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Naher Osten: Ein Krieg zwischen USA und dem Iran wird wahrscheinlicher

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Die USA haben in den vergangenen Wochen ihre militärische Präsenz im Nahen Osten unter anderem mit dem Flugzeugträger «USS Abraham Lincoln» deutlich verstärkt.Bild: EPA

Gewaltiges Waffen-Arsenal im Nahen Osten: Zeichen zwischen USA und Iran stehen auf Krieg

19.02.2026, 13:0319.02.2026, 13:06

Nach den jüngsten Atomverhandlungen zwischen den USA und dem Iran häufen sich Hinweise auf einen möglicherweise bald bevorstehenden Krieg. Angesprochen auf Abwägungen von US-Präsident Donald Trump zu einem möglichen militärischen Vorgehen gegen den Iran sagte US-Regierungssprecherin Karoline Leavitt, es gebe viele Argumente, die man für einen Angriff anbringen könnte. Zugleich bekräftigte sie aber, dass Diplomatie immer die erste Wahl Trumps sei. Für den Iran wäre es «sehr klug», ein Abkommen mit dem US-Präsidenten zu treffen, sagte Leavitt.

Das sind die neusten Entwicklungen.

Berichte über möglichen Kriegsbeginn

Der US-Sender CBS News zitierte informierte Quellen, wonach ranghohe nationale Sicherheitsbeamte Trump mitgeteilt hätten, dass das Militär bereit sei, bereits am Samstag Angriffe auf den Iran durchzuführen. Trump habe aber noch keine endgültige Entscheidung über einen möglichen Angriff getroffen. Das Weisse Haus wäge derzeit die «Risiken einer Eskalation und die politischen und militärischen Folgen einer Zurückhaltung» ab, berichtete der Sender.

Das US-Nachrichtenportal «Axios» zitierte ebenfalls namentlich nicht genannte Quellen, wonach die US-Regierung näher vor einem grossen Krieg stehe, als den meisten Amerikanern bewusst sei. Er könne schon «sehr bald» beginnen und würde «dramatische Auswirkungen» auf die gesamte Region haben, hiess es. Auch in israelischen Medien wird über eine mögliche militärische Konfrontation zwischen den USA und dem Iran spekuliert, die demnach schon in den nächsten Tagen beginnen könne und wohl mehrere Wochen dauern würde.

Skepsis nach Verhandlungen bleibt gross

Am Dienstag hatte es in Genf eine zweite Runde an Verhandlungen zwischen Washington und Teheran unter anderem über Irans umstrittenes Atomprogramm gegeben. Der Iran dämpfte danach die Hoffnung auf einen raschen Durchbruch. Aussenminister Abbas Araghtschi sagte, der Weg zu einer Einigung habe begonnen. Aus US-Regierungskreisen hiess es, es seien zwar Fortschritte erzielt worden, es gebe aber noch viele Details zu klären.

Ein ranghoher US-Beamter sagte, die iranische Seite wolle in den kommenden zwei Wochen mit «detaillierten Vorschlägen zurückkommen, um einige der offenen Differenzen zwischen unseren Positionen zu klären». Die USA wollen verhindern, dass die Führung in Teheran in den Besitz von Atomwaffen gelangt. Irans Regierung zeigt sich bereit, ihr Nuklearprogramm zu begrenzen, fordert im Gegenzug jedoch die Aufhebung harter Wirtschaftssanktionen. Andere Themen wie eine Begrenzung seines Raketenprogramms schliesst Teheran bislang aus.

Bericht: Auch der Iran bereitet sich auf möglichen Krieg vor

Die iranische Führung strebe ein Atomabkommen mit den USA an, bereite sich jedoch gleichzeitig eilig auf einen Krieg vor, falls die Verhandlungen zwischen den beiden Ländern scheitern sollten, berichtete das «Wall Street Journal». Teheran verstärke das Militär, diversifiziere Entscheidungsbefugnisse, befestige die Atomanlagen und gehe verstärkt gegen Abweichler im eigenen Land vor. Die Massnahmen spiegelten die Überzeugung der iranischen Führung wider, dass das Überleben des Machtapparates selbst auf dem Spiel steht, hiess es.

