Trumps Strategie: Wenn Fox und der Iran gleich skeptisch sind
CNN hat mitgezählt. 38-mal soll Donald Trump in den vergangenen Wochen bereits angekündigt haben, dass ein Ende des Iran-Kriegs kurz bevorstehe. Und ein fertig ausgehandeltes Friedensabkommen unterzeichnet werden könne.
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Zunehmend fällt es aber auch den Anhängern des amerikanischen Präsidenten schwer, diese Beteuerungen zu glauben. «Wir hören das nun schon sehr lange», sagte der «Fox News»-Moderator Jesse Watters am Dienstag, gemeinhin ein Verbündeter Trumps. Er könne mittlerweile nicht mehr beurteilen, was hinter den Ankündigungen des Präsidenten stecke.
Anlass für diese skeptischen Worte: Eine neue Welle von Militärschlägen im Iran – weniger als 24 Stunden, nachdem der Präsident in der Nacht auf Dienstag einmal mehr verkündet hatte, «ein Deal» werde schon bald vorliegen. Die amerikanischen Streitkräfte griffen in mehreren Wellen militärische Anlagen in der Nähe der Strasse von Hormus an und zerstörten gemäss der «New York Times» iranische Marinestützpunkte und Artillerie-Batterien an fünf Standorten.
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Das war ein «proportionaler und begrenzter» Vergeltungsschlag, nachdem die Iraner Stunden zuvor mit einer Drohne einen Apache-Helikopter der Amerikaner abgeschossen hatten. Den US-Streitkräften gelang es zwar, die beiden Besatzungsmitglieder zu retten – mit Hilfe eines unbemannten Wasserfahrzeugs des Typus Saronic Corsair.
Der iranische Aussenminister droht den USA
Trump kündigte dennoch umgehend Rache für die Aktion der Iraner an. «Es ist sehr wichtig, zu reagieren», sagte der Präsident einem Korrespondenten des Fernsehsenders ABC. Er sei schon immer ein Verfechter der Devise gewesen, dass die Reaktion auf solche Attacken «entschieden» ausfallen müsse.
Aber fast im gleichen Atemzug sagte Trump eben auch:
Das klang, als sei ein Frieden in Nahost in Greifweite. Krieg und Frieden, wie geht das zusammen? Ein anonymer Berater des Präsidenten sagte, dass beides wahr sein könne. Der Präsident wolle den Iranern verdeutlichen, dass die USA keine weiteren Attacken tolerierten. Also habe er einen Vergeltungsschlag genehmigt. Gleichzeitig dauerten die Gespräche über das Kriegsende mit Teheran an. Und ein Durchbruch sei jederzeit möglich.
Die Iraner allerdings zeigten sich ähnlich skeptisch wie der «Fox News»-Kommentator. Aussenminister Abbas Araghchi jedenfalls sagte auf X: «Unsere schlagkräftigen Streitkräfte werden keinen Angriff unbeantwortet lassen.» Diese Drohung richtete sich nicht nur gegen die US-Streitkräfte, sondern auch gegen amerikanische Verbündete in der Region. Tatsächlich kam es sowohl in Kuwait als auch Bahrain zu Angriffen in der Nacht auf Mittwoch (Schweizer Zeit).
Eine Friedenslösung scheint also, mehr als drei Monate nach Kriegsbeginn, immer noch in weiter Ferne zu sein. (aargauerzeitung.ch)
