International
Gesellschaft & Politik

Vorgezogene serbische Parlamentswahl nach Parlamentsauflösung von Vucic

epa13203900 Serbian President Aleksandar Vucic attends the high-level commemorative meeting to mark the 65th anniversary of the Non-Aligned Movement in Belgrade, Serbia, 01 September 2026. The First C ...
Der serbische Präsident Aleksandar Vucic steht unter Druck.Bild: keystone

Vucic löst Parlament auf – Serbien wählt am 25. Oktober

In Serbien gibt es am 25. Oktober vorgezogene Parlamentswahlen. Staatspräsident Aleksandar Vucic verfügte per Dekret auf Vorschlag seiner Regierung die Auflösung des Parlaments und setzte den Wahltermin fest.
09.09.2026, 15:0509.09.2026, 15:05

Regulär sind Parlamentswahlen in Serbien alle vier Jahre vorgesehen. Die letzten beiden Parlamentswahlen – im Dezember 2023 und im April 2022 – waren ebenfalls auf Wunsch von Vucic vorgezogen worden.

Der teilweise autokratisch regierende Vucic erhofft sich von diesem Schritt nach Beurteilung von Beobachtern die Konsolidierung seiner Macht. Seine Amtszeit als Staatschef endet nächstes Jahr – und nach zwei Mandaten darf er nicht erneut kandidieren. Vucic hat allerdings mehrfach erklärt, als Ministerpräsident für eine neue Regierung zur Verfügung zu stehen und dazu vorzeitig sein Amt als Staatschef niederlegen zu wollen.

Vucic steht innenpolitisch unter Druck

Vucic steht innenpolitisch unter Druck, seitdem am 1. November 2024 im nordserbischen Novi Sad das Vordach eines Bahnhofs einstürzte und 16 Menschen in den Tod riss. Seither gibt es Massenkundgebungen gegen Vucic, die grösstenteils von Studenten organisiert werden. Die Demonstranten machen Korruption der Regierung und Schlamperei der Behörden für das Unglück verantwortlich und verlangen Vucic' Rücktritt. Für die Spannungen machte Vucic jetzt das Ausland mitverantwortlich. «Mit der Beteiligung ausländischer Mächte gab es hier Unruhen und eine geteilte Gesellschaft», sagte Vucic.

Zuletzt hatte die Regierung des EU-Beitrittskandidaten mit der Verherrlichung des kürzlich im internationalen Gefängnis von Den Haag gestorbenen Kriegsverbrechers Ratko Mladic Kritik von EU-Vertretern auf sich gezogen. Der frühere bosnisch-serbische Milizenführer hatte in Den Haag eine lebenslange Haftstrafe verbüsst, zu der ihn ein internationales Tribunal wegen Völkermords und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilt hatte. Unter anderem wies es ihm die Planung des Massakers an mehr als 8'000 Menschen, hauptsächlich Männer und männliche Jugendliche, nach dem Fall der ostbosnischen Enklave Srebrenica im Juli 1995 nach.

Mladic war am Montag in Belgrad mit staatlichen Ehren beerdigt worden, unter Beteiligung der serbischen Armee und in Anwesenheit von Regierungspolitikern. Vucic war bei der Beerdigung nicht anwesend. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Protest gegen Atommüll-Tiefenlager und neue AKW-Pläne
1 / 12
Protest gegen Atommüll-Tiefenlager und neue AKW-Pläne

Es ist das schwierigste Bauprojekt der Schweizer Geschichte: Hochradioaktiver Abfall aus den Kernkraftwerken soll für eine Million Jahre sicher vergraben werden. Doch während die Befürworter das geplante Atommüll-Tiefenlager als wissenschaftlichen Meilenstein feiern, formiert sich Widerstand.

quelle: keystone / michael buholzer
Auf Facebook teilenAuf X teilen
So soll Trump nach 9/11 von Feuerwehrleuten gerettet worden sein
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Behörde meldet brennendes Schiff in Strasse von Hormus
Inmitten möglicher neuer militärischer Eskalation im Iran-Krieg meldet die britische Behörde für Sicherheit in der Seefahrt (UKMTO) ein brennendes Schiff in der Strasse von Hormus. Der Kapitän eines anderen Schiffs habe als Augenzeuge den Fall am frühen Donnerstagmorgen (Ortszeit) gemeldet, hiess es in einer Stellungnahme auf X.
Zur Story