Pakistan sagt: USA und Iran haben sich auf Frieden verständigt
«Wir können bestätigen, dass ein endgültiger, von allen Seiten abgestimmter Text des Friedensabkommens erreicht wurde», schrieb Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif auf X. Pakistan arbeite nun eng mit beiden Seiten zusammen, um die nächsten Schritte zu finalisieren.
Die Schweiz hat sich als Ort für die Unterzeichnung einer Absichtserklärung zwischen den USA und dem Iran angeboten. Dies, sofern sich beide Seiten darauf einigen sollten, teilte das Aussendepartement in Bern am Freitagabend der Nachrichtenagentur Keystone-SDA auf Anfrage mit. Man stehe mit beiden Ländern in engem Kontakt.
Zuvor hatte der pakistanische Aussenminister Ishaq Dar auf X geschrieben, er habe mit Bundesrat Ignazio Cassis telefoniert:
Deputy Prime Minister / Foreign Minister Senator Mohammad Ishaq Dar @MIshaqDar50 spoke this evening with Swiss Foreign Minister Ignazio Cassis @IgnazioCassis.
— Ministry of Foreign Affairs - Pakistan (@ForeignOfficePk) June 12, 2026
The two leaders exchanged views on the regional situation and welcomed the encouraging progress toward an understanding… pic.twitter.com/S1vYTZcRsJ
US-Präsident Donald Trump hatte bereits am Donnerstag erneut Hoffnungen geweckt, dass es in den bislang zähen Bemühungen um ein Rahmenabkommen im Iran-Krieg einen Durchbruch geben könnte.
Die Dokumente sollten in Kürze fertiggestellt und vielleicht schon an diesem Wochenende in Europa unterzeichnet werden. Ein solches Rahmenabkommen würde dann zunächst vertiefte Verhandlungen um ein mögliches Ende des Kriegs nach sich ziehen.
Für einen Frieden mit den USA verzichtet Iran auf die Weiterführung seines Atom-Programms. Das berichten am Freitagabend mehrere Medien übereinstimmend.
CNN stützt sich auf die Berichte eines Diplomaten, eines Regierunsmitarbeiters sowie iranische Medien. Demnach sehe das Friedensabkommen drei wesentliche Punkte vor:
- Die Strasse von Hormuz soll wieder öffnen. Dem Iran soll es nicht weiter erlaubt sein, Durchfahrtszölle zu erheben. Gemäss iranischen Medien habe der Iran dafür darauf bestanden, die Kontrolle über den Schiffsverkehr durch die Strasse zu behalten.
- Der Iran verzichtet auf die Weiterführung seines Atom-Programms. Das sei die Forderung der USA-Regierung gewesen. Der Iran entspreche dieser, indem er alles verbleibende nukleare Material vernichte und entsorge. Im Kontrast dazu sprechen iranische Medien bloss davon, dass es zu einer 60-tägigen Verhandlungsphase im Nachgang der Unterzeichnung des Abkommens kommen werde.
- Iranische Konten bleiben eingefroren, bis der Iran die verhandelten Punkte des Übereinkommens umgesetzt hat.
Zudem dürfe der Iran keine terroristischen Gruppen mehr finanzieren. Teil der Verabredungen soll demnach auch sein, die territoriale Souveränität des Irans zu respektieren. Die US-Seite setzt auf ein Gesamtpaket, das der Libanon, Israel und die Golfstaaten mittragen könnten. In welcher Zeit die angepeilten Ziele erreicht werden sollen, blieb unklar.
Gemäss dem pakistanischen Ministerpräsidenten Shehbaz Sharif sollen die USA und der Iran sich auf einen finalen Text geeinigt haben. «Frieden war nie näher», schrieb Sharif auf X.
Die US-Regierung wollte die pakistanischen Meldungen nicht bestätigen. Über die letzten Wochen hinweg habe man grosse Erfolg erzielt, äusserte sich ein Regierungsmitarbeiter vor US-Journalisten.
Ein Rahmenabkommen wäre ein wichtiger Meilenstein für ein Ende des Kriegs, den die USA und Israel am 28. Februar gegen den Iran begonnen hatten.
Anfang April einigten sich die Staaten auf eine Waffenruhe. Es folgten Friedensgespräche in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad. Einen Durchbruch gab es damals jedoch nicht. Der Konflikt drohte zwischenzeitlich immer wieder neu zu eskalieren.
Update folgt...
(sda/dpa/her)
