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Frankreich

Explosion in Monaco: Verdächtiger Mann auf der Flucht

Mehrere Verletzte bei Explosion in Monaco, Verdächtiger flüchtig – das ist bekannt

Bei einem mutmasslichen Bombenanschlag am Eingang eines Wohngebäudes in Monaco sind mehrere Menschen zum Teil schwer verletzt worden. Die Polizei sucht einen flüchtigen Mann. Das ist bis jetzt bekannt.
30.06.2026, 00:5730.06.2026, 12:42

Im Fürstentum Monaco ist mutmasslich ein Anschlag auf den ukrainischen Oligarchen Wadym Jermolajew verübt worden. Der Multimillionär lebte seit spätestens 2021 in Monaco– 2023 verhängte die ukrainische Regierung wirtschaftliche Sanktionen gegen ihn.

Als gesichert gilt, dass bei der Explosion in einem Luxus-Wohnhaus am Montagabend zwei Erwachsene lebensgefährlich verletzt wurden. Ein 13-Jähriger, der sie begleitete, soll weniger schwer verletzt sein. Die monegassischen Behörden haben die Identität der Opfer bislang nicht bestätigt.

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Was ist passiert?

Bei einer heftigen Explosion am Eingang eines Wohngebäudes im Fürstentum Monaco sind am Montagabend Behördenangaben zufolge drei Menschen verletzt worden, zwei von ihnen wohl lebensbedrohlich. Weitere vor Ort anwesende Personen erlitten Schnittverletzungen und Schocks.

Explosion in Monaco.
Der Tatort: Eingangsbereich eines Luxus-Wohnhauses.Bild: x.com

Die monegassischen Behörden haben bestätigt, dass die Explosion von Überwachungskameras aufgezeichnet wurde.

Das Videomaterial zeigt, wie ein Verdächtiger einen Rucksack oder ein Paket im Eingangsbereich des Gebäudes deponiert und sich hastig entfernt. Kurz danach betraten drei Personen den Bereich, woraufhin die Detonation erfolgte.

Dies ist meines Wissens das erste Mal in der Geschichte, dass eine solche Tat im Fürstentum verübt wurde.
Christophe Mirmand, Regierungschef

Gibt es Hinweise auf Terrorismus?

Bei der Explosion in Monaco geht die Staatsanwaltschaft zunächst nicht von einem Terroranschlag aus.

«Dies ist kein Angriff, der als terroristisch eingestuft werden kann», sagte Monacos Generalstaatsanwalt Stéphane Thibault an einer am Dienstag einberufenen Medienkonferenz.

Ermittelt werde wegen versuchter Tötung und einer Sprengstoffstraftat, sagte Staatsanwalt Stéphane Thibault.

Wo ist es passiert?

Das betroffene Gebäude steht im Quartier La Rousse-Saint Roman, ein sehr exklusives Wohnviertel, nahe der Grenze zu Frankreich. Kurz vor 21 Uhr kam es zur Explosion im Eingangsbereich des Wohnhauses an der Rue Révérend Père Louis Frolla. Zahlreiche Sicherheits- und Rettungskräfte seien daraufhin ausgerückt, berichtete «Monaco-Matin».

Der Franzose Christophe Mirmand, Staatsminister des Fürstentums Monaco, leitet unter Fürst Albert II. die Regierungsgeschäfte des Fürstentums. Er sprach von etwa 50 Feuerwehrleuten und mehr als 80 Beamten vor Ort. Auch französische Rettungskräfte trafen nach Angaben aus Kreisen des französischen Innenministerium als Verstärkung ein. Es sei zudem eine polizeiliche Zusammenarbeit eingerichtet worden, um den flüchtigen Verdächtigen aufzuspüren.

A police officer guards in a street in Monaco, Tuesday, June 30, 2026, a day after an explosive device seriously injured three people at a residential building in Monaco. (AP Photo/Philippe Magoni)
Mo ...
Am Tag nach dem Anschlag überwachen Polizeibeamte die Strassen in Monaco.Bild: keystone

Wer ist der Verdächtige?

