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Puerto Ricos Gouverneur kündigt nach Massenprotesten Rücktritt an

Seit Wochen wird gegen ihn demonstriert: Puerto Ricos Gouverneur Ricardo Rosselló. (Archivbild)
Will nun doch sein Amt niederlegen: Puerto Ricos Gouverneur Ricardo Rosselló.Bild: AP

Puerto Ricos Gouverneur kündigt nach Massenprotesten Rücktritt an

25.07.2019, 06:2625.07.2019, 10:04

Puerto Ricos Regierungschef Ricardo Rosselló will als Konsequenz aus der Enthüllung vulgärer Online-Chats nun doch sein Amt niederlegen. Er werde zum 2. August zurücktreten, kündigte Rosselló in der Nacht zum Donnerstag an.

Zuvor hatte der Gouverneur einen vorzeitigen Abgang noch abgelehnt, jedoch erklärt, sich im kommenden Jahr nicht zur Wiederwahl stellen zu wollen.

Demonstrators protest against Gov. Ricardo Rossello in San Juan, Puerto Rico, Tuesday, July 23, 2019. Protesters are demanding Rossello step down for his involvement in a private chat in which I used  ...
Hunderttausende von Menschen forderten den Rücktritt ihres Gouverneurs. Bild: AP

Hintergrund des angekündigten Rücktritts sind anhaltende Massenproteste gegen Rosselló. Seit Ende vorvergangener Woche waren in San Juan, der Hauptstadt des US-Aussengebiets, jeden Tag immer grösser werdende Menschenmengen auf die Strasse gegangen, um Rossellós Rücktritt zu fordern. Die bislang grösste Demonstration gab es am Montag mit geschätzt rund 500'000 Teilnehmern, darunter waren prominente Puerto Ricaner wie der Sänger Ricky Martin.

Die Zeitung «El Nuevo Día» hatte am späten Dienstagabend (Ortszeit) geschrieben, Rossellós Abschied stehe bevor, der Regierungschef habe bereits eine Abschiedsbotschaft aufgenommen. Es gab auch Berichte, wonach Rosselló Puerto Rico bereits verlassen hat.

Respektlose Bemerkungen

Auslöser der Proteste war die Veröffentlichung von Nachrichten einer privaten Chat-Gruppe zwischen Rosselló und elf Vertrauten, in denen sie sich abschätzig über mehrere Personen äusserten. Aus Sicht von Kritikern waren darunter frauen- und schwulenfeindliche sowie respektlose Bemerkungen gegenüber den zahlreichen Opfern des verheerenden Hurrikans María von 2017. Ausserdem wurden Staatsangelegenheiten besprochen, obwohl nicht alle Mitglieder der Gruppe der Regierung angehörten.

Kurz zuvor hatte es einen Korruptionsskandal gegeben, im Zuge dessen unter anderen die bisherige Bildungsministerin Julia Keleher von der US-Bundespolizei FBI festgenommen wurde. (sda/ap)

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