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Gaza-Flottille in Israel: Schweizer Aktivistin berichtet vom Erlebten

Une Romande raconte l'enfer qu'elle a vécu en Israël .
Anne Rochat, eine Schweizer Überlebende der Gaza-Flottille.bild: montage watson

«Bild der Hölle»: So erlebte eine Schweizerin die von Ben-Gvir gezeigten Erniedrigungen

Bei der Abfangaktion der Gaza-Flottille berichtet die Schweizerin Anne Rochat, in Israel mehrere Tage lang Gewalt, Demütigungen und Drohungen erlitten zu haben.
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22.05.2026, 14:3322.05.2026, 16:13

Nach vier Tagen, in welchen sie von der Aussenwelt abgeschnitten war, berichtete die Schweizerin Anne Rochat am Donnerstagabend in der RTS-Sendung Forum. Sie schilderte die Hölle und die Gewalt, die die Mitglieder der «Global Sumud Flotilla» («sumud» bedeutet auf Arabisch «Resilienz») in Israel erlebt haben.

In der Türkei an Bord gekommen, wollten rund 430 Aktivistinnen und Aktivisten auf etwa 50 Booten mit der Gaza-Flottille auf die humanitäre Lage im Gazastreifen aufmerksam machen, der nach mehr als zwei Jahren Krieg verwüstet ist, und die von Israel verhängte Seeblockade durchbrechen. Die Flottille wurde am Montag von der israelischen Armee im Mittelmeer südwestlich von Zypern gestoppt.

Übersetzung

Dieser Text wurde von unseren Kolleginnen und Kollegen aus der Romandie geschrieben, wir haben ihn für euch übersetzt.

Die Festnahme

Nach der Abfangaktion durch Israel seien die Aktivisten zunächst in ein Gefängnisschiff gebracht worden. «Da begann die Hölle», erzählt die Lausanner Künstlerin Anne Rochat am Donnerstagabend aus Istanbul im RTS-Radio: «Wir verbrachten zwei Tage und drei Nächte dort.» Sie fährt fort:

«Man kommt aufs Schiff, sie drehen einem die Arme auf den Rücken, drücken einen zu Boden, spucken einem ins Gesicht, schütten Wasser über einen – manche wurden zu Boden geworfen und ihnen wurden Rippen gebrochen.»

Später seien die Aktivistinnen und Aktivisten kontrolliert und durchsucht worden. Die Westschweizerin berichtet von der Überprüfung ihres Reisepasses. Sie sagt, sie sei durchsucht und von einem Mann festgehalten worden:

«Er berührte mich am ganzen Körper.»

Nach der Passkontrolle seien die Aktivisten in einer Halle gelandet, in der es laut der Vertreterin der Schweizer Delegation der Flottille nur eine Toilette für 200 Personen gab:

«In diesen Containern schiessen sie Gummigeschosse auf einen. Jede Stunde passiert etwas Neues.»

Sie erzählt, dass es während dieser drei Tage etwa vierzig Verdachtsfälle von Arm- oder Rippenbrüchen gegeben haben soll. Die Schweizerin fährt fort:

«Es haben sich zwölf Personen gemeldet, um von sexuellem Missbrauch zu berichten.»

Rund zehn Gefangene sollen laut Anne Rochat mit Elektroschockern und Gummigeschossen verletzt worden sein.

Morddrohungen und Vergewaltigungen

«Als wir an Land kamen, setzten sich die Gewalt und Einschüchterungen fort», fügte die Schweizerin bei RTS hinzu. Die Aktivistinnen und Aktivisten verbrachten den Tag auf den Knien. Die Bilder davon gehen seit Mittwoch um die Welt.

An diesem Tag sorgte der israelische Innenminister für innere Sicherheit, der rechtsextreme Itamar Ben-Gvir, international und auch innerhalb seiner Regierung für Empörung, indem er ein Video dieser Übergriffe auf die Gefangenen veröffentlichte.

