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Tuberkulose in der Schweiz: Warum die Zahlen wieder nach oben gehen

Arzt untersucht bei einem Hausbesuch das Herz eines �lteren Patienten mit dem Stethoskop Close-up of a healthcare provider using a stethoscope to listen to an elderly patient heart and lungs during a  ...
Die Symptome sind bei Tuberkulose zu Beginn oft schwach und ähnlich wie bei anderen Krankheiten.Bild: www.imago-images.de

Tuberkulose in der Schweiz: Warum die Zahlen wieder nach oben gehen

Die Schweiz meldet für 2025 deutlich mehr Tuberkulosefälle als in den Vorjahren. Besonders bei jungen Menschen schnellt die Zahl der Erkrankungen in die Höhe. Die Gründe.
24.09.2026, 18:0024.09.2026, 18:00

Immer mehr Menschen in der Schweiz erkranken an Tuberkulose. Im Jahr 2025 gab es in der Schweiz und in Liechtenstein 544 neue Fälle der Infektionskrankheit, heisst es in der Mitteilung des Bundesamts für Gesundheit (BAG). Das ist der höchste Wert seit 2018.

Besonders deutlich nahm die Zahl der Erkrankungen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu. Die grösste Patientengruppe waren mit 207 Fällen weiterhin die 20- bis 39-Jährigen. Die stärkste Zunahme betraf jedoch die 15- bis 19-Jährigen, bei denen sich die Fallzahl von 51 auf 102 verdoppelte. Mit 22,3 Fällen pro 100'000 Einwohnende hatten sie zudem die höchste Erkrankungsrate.

Was ist Tuberkulose?

Die Infektionskrankheit entsteht durch das Bakterium Mycobacterium tuberculosis. Die meisten infizierten Personen entwickeln aber keine Symptome. Nur ein kleiner Teil erkrankt an Tuberkulose.

Die Krankheit betrifft am häufigsten die Lunge, kann aber auch andere Organe befallen. Die Symptome sind zu Beginn oft schwach und nicht von denen anderer Krankheiten zu unterscheiden: Fieber, Husten, Auswurf, allgemeines Unwohlsein, nächtliches Schwitzen, Schmerzen im Brustkorb, Appetitmangel und Gewichtsverlust.

Wenig lokale Ansteckung

Gemäss dem BAG sei der Anstieg nahezu vollständig auf mehr Fälle bei migrierenden und flüchtenden Personen zurückzuführen. Die Fallzahlen bei Personen aus der Schweiz und Liechtenstein seien stabil und leicht rückläufig.

Die aktuelle Entwicklung zeige deshalb vor allem veränderte Tuberkulose-Muster in den Herkunftsländern, nicht mehr lokale Ansteckung. Wie in anderen europäischen Ländern betreffe die Krankheit zunehmend Menschen aus Regionen mit hoher Tuberkulosebelastung.

Insgesamt bleibt die Schweiz ein Land mit niedriger Tuberkuloseinzidenz mit 6 Fällen pro 100'000 Einwohnende. Damit liegt sie unter dem europäischen Durchschnitt aus dem Jahr 2024 von 8,4 Fällen pro 100'000 Einwohnende.

Ist Tuberkulose heilbar?

Ja, ist sie. Erkennt man Tuberkulose früh und behandelt sie konsequent, ist sie in den meisten Fällen kein Grund zur Panik. In der Schweiz endeten 2024 offiziell 70,6 Prozent aller behandelten Tuberkulosefälle erfolgreich, wobei diese Zahl noch höher sein dürfte: In vielen Fällen war das Resultat unbekannt oder eine Meldung fehlte vollständig.

Im Jahr 2024 starben 13 Menschen an der Krankheit. Das sind drei Prozent aller Fälle.

Schweiz folgt dem globalen Trend

Laut WHO erkrankten 2024 weltweit rund 10,7 Millionen Menschen neu an Tuberkulose. Die 8,3 Millionen gemeldeten Fälle sind der höchste je registrierte Wert, heisst es in der Mitteilung.

Nach dem pandemiebedingten Rückgang 2020/2021 sorgten wieder mehr Diagnostik, Behandlung und Mobilität für einen erneuten Anstieg. Zusätzlich erschwerten COVID-19 und bewaffnete Konflikte in Ländern mit hoher Tuberkulosebelastung die Kontrolle der Krankheit.

Die Schweiz folgt damit dem globalen Trend, was die Bedeutung kontinuierlicher Überwachung gemäss dem BAG auch in Niedriginzidenzländern zeigt.

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