International
Iran

Opposition warnt vor neuem Krieg mit Iran unter Netanjahu

Opposition warnt vor neuem Krieg mit Iran unter Netanjahu

01.11.2026, 09:5301.11.2026, 11:11

Der israelische Oppositionspolitiker Jair Golan hat eindringlich vor einem neuen Krieg mit Iran unter der Führung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu gewarnt. Netanjahu fehle das Vertrauen der Öffentlichkeit, um eine solche militärische Auseinandersetzung zu führen, schrieb der Vorsitzende der linksliberalen Demokraten auf der Plattform X und forderte die rasche Bildung einer alternativen Regierung.

epa13056732 Leader of Israel's Democrats party, Yair Golan, delivers an address during his weekly party faction meeting at the Knesset, the Israeli parliament, in Jerusalem, 22 June 2026. EPA/ABI ...
Der israelische Oppositionspolitiker Jair Golan.Bild: keystone

Die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Konfrontation mit dem Iran steige, schrieb Golan weiter. Israel befinde sich inzwischen in einer Situation wiederkehrender militärischer Konfrontationen mit dem Iran. Israels Sicherheit dürfe nicht zum «Werkzeug in Netanjahus Kampf um sein politisches Überleben» werden.

Bericht über Telefonat zwischen Trump und Netanjahu

Das «Wall Street Journal» berichtete, Netanjahu habe am Samstag mit US-Präsident Donald Trump telefoniert. Das Telefonat habe vor dem Hintergrund von Vorbereitungen der USA auf eine Wiederaufnahme von Bombardierungen im Iran stattgefunden. Schon seit längerem wird darüber spekuliert, dass das US-Militär gemeinsam mit Israels Streitkräften nach den Zwischenwahlen in den USA am 3. November wieder im Iran angreifen könnte.

epaselect epa13330772 Rappelling workers hang a large-scale Likud Party election billboard featuring Israeli Prime Minister Benjamin Netanyahu (L) with US President Donald Trump and fighter jets, in T ...
Ein Wahlplakat der israelischen Likud-Partei, auf dem Netanjahu zusammen mit Trump und Kampfflugzeugen zu sehen ist.Bild: keystone

Die Parlamentswahl am 27. Oktober in Israel hat zu einer Patt-Situation geführt. Netanjahus rechtskonservative Likud-Partei und sein Block liegen zwar vor dem gegnerischen Lager, beide haben jedoch keine klare Mehrheit für die Bildung einer Regierung. Daher wird erwartet, dass Israel nun langwierige Koalitionsverhandlungen und möglicherweise eine weitere Parlamentswahl bevorstehen, falls es keine Einigung geben sollte.

Staatspräsident fordert Offenheit für «kreative Lösungen»

Staatspräsident Izchak Herzog beginnt am Mittwoch mit den Konsultationen zur Regierungsbildung. Anschliessend muss er auf Grundlage der Empfehlungen der Parteivorsitzenden entscheiden, wem er den Auftrag zur Regierungsbildung erteilt.

Vor der Wahl seien die verschiedenen Kandidaten «auf hohe Bäume geklettert», sagte Herzog nach Angaben seines Büros bei einer Ansprache. Jetzt sei es an der Zeit, wieder auf den Boden der Tatsachen zurückzukehren. Die Politiker sollten Offenheit zeigen und nach «kreativen Lösungen» suchen, um eine weitere Parlamentswahl zu verhindern, appellierte er. (hkl/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Etliche verlassen vor Netanjahus UN-Rede den Saal
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
So viel mehr geben die Republikaner im Wahl-Endspurt für Werbung aus
Im Endspurt vor den US-Midterms fliesst eine gewaltige Summe in politische Werbung. Dabei geben die Republikaner derzeit deutlich mehr aus als die Demokraten.
Allein zwischen dem 23. und 29. Oktober investierten republikanische Kandidaten und ihnen nahestehende Gruppen rund 305 Millionen Dollar in Werbung für umkämpfte Senats-, Repräsentantenhaus- und Gouverneurswahlen. Auf demokratischer Seite waren es rund 256 Millionen Dollar, wie eine Auswertung der «Washington Post» auf Basis von Daten des Analyseunternehmens AdImpact zeigt. Seit Anfang September lagen die Republikaner demnach in jeder Woche bei den Werbeausgaben vor den Demokraten.
Zur Story