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Frankreich wappnet sich für neue Massenproteste am Samstag – alle Infos

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Am Samstag sind in vielen Teilen Frankreichs wieder grosse Proteste angekündigt.Bild: keystone

«Polizeieinsatz wird massiv sein»: Frankreich wappnet sich für neue Massenproteste

23.10.2026, 13:4823.10.2026, 14:36

Auch für den Samstag sind in Frankreich wieder landesweite Proteste angekündigt, die Polizei hat eine umfangreiche Mobilisierung angekündigt.

Das Wichtigste zu den geplanten Demonstrationen in sechs Punkten.

Das ist am Samstag geplant

Nach den landesweiten Protesten und den teils schweren Ausschreitungen in der vergangenen Woche sind in Frankreich auch dieses Wochenende wieder grosse Demonstrationen geplant. Die sogenannte Gelbwestenbewegung hat angekündigt, sich den Protesten am Samstag anschliessen zu wollen.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat am Donnerstag gesagt, man werde alle Proteste, die nicht von Gewerkschaften organisiert werden, verbieten. Zudem behalte man sich vor, allfällige Protestrouten zu ändern:

«Überall dort, wo wir können, werden wir verbieten.»
Emmanuel Macron

Im Zuge dessen haben bereits mehrere Präfekturen entsprechende Verordnungen zu einem Demonstrationsverbot angekündigt, darunter Grossstädte wie Lyon, Marseille, Lille und Limoges.

70'000 Polizisten mobilisiert

Police clash with protesters during demonstration in Paris PARIS, FRANCE - OCTOBER 17: Police clash with protesters during a demonstration amid a nationwide mobilisation over rising living costs, fuel ...
Für Samstag hat Lecornu eine umfangreiche Mobilisierung der Polizei angekündigt. Bild: www.imago-images.de

Innenminister Laurent Nuñez hat für Samstag eine massive Mobilisierung von Polizeikräften und ein hartes Durchgreifen angekündigt.

«Morgen werden insgesamt 70'000 Polizisten und Gendarmen im öffentlichen Raum im Einsatz sein, darunter sowohl lokale Einsatzkräfte aus den verschiedenen Departements als auch Angehörige der mobilen Einsatzkräfte, der republikanischen Sicherheitskompanien und der mobilen Gendarmerie-Einheiten», sagte Nuñez in Paris.

Neben Spezial- und Eliteeinheiten der Polizei kämen auch gepanzerten Fahrzeuge und Wasserwerfer zum Einsatz. «Was am 17. Oktober geschehen ist, ist völlig inakzeptabel, und deshalb werden wir alles in unserer Macht Stehende tun, um diese Plünderungen, diese Übergriffe und diese Angriffe auf öffentliche Gebäude zu verhindern», sagte der Innenminister mit Blick auf die schweren Ausschreitungen am Rande von Demonstrationen am vergangenen Samstag.

Paris schottet sich ab

In Paris begannen Ladenbesitzerinnen und Ladenbesitzer im Zentrum der Stadt, Spanplatten vor ihre Schaufenster zu montieren, um Beschädigungen und Plünderungen zu verhindern.

Businesses Are Boarding Up Their Windows In Paris Shopkeepers install wooden boards to barricade their shop windows in preparation for an anti-government demonstration in Paris, France, on October 22, ...
Geschäfte in Paris werden verbarrikadiert.Bild: www.imago-images.de

Die Stadtverwaltung rief Händler, Einwohner, Gastronomen und Firmen dazu auf, möglichst alle beweglichen Gegenstände aus dem öffentlichen Raum zu entfernen, die als Wurfgeschosse oder Barrikaden verwendet oder in Brand gesetzt werden können.

Konkret geht es um Fahrräder, Mülltonnen, Tische und Stühle der Gastronomie und Baustellenabsperrungen. Beschäftigte der Stadt würden Glascontainer und Mülltonnen entfernen, Abfallkörbe leeren sowie Sperrmüll und Ablagerungen auf den Strassen sofort entfernen, teilte die Verwaltung mit. Die Müllabfuhr organisiere spezielle Abholrunden, um schwere oder brennbare Gegenstände zu entfernen. Auch auf öffentlichen Flächen zurückgelassene Abfallcontainer würden abgeholt.

In der Hauptstadt gilt seit Montag eine nächtliche Ausgangssperre auf der Place de la République und im Bereich Les Halles. Diese wurde vor dem Wochenende bis Montagmorgen verlängert.

Macron trifft Demonstranten

Am Freitagnachmittag will sich Macron das erste Mal mit Schülerinnen und Schülern treffen. Macron wolle Gymnasiasten und Vertreter ihrer Organisationen empfangen, um «sich ihre Forderungen und Sorgen anzuhören», teilte der Élysée-Palast mit.

