DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Britischer «Super-Wahltag»: Schottische Nationalpartei hofft weiter auf Mehrheit

Der britische Premier Boris Johnson hat die bisherigen Ergebnisse der Regionalwahlen in Grossbritannien als «sehr ermutigend» bezeichnet. Andere sind enttäuscht.



Bei den Regionalwahlen in Schottland hofft die Pro-Unabhängigkeitspartei SNP von Regierungschefin Nicola Sturgeon weiter auf eine absolute Mehrheit. Experten konnten nach der Auszählung von gut 30 Wahlbezirken jedoch auch am Freitagabend noch keine klare Prognose für den Ausgang abgeben. Bis dahin konnte die Schottische Nationalpartei (SNP) bereits gut zwei Dutzend ihrer bisherigen Sitze verteidigen sowie der Konservativen Partei des britischen Premierministers Boris Johnson und der Labour-Partei je ein Mandat abjagen.

Ballots are counted for the Scottish Parliamentary Elections in Aberdeen, Scotland, Friday May 7, 2021. (Andrew Milligan/PA via AP)

Bild: keystone

Sturgeon, die ihr Direktmandat im Süden Glasgows mit einer klaren Mehrheit verteidigte, will ein weiteres Unabhängigkeitsreferendum ausrufen und Schottland in die Eigenständigkeit führen. Die Wahl gilt deshalb als richtungsweisend für die Zukunft des gesamten Vereinigten Königreichs. Die Regierungschefin hofft auf einen klaren Wahlsieg, um mehr Druck auf London ausüben zu können. Mit endgültigen Ergebnissen wurde erst am Samstag gerechnet, die Wahlbeteiligung lag der BBC zufolge mit rund 64 Prozent deutlich höher als zuletzt.

Der britische «Super-Wahltag», bei dem am Donnerstag nicht nur in Schottland und Wales neue Regionalparlamente gewählt wurden, sondern auch zahlreiche Bürgermeister und ein neu zu vergebendes Mandat im Unterhaus, verlangte Beteiligten wie Beobachtern viel Geduld ab: Wegen der Corona-Pandemie wurden keine Nachwahlbefragungen durchgeführt und der Auszählungsprozess umstrukturiert, so dass einige Ergebnisse erst mehrere Tage nach der Wahl erwartet wurden.

In Wales gingen Beobachter von einem Wahlsieg der Labour-Partei von Regierungschef Mark Drakeford aus. Ein Ergebnis sollte noch am Freitag verkündet werden. Anderswo musste die Labour-Partei herbe Verluste hinnehmen: Besonders schmerzhaft war die Niederlage der Sozialdemokraten in der Nordsee-Stadt Hartlepool, die seit Jahrzehnten als traditionelle Labour-Hochburg galt. Erstmals jagte nun Johnsons Konservative Partei Labour bei einer Nachwahl das Unterhausmandat in der nordostenglischen Stadt ab.

Auch bei den Kommunalwahlen in weiten Teilen Englands zeigte sich in Gegenden, die mehrheitlich für den Brexit gestimmt hatten, eine Wählerbewegung zu den Konservativen. Damit wurde ein Trend bestätigt, der bereits bei der Parlamentswahl vor zwei Jahren eingesetzt hatte und Johnson einen grossen Sieg beschert hatte.

Der zutiefst enttäuschte Parteichef Keir Starmer übernahm am Freitag die Verantwortung für die Niederlage und kündigte an, die Partei grundlegend verändern zu wollen. Starmer hatte versucht, das Thema Brexit zu meiden und so die Partei für die traditionelle Anhängerschaft in Nordengland wieder wählbar zu machen. Doch diese Strategie gilt nun als gescheitert.

Auf einen wichtigen Sieg kann Labour noch in der britischen Hauptstadt hoffen: Bei der Bürgermeisterwahl in London wird mit einem Sieg von Amtsinhaber Sadiq Khan gerechnet. Doch die Auszählung dieser Stimmen dürfte sich voraussichtlich bis Sonntag hinziehen.

Johnson: Bisherige Wahlergebnisse «sehr ermutigend»

Der britische Premier Boris Johnson hat die bisherigen Ergebnisse der Regionalwahlen in Grossbritannien als «sehr ermutigend» bezeichnet.

Sie zeigten, dass sich seine Regierung auf die Prioritäten der Menschen konzentriert habe und darauf, so schnell wie möglich aus der Pandemie zu kommen, sagte Johnson am Freitag in den West Midlands. Erstmals seit Jahrzehnten jagten Johnsons Konservative der Labour-Partei das Unterhausmandat in der nordostenglischen Stadt Hartlepool ab. Die Ergebnisse aus Wales, Schottland und anderen Regionen stehen noch aus. Johnson war in den vergangenen Wochen mehrfach unter Druck geraten, unter anderem wegen einer Luxus-Renovierung seiner Dienstwohnung. (sda/dpa)

(sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Corona-Anweisungen von Grossbritannien's Premier Boris Johnson

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Homosexuelle dürfen in England Blut spenden: Schweiz verbietet es (noch)

Männer, die mit Männern Sex haben, dürfen in vielen Ländern nicht Blut spenden. England hat dieses Verbot nun aufgehoben, doch die Schweiz bleibt dabei. Allerdings tut sich was.

Seit Anfangs Woche können in England, Schottland und Wales alle unter den gleichen Bedingungen Blut spenden – ungeachtet ihrer Sexualität. Bisher war die Regel – gleich wie in der Schweiz – dass Männer, die mit Männern Sex haben, grundsätzlich nicht zur Blutspende zugelassen sind. Jetzt darf spenden, wer den Sexualpartner in den letzten drei Monaten nicht wechselte.

Es gehe um mehr als nur um ein gerechteres und inklusiveres System, sagt Ethan Spibey gegenüber dem britischen Magazin «Gay …

Artikel lesen
Link zum Artikel