«Geheime Mission»: USA haben laut Trump zahlreiche Schiffe durch Hormus-Strasse geschleust
Er habe dies im vergangenen Monat angeordnet, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social, ohne genauere Angaben zu der Unterstützung zu machen.
«Heute freue ich mich, bekannt zu geben, dass diese Bemühungen dazu geführt haben, dass mehr als 100 MILLIONEN Barrel Öl die Strasse durchquert haben und auf den freien Markt gelangt sind», schrieb er. Nach Angaben der Internationalen Energieagentur wurden im vergangenen Jahr pro Tag im Schnitt 20 Millionen Barrel an Rohöl und Ölprodukten durch die Meerenge transportiert.
Trump schrieb weiter, dass mehr als 200 Handelsschiffe die Meerenge sicher durchquert hätten. Eine unabhängige Bestätigung für seine Angaben gab es zunächst nicht. Zuvor hatte der Präsident im Weissen Haus bereits vor Reportern vage von dem US-Vorgehen gesprochen und gesagt, dass er nun offen darüber reden könne, weil der Iran es herausgefunden habe.
Bericht: Schiffe schalteten Transponder aus
Die «New York Times» hatte bereits vor etwa anderthalb Wochen unter Berufung auf US-Beamte berichtet, dass US-Streitkräfte dabei geholfen hätten, die Durchfahrt Dutzender Handelsschiffe durch die Strasse von Hormus zu koordinieren. In dem Bericht war von etwa 70 Schiffen in den zum damaligen Zeitpunkt zurückliegenden drei Wochen die Rede. Die meisten Schiffe hätten ihre Transponder ausgeschaltet, um bei der Durchfahrt nicht entdeckt zu werden, zitierte die Zeitung US-Beamte.
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth sagte nun bei einem Besuch eines Militärstützpunkts in Florida, das «Projekt Freiheit» sei nie gestoppt, sondern im Verborgenen weitergeführt worden. Die USA hatten diese Initiative Anfang vergangenen Monats gestartet, um die Strasse von Hormus wieder für den Schiffsverkehr zu öffnen. Kurz darauf verkündete Trump aber überraschend, den US-Einsatz für eine sichere Durchfahrt von Schiffen durch die Meerenge «für kurze Zeit» auszusetzen.
Strasse von Hormus ist zentraler Streitpunkt
Trump stellte in seinem Post nun keinen namentlichen Bezug zu der Initiative her. Mit Blick auf die nach seiner Darstellung verdeckte US-Mission behauptete er: «Dieser überaus erfolgreiche Einsatz ist darauf zurückzuführen, dass die VEREINIGTEN STAATEN von AMERIKA die Strasse von Hormus KONTROLLIEREN – NICHT der Iran.»
Irans Streitkräfte hatten kurz nach Kriegsbeginn Ende Februar durch Drohungen, Kontrollen und Angriffe auf Schiffe den Schiffsverkehr in der Meerenge weitgehend zum Erliegen gebracht und die Kontrolle über die wichtige Exportroute für sich beansprucht. Die USA reagierten darauf ihrerseits mit einer Blockade iranischer Häfen, um den Iran am Export von Öl zu hindern. Die Strasse von Hormus ist als Exportroute für Dünger, Öl und Flüssiggas für die Weltwirtschaft von grosser Bedeutung. Für die Islamische Republik ist der Ölexport das wichtigste wirtschaftliche Standbein.
Die wirtschaftlichen Folgen des Krieges sind auch in den USA spürbar. Trump hat ein Interesse daran, positive Nachrichten zu vermelden. Die Öffnung der Strasse von Hormus ist eines der zentralen Anliegen seiner Regierung, doch die Verhandlungen über ein Abkommen zur Beendigung des Krieges stecken fest. (sda/dpa)
