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Gesellschaft & Politik

Grossmutter findet vor 39 Jahren geraubte Enkelin wieder

Eine unglaubliche Geschichte: Grossmutter findet vor 39 Jahren geraubte Enkelin wieder

Nach 39-jähriger Suche hat eine der Gründerinnen der argentinischen Menschenrechtsgruppe Grossmütter der Plaza de Mayo ihre von den Militärs geraubte Enkelin wiedergefunden. Grossmutter Maria «Chicha» Mariani ist mittlerweile 92-jährig und fast blind.
25.12.2015, 07:5425.12.2015, 12:27

Mariani und ihre Enkelin Clara Anahi seien endlich wieder vereint, teilte die von Mariani ins Leben gerufene Stiftung Anahi am Donnerstag mit. Clara Anahi Mariani war am 24. November 1976 als drei Monate altes Baby von einem Polizisten verschleppt worden, nachdem Sicherheitskräfte ihre Mutter bei einer Razzia in deren Haus getötet hatten.

Ihr Fall wurde auch international durch eine Reihe offener Briefe bekannt, die die Grossmutter an ihre vermisste Enkelin schrieb. In einem der Briefe schrieb sie: «Sie haben mich immer wieder davon zu überzeugen versucht, dass du mit deiner Mutter zusammen getötet wurdest, aber ich wusste, dass du noch lebst».

Während der Militärdiktatur zwischen 1976 und 1983 wurden etwa 500 Babys ihren Müttern geraubt. Viele dieser Frauen kamen schwanger in die Junta-Gefängnisse und gebaren hinter Gittern. Die Babys wurden regimetreuen Familien zur «Adoption» zugewiesen, die leiblichen Eltern wurden getötet.

Unzählige der Kinder wuchsen im Glauben auf, sie lebten bei ihren leiblichen Eltern. Clara Anahi ist das 120. gestohlene Baby, dessen wahre Identität nun ausfindig gemacht werden konnte. (sda/afp)

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