Daniel Koch mit Meningitis im Spital – Zecken-Impfung wirkte nicht mehr
Sechs Jahre ist es her, seit der Leiter der Abteilung Übertragbare Krankheiten beim Bundesamt für Gesundheit den Schweizerinnen und Schweizern erklärt hat, wie wir am besten durch die Corona-Pandemie kommen. Inzwischen ist Daniel Koch pensioniert und 71 Jahre alt.
Dass eine Impfung ihren Schutz mit der Zeit auch verlieren kann, musste Koch nun selbst erfahren – bezüglich der Zeckenimpfung. Diese schützt vor der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), welche in manchen Fällen zu einer gefährlichen Hirnhautentzündung führt. Genau eine solche Hirnhautentzündung hat nun Koch erlitten, wie «20Minuten» berichtete.
Gegenüber dem Online-Portal sagte Koch: «Von einem Tag auf den anderen hatte ich keine Kraft mehr.» Nun wird er im Inselspital in Bern behandelt. Wird eine Hirnhautentzündung wie bei FSME durch ein Virus ausgelöst, gibt es aber keine ursächliche Behandlung – lediglich die grippeähnlichen Symptome können gelindert werden.
Das Virus kann auch das Nervensystem angreifen: Laut dem Bundesamt für Gesundheit sind 5 bis 15 Prozent der Infizierten davon betroffen. Sie haben Kopfschmerzen, Lichtempfindlichkeit, Schwindel, Konzentrations- und Gehstörungen. Diese können Wochen bis Monate andauern.
Die schlimmeren Symptome folgen nach einer Pause
Die ersten Symptome treten nach einer bis zwei Wochen nach dem Stich einer Zecke auf. Häufig bessern die Symptome dann und die neurologischen Störungen treten erst in einer zweiten Phase auf. Neben der Hirnhaut, kann sich auch die Rückenmarkhaut, das Gehirngewebe oder das Rückenmark selbst entzünden.
In seltenen Fällen können sogar bleibende Lähmungen an Armen, Beinen oder Gesichtsnerven auftreten. In zirka einem Prozent der Fälle mit neurologischen Symptomen verläuft die Krankheit tödlich.
Jährlich werden rund 300 FSME-Fälle gemeldet, wie «20Minuten» berichtet. Daher ist ein aktiver Impfschutz wichtig: In der Schweiz wird die Auffrischung alle 10 Jahre empfohlen, in Deutschland wird zu Abständen von nur fünf Jahren geraten.
Und doch schützt eine Impfung nie vollständig. Insbesondere bei älteren Personen ist der Impfschutz in der Regel schwächer. Der Verlauf kann aber in der Regel durch die Impfung gemildert werden, weil der Körper schneller mit Antikörpern reagiert. Wie lange die Impfung bei Daniel Koch zurück lang, ist nicht bekannt.
Impfung schützt nicht vor Boreliose
Gar nicht schützen kann diese Impfung vor dem Bakterium, welches nach einem Zeckenbiss eine andere Krankheit auslösen kann: die Borreliose. Dieses Risiko kann aber deutlich gemindert werden, wenn man im Wald lange Hosen trägt und die Socken darüber zieht. Dazu soll man sich und die Kinder direkt nach einem Ausflug auf Zecken absuchen: Im Gegensatz zum FSME-Virus überträgt sich das Borreliose-Bakterium erst nach mehreren Stunden, denn die Bakterien müssen erst noch aus dem Darmtrakt der Zecke in den Speichel wandern. Eine Zecke, die erst gerade gestochen hat, ist also bezüglich Borreliose noch keine grosse Gefahr. (kus) (schweizheute.ch)
- Von Zecken übertragenes Alongshan-Virus nun auch in Österreich
- FSME-Virus erstmals durch den Konsum von Rohmilch übertragen
- Neue Zeckenarten breiten sich in der Schweiz aus – das musst du wissen
- Vorsicht! Zecken lauern auch im Weihnachtsbaum
- Studie: Schweizer Zecken sind gefährlicher als bisher angenommen
