Zahl der Masern-Erkrankungen in den USA auf Höchststand seit 35 Jahren
Die Masern sind wieder auf dem Vormarsch: Gemäss dem Measles-Tracker der renommierten Johns Hopkins University sind dieses Jahr bereits 2295 Menschen in den USA daran erkrankt. Das sind bereits mehr als im gesamten vergangenen Jahr, als sich insgesamt 2289 angesteckt hatten.
Tatsächlich wurden zuletzt 1991 so viele Fälle in den Vereinigten Staaten gemeldet. Somit ist die Zahl an Masern-Infektionen dieses Jahr auf dem höchsten Stand seit 35 Jahren. Mindestens 600 Erkrankungen sind auf einen Grossausbruch in South Carolina zurückzuführen. Schon letztes Jahr hatten sich dort 300 Personen mit dem Masern-Virus infiziert. Auch in Utah und Texas ist es zu grösseren Ausbrüchen gekommen.
Die fortlaufende Übertragung der Erkrankung könnte die USA das Prädikat «ausgerottet», welches die Panamerikanische Gesundheitsbehörde ausstellt, kosten, schreibt das Center for Incectious Disease Research and Policy (CIDRAP). Ein Grund für die steigende Anzahl an Infektionen: Vielerorts seien nicht mehr 95 Prozent der Bevölkerung gegen die Masern geimpft. Diese Quote muss jedoch erreicht werden, damit die sogenannte Herdenimmunität entsteht.
Ein Epidemiologe der Johns Hopkins University ist besorgt:
Eine Masernerkrankung kann tödlich verlaufen, bislang ist dieses Jahr jedoch noch niemand in den USA daran gestorben. Doch kann eine Infektion weitere Probleme mit sich bringen: Laut des CIDRAP muss jeder fünfte ungeimpfte Amerikaner bei einer Maserninfektion ins Spital, während jeder 20. eine Lungenentzündung entwickelt.
(cpf)
