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Israels Regierung erkennt Völkermord an Armeniern an

Israels Regierung erkennt Völkermord an Armeniern an

28.06.2026, 14:2928.06.2026, 14:29

Die israelische Regierung hat den Völkermord an den Armeniern vor mehr als 110 Jahren anerkannt. Das Kabinett habe einen entsprechenden Vorschlag des Aussenministers Gideon Saar einstimmig angenommen, teilte ein Sprecher Saars mit. «Es ist niemals zu spät, das Richtige zu tun», sagte der Aussenminister demnach.

epa12977213 Israeli Foreign Minister Gideon Saar attends a joint press conference with the Czech foreign minister following their meeting at the Czernin Palace in Prague, Czech Republic, 20 May 2026.  ...
Der Vorschlag kam vom israelischen Aussenminister Gideon Saar.Bild: keystone

Im vergangenen Jahr hatte bereits Benjamin Netanjahu in einem Interview als erster Regierungschef Israels den Völkermord anerkannt.

Rund 1,5 Millionen Armenier starben 1915 und 1916 – im Ersten Weltkrieg – nach Forschungen von Historikern durch die systematischen Tötungen im Osmanischen Reich. Die Türkei als Rechtsnachfolgerin weist den Begriff Genozid, also die gezielte Auslöschung des armenischen Volkes mit systematischen Tötungsmethoden, zurück. Zugegeben werden Massaker an 300'000 bis 500'000 Menschen.

Lange Zurückhaltung wegen Beziehungen zur Türkei

Israel hatte eine offizielle Anerkennung lange vermieden. Es gab verschiedene Vorstösse im Parlament, die aber nie in einer formellen Abstimmung endeten.

Als Grund für die Zurückhaltung galt Rücksichtnahme auf die Beziehungen mit der Türkei. Diese haben sich jedoch in den letzten Jahren immer weiter verschlechtert, vor allem vor dem Hintergrund des israelischen Vorgehens gegenüber den Palästinensern. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan warf Israel 2023 einen «Genozid» (Völkermord) im Gazastreifen vor.

Der US-Kongress hatte die Massaker an den Armeniern im Osmanischen Reich während des Ersten Weltkrieges 2019 als Völkermord anerkannt. Der Deutsche Bundestag hatte dies bereits 2016 getan – dies belastete damals die deutsch-türkischen Beziehungen schwer. (hkl/sda/dpa)

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