Das ist noch unklar. Medien zeigten ein von Überwachungskameras aufgenommenes Bild eines rennenden Mannes mit dunklem Hut. Der Verdächtige soll zu Fuss in Richtung der französischen Stadt Beausoleil gelaufen sein.

Der Verdächtige, der am Abend wohl zu Fuss vom Tatort geflohen war, sei bisher nicht festgenommen worden, gab die Staatsanwaltschaft bekannt. Man sei ihm aber auf der Spur. Die Polizei versuche, seinen Weg nachzuzeichnen und ihn zu identifizieren.

Angeblicher Screenshot einer Überwachungskamera in Monaco, die Aufnahme kursiert auf Social-Media-Plattformen (30. Juni 2026)
Dieser Screenshot, der angeblich von einer Überwachungskamera stammt, kursiert auch auf grossen Social-Media-Plattformen.Screenshot: x.com

Wer sind die Opfer?

Zur Identität der Opfer machte die Staatsanwaltschaft keine Angaben. Nach Medienberichten in Monaco, Frankreich und der Ukraine soll es sich um den ukrainischen Oligarchen Wadym Jermolajew, seine Ehefrau und einen Sohn des Paares handeln.

Der Staatsanwalt sagte, dass der Mann seit spätestens 2021 in Monaco lebe. Gegen ihn seien im Fürstentum keine Ermittlungen anhängig, er werde auch nicht von ausländischen Behörden gesucht.

Video: watson/X/Breaking911

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj verhängte 2023 Sanktionen gegen Jermolajew, schreibt die ukrainische Zeitung «The Kyiv Independent». Demnach wurden Vermögenswerte des Multimillionärs eingefroren und er wurde zur Einstellung sämtlicher Finanzgeschäfte in der Ukraine für einen Zeitraum von 10 Jahren verpflichtet.

Am Dienstag erklärte der zuständige Staatanwalt an der Medienkonferenz:

«Ich kann Ihnen sagen, dass der Mann seit 2021 in Monaco wohnt, dass gegen ihn in Monaco keine Ermittlungen laufen und dass er unseres Wissens von keiner ausländischen Behörde gesucht wird.»

Welche Reaktionen gibt es?

«Dies ist meines Wissens das erste Mal in der Geschichte, dass eine solche Tat im Fürstentum verübt wurde», sagte der monegassische Regierungschef Christophe Mirmand.

Nun komme es darauf an, mit den Nachrichtendiensten zusammenzuarbeiten, «um das Umfeld der Opfer zu identifizieren» und um festzustellen, ob womöglich weitere Menschen bedroht sein könnten.

Fürst Albert II. bezeichnete den Vorfall als «abscheuliches Verbrechen» und «Schock für die gesamte monegassische Gemeinschaft».

Der Bürgermeister der südfranzösischen Stadt Nizza, die rund 20 Kilometer von dem Fürstentum entfernt liegt, bezeichnete den Vorfall in einem Beitrag auf der Plattform X als einen «Anschlag». Es sei eine «Tragödie, die Monaco erschüttert», schrieb Éric Ciotti. Er bekundete volle Unterstützung für die Sicherheits- und Rettungskräfte, die im Einsatz seien.

Der Generalstaatsanwalt von Monaco, Stéphane Thibault, will am heutigen Dienstag (30. Juni) an einer Pressekonferenz über den Stand der Ermittlungen informieren.

Dass ein solcher Anschlag in Monaco verübt wurde, gilt auch deshalb als ungewöhnlich, weil das Fürstentum über eine der dichtesten Videoüberwachungen der Welt verfügt. Auf dem kleinen Staatsgebiet von nur rund 2 Quadratkilometern sind über 1000 Überwachungskameras installiert.

Quellen

(red)

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