Schweizerinnen entscheiden sich gegen Protestaktionen im Spiel gegen Israel
Für die Schweiz geht es am Freitag um viel: Die Nationalspielerinnen wollen sich mit einem Sieg im Hinspiel gegen Israel eine gute Ausgangslage für das Rückspiel und das Weiterkommen in der WM-Qualifikation sichern. Doch vor der Partie sorgt etwas anderes für Gesprächsstoff. Nämlich, dass der Schweizer Gegner Israel heisst.
In der Nations League der Männer kam es jüngst im Spiel zwischen Irland und Israel zu Protestaktionen. Die Iren trugen schwarze Armbinden, um den Opfern des Gaza-Kriegs zu gedenken. Bei der israelischen Hymne hielten sie ihre Köpfe gesenkt, auch auf das klassische Abklatschen der Spieler verzichteten die Iren. Ersatzgoalie Gavin Bazunu boykottierte die Partie.
Kein Protest auf dem Spielfeld
Zu ähnlichen Aktionen wird es am Freitag nicht kommen. Das Captain-Team mit Lia Wälti, Noelle Maritz, Ana-Maria Crnogorcevic und Géraldine Reuteler besprach sich mit Johan Djourou, Rafel Navarro und Marion Daube. «Es war konstruktiv. Wir haben einige Punkte angesprochen und werden diese nun nochmals mit dem ganzen Team anschauen», sagte Maritz am Dienstagnachmittag.
Von Verbandsseite sei es der Wunsch gewesen, dass es während dem Spieltag auf dem Platz keine Aktion gibt. Das sähen auch die Spielerinnen so, führte Sven Micossé, der Kommunikationsverantwortliche des Frauen-Nationalteams, aus. In welcher Form man sonst etwas machen möchte, werde nochmals besprochen.
Und: Einzelne Spielerinnen dürften die Partie boykottieren, wie der Technische Leiter Djourou am Montag sagte. Bisher sei aber diesbezüglich noch niemand auf den Staff zugekommen, so Micossé. Das Spiel gesamthaft zu boykottieren, sei nie geplant gewesen.
Der Sport im Fokus
Dennoch beschäftigt die Situation. «Wir sehen auch, was auf der Welt passiert. In einer solchen Situation muss man die sportliche und die politische Seite sehen», sagt Maritz. «Wir haben das klare Ziel, uns für die WM zu qualifizieren. Jetzt haben wir dieses Los gekriegt.» Trotz des Kontexts hinter dem Spiel müsse man sich auf das Sportliche konzentrieren.
Das findet auch Djourou, der bereits am Montag sagte: «Für mich persönlich ist es immer sehr schwierig wenn ich sehe, was mit den Kindern und den Familien passiert.» Während seiner Aktiv-Karriere habe er seine Gegner schon immer respektiert, denn er trete nicht dem Land, sondern Spielern gegenüber. «Ich bin nicht für Krieg, ich bin immer für Frieden. Ich werde meine Augen nicht zumachen. Aber jetzt müssen wir das Spiel gewinnen, uns auf Fussball konzentrieren und die Spielerinnen von Israel respektieren.» (nih/sda)
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