International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Skandal-Autor Houellebecq meldet sich zurück – diesmal sah er die «Gelbwesten» voraus



epa05169781 (FILE) A file picture dated 28 April 2015 shows French author Michel Houellebecq, posing for the media during the presentation of his latest book, 'Soumission', in Barcelona, northeastern Spain. Houellebecq will turn 60 on 26 February 2016.  EPA/ANDREU DALMAU

Michel Houellebecq.

Vier Jahre nach seinem Roman «Unterwerfung» über ein Frankreich unter der Scharia meldet sich der französische Autor Michel Houellebecq mit einem neuen Werk zurück, das diesmal die Revolte der «Gelbwesten» vorwegzunehmen scheint. Am Freitag kam «Serotonin» in die französischen Buchläden.

Houellebecqs siebter Roman führt den Leser mitten in das ländliche Frankreich. Er beschreibt die Hoffnungslosigkeit der von Globalisierung und EU-Agrarpolitik schwer getroffenen Bauern und arbeitslosen Fabrikarbeitern, die «so gut wie tot sind» und doch zur Rebellion bereit. Obwohl der 62-jährige Autor «Serotonin» schon Monate vor der Protestbewegung der «Gelbwesten» geschrieben hat, scheint sein Roman den Aufruhr zu beschreiben, von dem die Politik völlig überrascht wurde.

Bislang hat sich Houellebecq selbst nicht zu seinem neuen Werk geäussert. Nach Angaben seines Verlags hat er sich eine «strikte mediale Diät» verschrieben.

FOR STORY SLUGGED EU BOOKS HOULLEBECQ SUBMISSION BY GREG KELLER  - This Wednesday, Jan. 7, 2015 photo shows French novelist Michel Houellebecq after an interview on radio station France Inter, in Paris. The latest novel by Michel Houellebecq, the bad boy of French letters, has been called everything from an Islamophobic rant to a “French literary suicide.” Imagining the election of a Muslim president in France, “Submission” struck a raw nerve when it came out this year on the same day as the Charlie Hebdo attacks in Paris. (AP Photo/Thibault Camus)

Bild: AP/AP

Doch auch ohne seine oftmals provokanten Auftritte war klar, dass «Serotonin» für Aufsehen sorgen würde – und für einen hohen Absatz: Der Verlag Flammarion startet mit einer Auflage von 320'000 Exemplaren.

«Diesmal sollte man ihm glauben»

Vor vier Jahren, als sein Roman «Unterwerfung» erschien, wurden am selben Tag bei einem islamistischen Anschlag auf die französische Satire-Zeitung «Charlie Hebdo» zwölf Menschen getötet, darunter ein enger Freund Houellebecqs. Das Buch gelangte sofort an die Spitze der Bestsellerlisten. In Frankreich verkaufte es sich rund 800'000 Mal.

Das Magazin «L'Obs» bezeichnete «Serotonin» – eine Anspielung auf das Antidepressivum des Erzählers – als Houellebecqs bestes Buch, «ein wunderschönes Werk von unendlicher Traurigkeit». Laut dem britischen «Telegraph» sagt das «Enfant terrible der französischen Literatur» mit seinem Roman «das tragische Schicksal der westlichen Zivilisation vorher». «Die Zeit» schrieb, lange seien Houellebecqs antiliberale Meinungen «als Spielereien eines Literaten» durchgegangen und fügte hinzu: «Diesmal sollte man ihm glauben.»

Er gefällt sich als Provokateur

Frankreichs im Ausland meistgelesener zeitgenössischer Autor gefällt sich in der Rolle des Provokateurs – und das vor allem auch in seinen Auftritten. Bei der Verleihung des Oswald-Spengler-Preises im Oktober forderte er, Frankreich solle aus dem Euro austreten, befand, dass «Muslime ein Problem» in Europa seien und wünschte sich eine Renaissance der katholischen Kirche.

In einem Essay für das in New York erscheinende «Harper's Magazine» lobte er Donald Trump ausdrücklich für seinen Handelsprotektionismus und nannte ihn «einen der besten amerikanischen Präsidenten». Im September heiratete der Autor, der einmal geschrieben hatte, dass Liebe schwach macht, zum dritten Mal. (aeg/sda/afp)

Die Forderungen der «Gelbwesten»

abspielen

Video: srf/SDA SRF

Gelbe Westen – Gilets Jaunes – Proteste in Frankreich

Was wollen die «gilets jaunes»? Wir haben sie in Paris gefragt

Link zum Artikel

«Die Franzosen wollen Revolutionen, verhalten sich dann aber konservativ»

Link zum Artikel

Die gelbe Wut: Das passiert gerade in Paris

Link zum Artikel

Macron und Frankreichs Regierung beraten über Krise – «Gelbwesten» machen weiter

Link zum Artikel

Massenproteste in Frankreich eskalieren – darum sind die Franzosen wütend auf Macron

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Das könnte dich auch interessieren:

Diese 9 Food Trucks aus New York wünschen wir uns in der Schweiz (weil absolut 🤤)

Link zum Artikel

Federer/Nadal necken sich wie ein altes Ehepaar und McEnroe will «ihre Karrieren beenden»

