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Grossbritannien

UK: Mord-Angeklagter hatte wohl auch Anschlag auf Nigel Farage geplant

Mordfall Widdecombe: Angeklagter hatte wohl auch Anschlag auf Nigel Farage geplant

Der Angeklagte im Mordfall der britischen Brexit-Ikone Ann Widdecombe soll nun auch wegen eines Terrorplans gegen den Brexit-Vorkämpfer Nigel Farage strafrechtlich verfolgt werden.
03.10.2026, 07:5103.10.2026, 07:51

Dem 28 Jahre alten Briten werden «Handlungen zur Vorbereitung terroristischer Anschläge», unter anderem gegen den Vorsitzenden der Partei Reform UK, vorgeworfen, wie die britische Staatsanwaltschaft auf ihrer Webseite mitteilte. Er soll demnach am 7. Oktober in London vor Gericht erscheinen.

epa13211029 Reform UK leader Nigel Farage pays tribute to the late British politician Ann Widdecombe on the second day of Reform UK Annual Conference at NEC in Birmingham, Britain, 04 September 2026.  ...
Auch Nigel Farage soll Ziel von Attentatsplänen gewesen sein.Bild: keystone

Laut dem für Terrorismusbekämpfung zuständigen leitenden Staatsanwalt, Frank Ferguson, liegen «ausreichende Beweise» gegen den 28-Jährigen vor. Die Anklage bezieht sich nach Angaben der Anti-Terror-Polizei auf Handlungen, die zwischen dem 31. Mai 2024 und dem 8. Juli 2026 stattgefunden haben.

«Wir führen seit einiger Zeit eine äusserst intensive und komplexe Ermittlung durch», sagte Deputy Assistant Commissioner Vicki Evans laut einer Mitteilung. Die nun bekanntgegebene Anklage sei «das Ergebnis der unermüdlichen Arbeit der Ermittler im gesamten Netzwerk der Terrorismusbekämpfung.»

Fall Widdecombe sorgte für Aufsehen

Die mutmassliche Ermordung von Widdecombe hatte in Grossbritannien enormes Aufsehen erregt. Die 78 Jahre alte frühere Abgeordnete und Brexit-Befürworterin war Anfang Juli in ihrem Haus im Dartmoor in der englischen Grafschaft Devon tot aufgefunden worden. Ihre Leiche wies schwere Verletzungen auf. Daraufhin wurde eine Mordermittlung eingeleitet.

Widdecombe war jahrelang Abgeordnete für die Konservativen im britischen Unterhaus und sass schliesslich als überzeugte Befürworterin des EU-Austritts für Farages Brexit-Partei als Abgeordnete im Europäischen Parlament. Später war sie Sprecherin der Nachfolgepartei Reform UK.

Der Austritt Grossbritanniens aus der EU ist bis heute umstritten. Erst kürzlich hatte Premier Andy Burnham eine mögliche Rückkehr seines Landes in die Union ins Spiel gebracht.

Innenministerin: Politikerangriff «ein Angriff auf uns alle»

Die britische Innenministerin Shabana Mahmood sprach dem Abgeordneten Farage ihr «tiefes Mitgefühl» aus. Zugleich zeigte sie sich auf der Plattform X besorgt über die Sicherheit von Politikern. «Eines muss klar sein: Ein Angriff auf einen Politiker ist ein Angriff auf uns alle», schrieb sie dort. Die Ministerin kündigte an, nach der Sitzungspause des Parlaments über Massnahmen zur Stärkung des Schutzes derjenigen berichten zu wollen, die sich für ein öffentliches Amt entschieden hätten. (sda/dpa)

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