Spanische Polizei geht mit Härte gegen Gaza-Aktivisten vor: Israel fordert Erklärung
In Spanien ist die Polizei auf dem Flughafen von Bilbao mit grosser Härte gegen sechs von Israel freigelassene Rückkehrer der Gaza-Hilfsflotte und Unterstützer vorgegangen. Auf Videobildern spanischer Medien war zu sehen, wie Beamte wiederholt mit Schlagstöcken auf bereits auf dem Boden liegende Menschen einschlugen, sie über den Boden schleiften und die Arme hinter dem Rücken mit Handschellen fixierten. Spanische Medien zeigten sich überrascht von den Bildern, da es in der Bevölkerung viel Sympathie mit der Gaza-Hilfsflotte und den Palästinensern gibt.
Polizei im Baskenland will Vorgehen untersuchen
Was die Gewalt auslöste, war zunächst unklar. Die baskische Polizei Ertzaintza kündigte umgehend eine Untersuchung an, ob das Vorgehen der Beamten den geltenden Vorschriften entsprach. Zwei Rückkehrer und zwei Unterstützer wurden demnach wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt festgenommen, drei von ihnen wurden nach Polizeiangaben kurz darauf wieder freigelassen.
Israels Aussenministerium schrieb in einem Post auf X, man fordere eine Erklärung der spanischen Regierung zu dem harten Polizeieinsatz gegen die Aktivisten. Israel wurden zuvor durch Teilnehmer der Hilfsflotte selbst gewaltsame Übergriffe vorgeworfen.
We demand an explanation from the Spanish government regarding its treatment of the flotilla anarchists pic.twitter.com/k2bbkKq7tm
— Israel Foreign Ministry (@IsraelMFA) May 23, 2026
Aktivisten berichteten über Misshandlungen durch Israel
Mehrere Mitglieder der Hilfsflotte, darunter auch Deutsche, haben von Misshandlungen, Prügel, Übergriffen und Folter durch israelische Sicherheitskräfte berichtet, nachdem sie in internationalen Gewässern von der israelischen Armee festgenommen worden waren. Das Auswärtige Amt hatte am Freitag bestätigt, dass Aktivisten aus Deutschland verletzt wurden. Ein Sprecher bekräftigte die Kritik der Bundesregierung an einer «erniedrigenden Behandlung» der Festgenommenen in Israel. Israel hat die Vorwürfe zurückgewiesen.
Rund 430 Aktivisten mit mehr als 50 Booten wollten die Seeblockade des Gazastreifens durchbrechen, um nach eigenen Angaben Hilfsgüter für die Palästinenser in den Gazastreifen zu bringen. Das israelische Aussenministerium sprach von einer «PR-Aktion im Dienste der Hamas». (sda/dpa)
