Mit derselben Nadel wurden in China mehrere Schüler auf Tuberkulose getestet
Bei dem Test wird eine Substanz in die Haut gespritzt, um Hinweise auf eine mögliche Tuberkulose-Infektion zu finden. Eine medizinische Fachkraft habe die Vorschrift missachtet, für jeden Schüler eine neue Kanüle zu verwenden, hiess es in einer Mitteilung der Kreisbehörden. Insgesamt seien 78 Schüler betroffen gewesen.
Aufgebrachte Eltern verlangen Antworten
Durch die Wiederverwendung von Nadeln können Krankheitserreger wie HIV und Hepatitis-Viren übertragen werden. Das Hongkonger Nachrichtenportal «HK01» verbreitete ein Video aus sozialen Medien, das aufgebrachte Eltern zeigt, die sich an der Schule versammelt hatten und Antworten verlangten.
Der Vorfall ereignete sich der Behörden-Mitteilung zufolge am Dienstag an einer Oberschule im Kreis Kangping in der Provinz Liaoning. Nach Berichten des chinesischen Wirtschaftsmagazins «Caixin» und des Nachrichtenportals «HK01» sollen alle 78 Schüler mit derselben Nadel getestet worden sein.
Kommission eingesetzt
In der von anderen chinesischen Medien zitierten Behördenmitteilung hiess es lediglich, dass gegen den Grundsatz «Eine Person, eine Nadel» verstossen worden sei und 78 Schüler betroffen seien.
Alle betroffenen Schüler seien inzwischen speziellen Untersuchungen unterzogen worden, schrieben die Behörden. Die bisherigen Ergebnisse hätten keine Auffälligkeiten gezeigt. Eine eigens eingesetzte Kommission soll nun klären, wie es zu dem Verstoss kommen konnte. Die Verantwortlichen müssten mit Konsequenzen rechnen. Der Schulbetrieb laufe unterdessen normal weiter. (sda/dpa)