Die USA haben in den vergangenen Wochen ihre militärische Präsenz im Nahen Osten unter anderem mit dem Flugzeugträger «USS Abraham Lincoln» deutlich verstärkt. Inzwischen wurde ein zweiter Flugzeugträger in die Region entsandt. Auch weitere Kriegsschiffe, Luftabwehrsysteme und Jagdgeschwader befinden sich nach Informationen der US-Zeitung «Wall Street Journal» bereits in der Golfregion. Laut «Axios» transportierte das US-Militär auf mehr als 150 Flügen Waffensysteme und Munition in den Nahen Osten. Zudem seien alleine in den vergangenen 24 Stunden weitere 50 Kampfflugzeuge dorthin aufgebrochen.

This handout image from the U.S. Navy shows an EA-18G Growler landing on the flight deck of the Nimitz-class aircraft carrier USS Abraham Lincoln in the Indian Ocean on Jan. 23, 2026. (Mass Communicat ...
Alleine in den vergangenen 24 Stunden wurden weitere 50 US-Kampfflugzeuge in den Nahen Osten verlegt.Bild: keystone

Laut «Wall Street Journal» ist es die grösste Ansammlung von US-Luftstreitkräften im Nahen Osten seit dem Irak-Krieg 2003. Diesen hatten britische und amerikanische Streitkräfte damals mit der Luftoffensive «Angst und Schrecken» (Shock and awe) begonnen. Der Krieg, der mehr als acht Jahre dauerte, wirkte sich sehr destabilisierend auf den Irak aus.

Sollte es zum Krieg kommen, dürften die USA wieder gemeinsam mit dem Verbündeten Israel vorgehen, zitierten «Axios» und der US-Sender CNN informierte Quellen. Ein militärisches Vorgehen würde dabei umfangreicher sein als der von Israel geführte zwölftägige Krieg gegen den Erzfeind im Juni 2025, dem sich die USA angeschlossen hatten, hiess es. Israels Angriff erfolgte damals nur einen Tag vor einer geplanten Runde weiterer Verhandlungen zwischen Washington und Teheran über Irans Atomprogramm. Das US-Militär schloss sich knapp eine Woche später Israel an und bombardierte Irans Atomanlagen.

Bericht: Israel erhöht Alarmbereitschaft

Der Iran reagierte damals mit massivem Raketenbeschuss israelischer Städte, darunter auch Tel Aviv. Israel habe jetzt erneut seine Alarmbereitschaft erhöht und verstärke seine militärischen Vorbereitungen angesichts zunehmender Anzeichen für einen möglichen gemeinsamen Angriff der USA und Israels auf den Iran in den kommenden Tagen, zitierte CNN zwei israelische Quellen. Sollte es wirklich dazu kommen, könnte es die folgenreichste US-Militärintervention im Nahen Osten seit mindestens einem Jahrzehnt sein, schrieb «Axios».

Rubio nächste Woche in Israel erwartet

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US-Aussenminister Marco Rubio.Bild: keystone

US-Aussenminister Marco Rubio will am 28. Februar zu Gesprächen mit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu nach Israel reisen, teilte ein ranghoher US-Beamter der Deutschen Presse-Agentur mit. Details zu den geplanten Gesprächsinhalten wurden zunächst nicht genannt. Erst vergangene Woche hatte sich Netanjahu mit US-Präsident Trump in Washington getroffen.

Trump hatte dabei nach eigenen Worten darauf «bestanden», dass die Verhandlungen mit Teheran weitergeführt werden, um herauszufinden, ob ein Deal möglich sei. Israel warnt jedoch schon seit langem vor einem Abkommen mit dem Iran, das sich nur auf das Atomprogramm des Landes beschränkt. Der jüdische Staat fordert, dass der Erzfeind auch das Arsenal ballistischer Raketen und die Unterstützung seiner Verbündeten in der Region herunterfährt.