Israelischer Polizeiminister Ben-Gvir provoziert auf X mit Erniedrigung von Gaza-Hilfsflotte-Aktivisten.Video: watson/lucas zollinger

Die Schweizerin bestätigt: «Wir waren dort.» Und sie fährt fort: «Man versucht, sich zu beruhigen, aber sobald man sich bewegt, kann man einen Schlag bekommen, zu Boden gezogen werden oder sogar an den Haaren von einem Ort zum anderen gezerrt werden. Man weiss nie, wo man ist.»

«Das ist wirklich ein Bild der Hölle.»

Anschliessend hätten einige Aktivisten Anwälte sehen können, bevor ein Bus sie «im völligen Dunkel» zur Haftanstalt Ktziot gebracht habe, so die Lausannerin. Dort berichtet Anne Rochat von Einschüchterungen durch israelische Soldaten, von Todes- und Vergewaltigungsdrohungen in den letzten 24 Stunden.

Es ist nicht das erste Mal, dass Anne Rochat diese Erfahrung macht. Sie war bereits bei einem früheren Versuch, nach Gaza zu gelangen, von der israelischen Armee festgenommen worden – auf einer anderen Flottille. Die Lausanner Künstlerin betont jedoch, dass sie handeln müsse, auch wenn ihr bewusst sei, dass «es symbolisch bleibt».

Weitere betroffene Schweizer

Laut dem Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten nahmen acht Schweizerinnen und Schweizer an der Expedition teil. Sie wurden in die Türkei zurückgeführt. Am Dienstagabend zeigte eine Instagram-Nachricht von Global Sumud Switzerland insgesamt sieben Schweizer, die alle festgenommen worden sein sollen. Ursprünglich gehörten neun zur Expedition, doch zwei entschieden sich, «nach den Angriffen vor der Küste Griechenlands» nicht weiterzumachen.

Die Lausanner Künstlerin Anne Rochat und die Sittener Generalrätin Marie Morard gehörten unter anderem zu den Schweizerinnen, die auf See abgefangen wurden. Der Sittener Gemeinderat zeigte sich am Donnerstag besorgt über die Haftbedingungen der Walliser Politikerin. In einer Mitteilung forderte Sitten die Schweizer Behörden als Hüter der Genfer Konventionen auf, mit grösster Nachdrücklichkeit bei den israelischen Behörden einzuschreiten, um die Achtung der Menschenwürde sicherzustellen.

Israel hatte die aus mehr als 50 Booten bestehende Gaza-Hilfsflotte Anfang der Woche in internationalen Gewässern bei Zypern gestoppt. Rund 430 Aktivisten wollten die Seeblockade des Gazastreifens durchbrechen. Das israelische Aussenministerium sprach von einer «PR-Aktion im Dienste der Hamas». (jah/ats)

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169 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Gartenlady
22.05.2026 14:43registriert März 2026
Und jetzt bedenkt das es den palästinensischen Gefangenen noch hundert mal schlimmer geht.
Und die Welt schaut zu…
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Alex23
22.05.2026 15:21registriert Februar 2015
Ich staune, wie viele hier mit dem Satz antreten: Ja was hat sie denn erwartet? Ganz so, als wenn die Tatsache, dass mit dieser Behandlung zu rechnen ist, eine solche rechtfertigen würde.
Nein, Leute! Selbst wenn es sich bei den Festgenommenen um „Kriegsgefangene“ handeln würde, was sie nicht sind, so gibt es auch da einen Verhaltenskodex. Israel, das sich gerne rühmt, in Sachen Rechtsstaatlichkeit seinen arabischen Nachbarn überlegen zu sein, müsste es eigentlich besser wissen. Eigentlich … Aber davon sind wir längst weit entfernt.
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petitcycliste
22.05.2026 15:48registriert September 2023
Wieso steht in der Bildbeschreibung "Schweizer Überlebende"? Gab es welche, die es nicht überlebt haben?
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