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Kinder

UN wirft Israel Völkermord vor: 20'000 Kinder im Gazastreifen getötet

Über 20'000 Tote: Israel soll gezielt Kinder im Gazastreifen ins Visier genommen haben

23.06.2026, 14:1323.06.2026, 14:13

Israel hat laut einem neuen UN-Bericht im Gazastreifen und im Westjordanland gezielt Kinder ins Visier genommen. Diese Attacken zählten als Völkermord, als Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen.

Das erklärte eine Untersuchungskommission der Vereinten Nationen. Israel hat die Vorwürfe des Berichts vehement zurückgewiesen.

Laut dem Bericht der Kommission sind seit dem terroristischen Massaker der Hamas und anderer islamistischen Gruppen in Israel im Oktober 2023 bis zum Waffenstillstand vom Oktober 2025 mindestens 20'179 Kinder im Gazastreifen als direkte Folge des militärischen Konflikts getötet worden, darunter mindestens 5031 Kinder bis zum Alter von vier Jahren. Mehr als 44'000 Kinder seien verletzt worden, hiess es. In der UN-Definition zählen als Kinder alle Kinder und Jugendlichen bis zum Alter von 18 Jahren.

UN: Sexuelle Gewalt an Kindern – Israel weist Vorwürfe zurück

Auch nach dem Waffenstillstand würden weiterhin Kinder getötet und schwer verletzt. Die gezielte Tötung von Kindern sei eines der Schlüsselelemente, «das die genozidale Absicht der israelischen Behörden und Sicherheitskräfte belegt, die palästinensische Gruppe im Gazastreifen ganz oder teilweise zu vernichten», so der Bericht der Expertenkommission, die im Auftrag des UN-Menschenrechtsrates tätig ist.

Palästinensische Kinder wurden den UN-Angaben zufolge verhaftet und in israelischen Gefängnissen gefoltert und schwer misshandelt. Obendrein hätten israelische Sicherheitskräfte sexuelle Gewalt gegen Kinder als Teil der kollektiven Beschämung und Unterdrückung eingesetzt.

Israel bezeichnete den Bericht als zutiefst fehlerhafter und einseitig. Das Dokument sei voller Verzerrungen, deren einziger Zweck darin bestehe, eine politisch motivierte antiisraelische Erzählung voranzutreiben. Zehntausende israelische Kinder hätten als Folge des Terrorüberfalls der Hamas zumindest zeitweise umgesiedelt werden müssen, hiess es.

Zerstörte Kindheit laut UN unumkehrbar

«Selbst wenn die Bomben und Waffen im Gazastreifen und im Westjordanland verstummen, werden sich die palästinensischen Kinder nicht über Nacht erholen», sagte Kommissionsvorsitzender Srinivasan Muralidhar. «Die Zerstörung ihrer Gesundheit, Bildung und Entwicklung ist unumkehrbar.»

Israel geht seit dem blutigen Überfall der Hamas im Oktober 2023 gegen die Terrormiliz vor. Bei dem Konflikt im Gazastreifen wurden nach Angaben palästinensischer Gesundheitsbehörden bis Mitte April mehr als 72'000 Menschen getötet. (sda/dpa)

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