Als einen weiteren Schritt, um allgemein auf die Protestierenden zuzugehen, wolle die Regierung die Erhöhung des Mindestlohns vorziehen, berichtete die Zeitung «Les Échos». Die Erhöhung könnte bereits kurzfristig erfolgen, statt wie bislang voraussichtlich erst im Januar. Dabei geht es um eine Erhöhung von etwa 15 Euro (rund 13.80 Franken) monatlich.

Die Schüler demonstrieren seit Wochen für mehr Vertretungslehrer, eine bessere Ausstattung ihrer Schulen und weniger überfüllte Stundenpläne. Macron hatte sich bislang nicht selbst mit Schülern oder Vertretern ihrer Organisationen getroffen.

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Macron an der Sitzung des Sicherheitsrates am Donnerstag.Bild: keystone

Ausländische Akteure heizten Stimmung an

Einer Studie von «Alliance4Europe» zufolge nutzten auch ausländische Akteure bei den Protesten in Frankreich die Gunst der Stunde.

Die Verfasser hätten festgestellt, dass «ausländische Akteure sowohl vor als auch nach den Protesten aktiv daran gearbeitet haben, die öffentliche Empörung zu verstärken und anzuheizen sowie Gewalt zu befürworten, mit dem weiteren Ziel, die Debatten zu polarisieren und die französische Gesellschaft zu spalten».

Namentlich erwähnt werden in der Studie Russland, englischsprachige, rechtsextreme Influencer sowie US-Medien. Die Studie hat dabei knapp 550'000 Beiträge in den sozialen Medien sowie auf Nachrichtenseiten sowie rund 12'000 Kommentare ausgewertet.

Die Studie zieht das Fazit:

«In Frankreich selbst bemühten sich ausländische Akteure, die Unruhen weiter anzufachen. Im Ausland stellten russische Staatsmedien, englischsprachige, rechtsextreme Influencer und US-Medien die Unruhen in den Kontext der Migration und stellten sie so dar, als würden sie sich über ganz Europa ausbreiten.»
Alliance4Europe

Die politischen Folgen

Politisch profitiert hat bis jetzt vor allem Marine Le Pen. In der neuen Ifop-Umfrage mit Blick auf die Wahl im kommenden Frühjahr erreicht Le Pen je nach Kandidatenkonstellation 34 bis 38 Prozent der Stimmen im ersten Wahlgang, wie die im Auftrag der Sender LCI und Sud Radio sowie der Zeitung «Le Figaro» erstellte Umfrage ergab.

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Legt in den Umfragen zu: Marine Le Pen.Bild: keystone

Eine vor einer Woche noch vor den Ausschreitungen vorgelegte Odoxa-Umfrage sah die Spitzenpolitikerin des Rassemblement National (RN) ebenfalls je nach Konstellation bei 38 Prozent, weit vor allen anderen Kandidaten.

Auch Italiens Behörden wappnen sich für mögliche Proteste und Krawalle
Nach den schweren Krawallen in mehreren italienischen Städten am vergangenen Wochenende bereiten sich die Behörden auf neue Proteste und mögliche Krawalle vor. In mehreren Städten, darunter Mailand, Turin und Rom, wurden die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt. Es besteht die Sorge, dass es dieses Wochenende erneut zu gewaltsamen Zusammenstössen kommen könnte. Ein grosses Aufgebot an Sicherheitskräften steht dafür bereit. In Mailand, aber auch in anderen Städten, war es am vergangenen Wochenende nach zunächst friedlichen Protesten gegen hohe Lebenshaltungskosten zu gewalttätigen Ausschreitungen gekommen. Auf dem Domplatz von Mailand und in dessen Umgebung schlugen meist schwarz gekleidete und vermummte junge Leute Schaufensterscheiben ein, plünderten Geschäfte und Supermärkte. Wie die Tageszeitung «Corriere della Sera» berichtet, werden Bahnhöfe in der Region Lombardei rund um Mailand streng überwacht und kontrolliert, um zu verhindern, dass Jugendliche in die Metropole strömen. Die Polizei bereitet sich demnach auch auf präventive Festnahmen vor. In der Innenstadt sollen zudem keine Demonstrationen genehmigt werden, berichtet die Zeitung. Gemischte Streifen aus Polizisten und Soldaten sollen eingesetzt werden. Von einer Ausgangssperre ist zunächst keine Rede. Die Behörden wollen laut «Corriere della Sera» verhindern, dass das öffentliche Leben in Mailand zum Erliegen kommt. Geschäfte, Museen oder U-Bahn-Stationen sollen erst geschlossen werden, wenn eine Eskalation dies erforderlich macht.

(ome mit Materialien der Nachrichtenagenturen sda/dpa)

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Frankreich Studentenproteste 17. Oktober
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Frankreich Studentenproteste 17. Oktober
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