Link zum Artikel

«Kein Brexit ohne Parlament!» John Bercow sagt Johnson in Zürich den Kampf an

Link zum Artikel

St. Galler Polizist schiesst sich aus Versehen in den Oberschenkel

Link zum Artikel

Die lange Reise der Schiedsrichter-Pfeife an die Rugby-WM nach Japan

Link zum Artikel

Eins vor Tod will ich Sex und (eventuell) eine Ohrfeige

Link zum Artikel

CVP fährt grosse Negativ-Kampagne gegen andere Parteien – die Reaktionen sind heftig

Link zum Artikel

Wo du in dieser Saison Champions League und Europa League sehen kannst

Link zum Artikel

Migros Aare baut rund 300 Arbeitsplätze ab

Link zum Artikel

Eine Untergrund-Industrie plündert Banking-Apps wie Revolut – so gehen die Betrüger vor

Link zum Artikel

YB droht Bickel mit Gericht, nachdem er als Sportchef 40 Mio. verlochte

Link zum Artikel

Warum wir bald wieder über den Schweizer Pass reden werden

Link zum Artikel

«Ich hatte Sex mit dem Ex meiner besten Freundin…»

Link zum Artikel

Die amerikanische Agentin, die Frankreichs Résistance aufbaute

Link zum Artikel

Matheproblem um die Zahl 42 geknackt

Link zum Artikel

Wie gut kennst du dich in der Schweiz aus? Diese 11 Rätsel zeigen es dir

Link zum Artikel

«In der Schweiz gibt es zu viel Old Money und zu wenig Smart Money»

Link zum Artikel

So schneiden die Politiker im Franz-Test ab – wärst du besser?

Link zum Artikel

Röstigraben im Bundeshaus: «Sobald ich auf Deutsch wechsle, sinkt der Lärm um 10 Dezibel»

Link zum Artikel

So erklärt das OK der Hockey-WM in der Schweiz die Ähnlichkeit zum Tim-Hortons-Spot

Link zum Artikel

Die Geschichte von «Ausbrecherkönig» Walter Stürm und seinem traurigen Ende

Link zum Artikel

«Informiert euch!»: Greta liest den Amerikanern bei Trevor Noah die Leviten

Link zum Artikel

Keine Angst vor Freitag, dem 13.! Diese 13 Menschen haben bereits alles Pech aufgebraucht

Link zum Artikel

Der Kampf einer indonesischen Insel gegen den Plastik

Link zum Artikel

«Ich bin … wie soll ich es sagen … so ein bisschen ein Arschloch-Spieler»

Link zum Artikel

Alles, was du über die neuen iPhones und den «Netflix-Killer» von Apple wissen musst

Link zum Artikel

15 Bilder, die zeigen, wie wunderschön und gleichzeitig brutal die Natur ist

Link zum Artikel

Shaqiri? Xhaka? Von wegen! Zwei Torhüter sind die besten Schweizer bei «FIFA 20»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

7
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
7Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • P. Silie 04.01.2019 16:07
    Highlight Highlight Danke - werde ich mir doch sogleich besorgen das Buch..
  • DichterLenz 04.01.2019 15:38
    Highlight Highlight Ach, ich mag den alten Schwerenöter und werde auch diesen Roman lesen. Ich teile zwar nicht seine düsteren Zukunftsausblicke, aber er spricht doch fast immer wichtige Themen an.
  • EhrenBratan. Hääää! 04.01.2019 15:37
    Highlight Highlight Hauptsache Trump erwähnen. Gäääähn
  • Anna Rothenfluh 04.01.2019 15:30
    Highlight Highlight Danke euch für den Hinweis, in unserem Titel war gerade noch zu lesen "Skandal-Auto" ... haha.
    Benutzer Bild
  • Nickname "Nickname" 04.01.2019 15:20
    Highlight Highlight Um gottes Willen, zum Glück fahre ich keinen Renault "Houellebecq". Dieses Auto war mir immer suspekt...oder habt Ihr ein "r" vergessen :o
  • MacB 04.01.2019 15:18
    Highlight Highlight Skandal-Auto :)
    Benutzer Bild
    • Influenzer 05.01.2019 05:28
      Highlight Highlight Man sieht auf dem Foto auch einen ganz erheblichen Schadstoffausstoss.

Wir schafften es bis nach Amerika! So wurde #dichterdran zum Twitter-Phänomen

Manchmal geschehen Dinge, die hält man im Traum nicht für möglich. Zum Beispiel, dass aus einem Spass, der mal als Psychohygiene begann, plötzlich ein internationaler Erfolg auf Twitter wird. Ein Erfahrungsbericht aus dem Leben mit #dichterdran.

Ob Feminismus oder Fussball, manchmal passt etwas einfach für beides. Ich muss da nämlich mal was klarstellen. Der Name des Hashtags #dichterdran ist geklaut. Ich gebe das hier lieber gleich zu, nicht, dass eines Tages jemand kommt, den Hashtag durch eine Plagiats-Software jagt und uns einen Skandal anhängt. Geklaut ist er von einem Freund, dem Berliner Schriftsteller Moritz Rinke, der einst eine Fussballkolumne für die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» mit dem Titel «Dichter dran» …

Artikel lesen
Link zum Artikel