Israels Präsident hofft auf Machtwechsel im Iran

Aus Sicht Israels bedroht der Iran mit seinen möglichen Plänen, atomare Waffen herzustellen, die Existenz des jüdischen Staates. Teheran bestreitet, solche Ziele zu verfolgen. Israels Präsident Izchak Herzog hofft nach eigenen Worten auf ein Ende der gegenwärtigen Führung der Islamischen Republik und ihrer Verbündeten. Dazu zählen die palästinensische Terrororganisation Hamas im Gazastreifen, die Hisbollah-Miliz im Libanon und die Huthi-Miliz im Jemen.

«Ich hoffe und bete aufrichtig, dass diese Herrschaft des Terrors endet und wir eine andere Ära im Nahen Osten erleben werden – eine, in der all diese Stellvertreter verschwunden sind und es eine andere Zukunft für die Kinder des Nahen Ostens gibt», sagte Israels Präsident nach Angaben seines Büros. (sda/dpa/ome)

Iranische und russische Marine üben im Golf von Oman
Iran und Russland führen ein gemeinsames Marinemanöver vor der Küste der Islamischen Republik durch – im strategisch wichtigen Golf von Oman und dem angrenzenden nördlichen Indischen Ozean. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Isna sind neben den russischen und iranischen Marineeinheiten auch die Revolutionsgarden (IRGC) beteiligt. Vor dem Hintergrund wachsender Spannungen in der Region erhält das Manöver zusätzliche Brisanz. Die USA haben zuletzt wiederholt einen militärischen Einsatz gegen den Iran ins Gespräch gebracht. Die Revolutionsgarden hatten bereits am Montag ein Militärmanöver in der nordwestlich gelegenen Strasse von Hormus abgehalten und dabei Raketen auf Ziele im Persischen Golf abgefeuert. Damit sollte die Einsatzbereitschaft der IRGC im Falle eines möglichen US‐Angriffs demonstriert werden. Teile der Meerenge wurden Anfang der Woche aus Sicherheitsgründen für mehrere Stunden für den Schiffsverkehr gesperrt. Die Strasse von Hormus gilt als eine der wichtigsten internationalen Schifffahrtsrouten, über die mehr als 20 Prozent der weltweiten Öllieferungen transportiert werden.

Mehr zur einem möglichen US-Krieg mit dem Iran:

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Iran-Proteste 2026
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Ende Dezember begannen Proteste in Iran. Die Aufnahme zeigt Teheran am 9. Januar.

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Die beliebtesten Kommentare
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Meierli
19.02.2026 13:57registriert November 2019
Polen hat heute alle Landsleute aufgefordert den Iran sofort zu verlassen. Man befürchte, dass dies innert "wenigen dutzend Stunden" nicht mehr möglich sein werde.

Und die USA haben heute weitere 12 Tankflugzeuge und 4 AWACS in den Nahen Osten verlegt. Damit sind es über 50 bzw. genau 6 davon in der Region.
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Diego de la Vega
19.02.2026 14:35registriert Februar 2026
Das ist eine düstere, aber geopolitisch erschreckend logische Zusammenfassung der Lage. Was wir hier beobachten, ist das klassische „Maximum Pressure“-Szenario, das über die reine Diplomatie längst hinausgewachsen ist. Wenn 150 Flüge mit Waffensystemen und 50 zusätzliche Kampfjets innerhalb von 24 Stunden eintreffen, dann ist das kein Verhandlungstisch mehr, sondern ein Belagerungszustand.
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arivle
19.02.2026 13:47registriert September 2021
Die Iraner, die ihre Schreckensherrschaft loswerden wollen, begrüssen eine militärische Intervention. Sie wissen leibhaftig warum! Und solange Trump nicht von anderen wieder beschwatzt wird, soll er das tun. Schnell und präzise.
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