International
Gesundheit

Mehr als 240 Fälle von West-Nil-Fieber in Europa

Mehr als 240 Fälle von West-Nil-Fieber in Europa – meiste Fälle in Italien

In Europa sind seit Beginn der Saison mehr als 240 Infektionen mit dem West-Nil-Virus bekanntgeworden. Besonders betroffen ist Italien. Die WHO hat zu verstärkter Wachsamkeit aufgerufen.
08.08.2026, 06:3708.08.2026, 06:37

Insgesamt wurden bis vorigen Mittwoch in sieben europäischen Ländern 241 Fälle registriert, bei denen sich die Menschen vor Ort angesteckt hatten – sie hatten sich also nicht auf Reisen infiziert.

FILE - A municipal biologist examines a mosquito in Salt Lake City, Aug. 26, 2019. (AP Photo/Rick Bowmer, File)
West Nile Virus
Das West-Nil-Fieber wird durch Mücken übertragen. (Symbolbild)Bild: keystone

Wie das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) mitteilte, wurden aus Italien 139 Fälle gemeldet, aus Griechenland 61, aus Spanien 17 und aus Nordmazedonien 13. In Rumänien wurden demnach 6 Fälle registriert, in Frankreich 4 und in Deutschland 1 solche Infektion.

20 Prozent der Infizierten entwickeln grippeähnliche Erkrankung

Insgesamt seien damit 59 Gebiete in Europa betroffen, hiess es weiter. Mehr als die Hälfte dieser Areale – 36 – entfällt demnach auf Italien, insbesondere auf den Norden des Landes. Die Behörde betonte jedoch, es handele sich nicht um eine umfassende Darstellung des Übertragungsgeschehens.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte erst kürzlich wegen mehrerer Erkrankungen an West-Nil-Fieber in Südeuropa zu verstärkter Wachsamkeit aufgerufen.

Etwa 20 Prozent der Infizierten entwickeln laut Robert Koch-Institut (RKI) eine fieberhafte, grippeähnliche Erkrankung. Nur etwa jede 100. infizierte Person erkranke schwer. Das Virus werde hauptsächlich von Stechmücken zwischen wildlebenden Vögeln übertragen. Die Mücken könnten aber auch Menschen infizieren. Das West-Nil-Fieber heile in der Regel komplikationslos aus, nur bei schwer erkrankten Patientinnen und Patienten seien Spätfolgen relativ häufig.

Wie man sich schützen kann

Das durch Viren verursachte West-Nil-Fieber wird dem RKI zufolge symptomatisch behandelt. Es gibt keine spezifische Therapie und auch keinen Impfstoff. An Orten mit bekannter Mückenbelastung empfiehlt das RKI das Tragen von langärmeligen Hemden oder Blusen und langen Hosen. Neben Insektenabwehrmittel seien auch Moskitonetze und Fenstergitter nützlich. Im Wohnumfeld sollten Mückenbrutplätze möglichst beseitigt werden. Die Insekten legen auch in kleine Wasseransammlungen Eier ab – etwa in Eimern, Untersetzern und verstopften Dachrinnen.

Hoffnung auf Therapien

Ein Tessiner Forschungsteam hat Antikörper gegen das gefährliche West-Nil-Virus entdeckt. Die Entdeckung könnte den Weg für neue Therapien und langfristig auch für Impfstoffe ebnen, wie die Università della Svizzera italiana (USI) Ende Juni mitteilte.

Für die in der Fachzeitschrift «Immunity» publizierte Studie analysierte das Team um den Immunologen Davide Robbiani von der USI Blutproben von Menschen, die eine West-Nil-Infektion überstanden hatten. Dabei stiessen sie auf zwei aussichtsreiche Antikörper. Nach Einschätzung der Forschenden liefern die Ergebnisse wichtige Grundlagen für die Entwicklung medizinischer Gegenmassnahmen gegen West-Nil-Viren. In der Studie bezeichnen sie sie als «vielversprechende Kandidaten für die Entwicklung antikörperbasierter Therapien».

In der Schweiz wurde im Jahr 2022 erstmals das West-Nil-Virus bei einheimischen Mücken nachgewiesen. 2025 wurde zudem der erste lokal von Mücken übertragene Fall von West-Nil-Fieber beim Menschen bestätigt. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Schweizer Armee schliesst Löscheinsatz auf Korsika ab
22 Einsatzkräfte der Schweizer Armee, die mit drei Super-Puma-Helikoptern die Waldbrände auf Korsika bekämpft haben, sind am Freitag in die Schweiz zurückgekehrt. Sie warfen seit dem 28. Juli 452 Tonnen Löschwasser ab.
Zur Story