Heute vor drei Jahren: Israel erinnert an den Hamas-Angriff am 7. Oktober
Präsident Izchak Herzog entzündete um 6.29 Uhr Ortszeit in seiner Residenz in Jerusalem eine Kerze in Erinnerung an die Toten und Verletzten. Um diese Zeit begann der Überfall, bei dem rund 1200 Menschen getötet wurden. «Drei Jahre seit diesem schrecklichen Morgen, drei Jahre Schmerz, Verlust und Erinnerung, die nicht ausgelöscht wird», schrieb er auf der Plattform X.
Am Morgen versammelten sich auch Polizisten an damaligen Kampfstätten im Süden des Landes, darunter in Sderot, um ihrer gefallenen Kolleginnen und Kollegen zu gedenken, wie die Polizei auf X schrieb. Trauernde kamen zudem auf das Gelände des Nova-Musikfestivals in der Nähe des Kibbuz Reim, um ihrer getöteten Angehörigen und Freunden zu gedenken. Bei der zentralen Gedenkfeier am Abend sollen zudem rund 50'000 Menschen in einem Park in Tel Aviv zusammenkommen, wie das israelische Radio berichtete.
Doch am Gedenktag steht die Regierung unter Benjamin Netanjahu in der Kritik. An einem Strand in Tel Aviv wurden beispielsweise 1200 menschliche Figuren ausgelegt, darunter schrieben die Demonstranten auf Hebräisch: «Totalversagen».
Bei dem Überfall am 7. Oktober 2023 wurden auch 251 Menschen als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Nach israelischen Angaben kamen damals rund 6000 Terroristen der islamistischen Hamas und anderer extremistischer Gruppierungen nach Israel. Bei dem auf den Überfall folgenden Krieg wurden nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde im Gazastreifen mehr als 74'000 Palästinenser getötet.
Auswirkungen auch in der Schweiz spürbar
Seit den Anschlägen vom 7. Oktober 2023 hat sich die Sicherheitslage der jüdischen Gemeinschaft in der Schweiz verschlechtert. In der Westschweiz erreichten antisemitische Vorfälle einen neuen Höchststand, wie die Anti-Diffamierungsorganisation Cicad mitteilte.
In der Deutschschweiz, der italienischen und der rätoromanischen Schweiz wurden 2025 gemäss einem Bericht des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebunds (SIG) und der Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus (GRA) 177 antisemitische Vorfälle verzeichnet.
Im Jahr 2025 registrierte die Organisation in der Westschweiz 2438 antisemitische Handlungen, der höchste Stand seit Beginn der Erhebungen im Jahr 2003. Die grosse Mehrheit, 91,8 Prozent, fand im Internet und in den sozialen Netzwerken statt. Bei einem Fünftel der Taten wurde der Holocaust geleugnet.
Dieser Anstieg des Antisemitismus habe sehr konkrete Auswirkungen auf den Alltag. Der sei für einen Teil der jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger «sehr schwierig» geworden, fuhr er fort. Manche Juden verzichteten darauf, religiöse Symbole zu tragen, mieden bestimmte Orte oder verschwiegen ihre Identität – Situationen, die dem Cicad regelmässig gemeldet wurden. (leo/sda/dpa)
Bei dem Überfall am 7. Oktober 2023 wurden rund 1200 Menschen getötet und 251 als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Nach israelischen Angaben kamen damals rund 6000 Terroristen der islamistischen Hamas und anderer extremistischer Gruppierungen nach Israel. Bei dem auf den Überfall folgenden Krieg wurden nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde im Gazastreifen mehr als 74'000 Palästinenser getötet.
Israels Verteidigungsminister Israel Katz hatte am Montag mitgeteilt, dass von den 6000 Terroristen bisher 4000 getötet worden seien. Das Militär sei angewiesen, auch die verbliebenen 2000 zu verfolgen und zu töten. (sda)
