seeing unusual numbers of Portuguese man ...
Hohe Temperaturen im Meer schaden Meerestieren und begünstigen schädliche Algenblüten.Bild: keystone

Die Berner Forschenden simulierten mit einem Klimamodell verschiedene mögliche Verläufe der Hitzewelle von 2023. Dazu veränderten sie die atmosphärischen Anfangsbedingungen geringfügig. In einem der extremsten Szenarien lag die Wassertemperatur bis zu 4,5 Grad Celsius über dem langjährigen Mittel. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal «Nature Communications» veröffentlicht.

Hochdruckgebiete begünstigen Hitzewellen

Entscheidend für die Entstehung solcher Ereignisse sind laut den Forschenden Hochdruckgebiete, schwache Winde und starke Sonneneinstrahlung. Die Sonne erwärmt die Meeresoberfläche, während schwache Winde die Durchmischung mit kühlerem Wasser aus der Tiefe verringern. Dadurch kann sich die Wärme stärker anreichern.

Auch wenn sich die Meere weltweit 2026 so stark erwärmt haben wie nie zuvor, blieb der Nordostatlantik laut der Universität Bern bisher knapp unter den Temperaturen von 2023. Der damalige Rekord besteht damit vorerst weiter.

Klimawandel verstärkt Effekte zusätzlich

Die Forschenden untersuchten zudem, wie sich Meereshitzewellen bei verschiedenen Szenarien der globalen Erwärmung entwickeln könnten. Bei einer Erwärmung von weniger als zwei Grad Celsius bleiben extreme Ereignisse wie jenes von 2023 relativ selten. Bei mehr als drei Grad globaler Erwärmung könnten sie hingegen deutlich häufiger werden. Im schlimmsten Fall könnten die Wassertemperaturen dann fast fünf Grad über dem langjährigen Mittel liegen und die Hitzewellen bis zu 1500 Tage andauern.

Mit der weiteren Erwärmung der Ozeane durch den menschengemachten Klimawandel seien künftig noch extremere Ereignisse mit weitreichenden Folgen für Meeresökosysteme, die Fischerei und die Hitze an Land möglich, erklärte Studienleiter Thomas Frölicher von der Universität Bern. (sda)

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