International
Israel

Israel teilt Libanon in Zonen auf

Israel teilt Südlibanon in drei Zonen auf

19.04.2026, 15:4919.04.2026, 15:49

Die israelische Armee hat den weiter von ihr kontrollierten Südlibanon laut einem Medienbericht nach der Waffenruhe in drei Abschnitte unterteilt, in denen sie aktiv ist. Die sogenannte rote Linie bezeichne die erste Reihe von Dörfern direkt an der israelisch-libanesischen Grenze, berichtete die israelische Zeitung «Jediot Achronot».

Dort seien die meisten Gebäude bereits zerstört, in dem Gebiet hielten sich keine Kämpfer der libanesischen Hisbollah-Miliz mehr auf, in einigen Orten hätten israelische Bodentruppen fest Stellungen bezogen.

Die Armee äusserte sich auf Anfrage zunächst nicht zu dem Bericht. Später veröffentlichte sie lediglich eine Grafik der gesamten sogenannten «Sicherheitszone» nördlich der Grenze.

Bodentruppen in bis zu zehn Kilometer breiter Zone

«Jediot Achronot» berichtete, eine «gelbe Linie» – nach dem Modell des auch nach einer Waffenruhe weiter zur Hälfte von Israel besetzten Gazastreifens – verlaufe in sechs bis zehn Kilometer entfernt von der Grenze. In dieser Zone, in der Dutzende von Dörfern liegen, solle Beschuss von Orten im Norden Israels unterbunden werden, hauptsächlich durch Raketen. In dieser Zone seien israelische Bodentruppen noch im Einsatz, es gebe etwa im Bereich der Hisbollah-Hochburg Bint Dschubail auch noch vereinzelt Kämpfe.

epa12897835 An Israeli soldier reads a book next to an Israeli flag, near the security barrier between Israel and Lebanon near Avivim, Northern Israel, 18 April 2026. Israel and Lebanon have agreed to ...
Ein Soldat bei der Sicherheitsgrenze zwischen Israel und Libanon.Bild: keystone

Die dritte Linie reiche bis zum Litani-Fluss, der in etwa 30 Kilometer Entfernung von der Grenze reicht. In dem Bereich wolle die Armee ihre Kontrolle vor allem durch «Feuerkraft und Beobachtungsposten durchsetzen».

Netanjahu kündigte Pufferzone an

Bei Verkündung der zehntägigen Waffenruhe am Donnerstag hatte der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu gesagt, die israelische Armee solle derweil in einer «verstärkten Sicherheitszone» im Südlibanon bleiben. Diese reiche vom Mittelmeer bis zur syrischen Grenze und sei etwa zehn Kilometer breit. Dies diene dem Schutz der Ortschaften im Norden Israels vor Hisbollah-Angriffen.

Im Libanon herrscht die Sorge vor einer dauerhaften Besatzung des Südens. Bereits nach dem ersten Libanon-Krieg 1982 hatte Israel im Süden des Libanons eine sogenannte «Sicherheitszone» eingerichtet. Erst 2000 zogen sich die letzten israelischen Soldaten nach fortwährenden Verlusten aus dem Gebiet zurück. Der Einmarsch 1982 und die anschliessende Besatzung, die auch darauf abzielten, den Beschuss Nordisraels zu unterbinden, trugen wesentlich zur Entstehung der Hisbollah bei. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Waffenruhe im Libanon
1 / 8
Waffenruhe im Libanon
Eine Frau kehrt im Südlibanon in ihr Dorf zurück.
quelle: keystone / hussein malla
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Israel lässt Flugblätter über Libanons Hauptstadt Beirut fallen
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
67 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Gartenlady
19.04.2026 17:41registriert März 2026
Verbotene Angriffe: Der Beschuss von unverteidigten Städten, Dörfern oder Wohngebäuden ist strafbar. Verhältnismäßigkeit: Auch wenn zivile Gebäude für militärische Zwecke genutzt werden, ist ein Angriff verboten, wenn die zivilen Schäden unverhältnismäßig zum militärischen Vorteil sind.
Rechtliche Folgen: Solche Handlungen gelten als schwere Verstöße gegen das Völkerrecht und können vor dem Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag strafrechtlich verfolgt werden.
Beispiele: Die Zerstörung von Wohngebieten, Kulturgütern und Plünderungen sind Beispiele für solche Verbrechen.
8819
Melden
Zum Kommentar
avatar
Gnu76
19.04.2026 21:22registriert Dezember 2016
Pufferzone in einem Nachbarland? Dies ist doch illegal, oder?
7414
Melden
Zum Kommentar
avatar
MetalArt
19.04.2026 22:14registriert Dezember 2021
und so werden die Grenzen immer ein bisschen weiter geschoben, die Siedler warten schon.
Songtext von XXX aus dem Jahre 1989
6210
Melden
Zum Kommentar
67
Verwüstung nach iranischem Angriff auf Kuwaiter Flughafen
Die USA und der Iran haben sich eines der schwersten Feuergefechte seit Beginn der Waffenruhe geliefert. Irans Revolutionsgarden feuerten in der Nacht ballistische Raketen und Drohnen auf die benachbarten Golfstaaten Kuwait und Bahrain, das US-Militär wiederum griff eine iranische Militäreinrichtung auf der Insel Qeschm in der Strasse von Hormus an. Ziel der iranischen Angriffe waren nach Angaben aus Teheran US-Militärstützpunkte in den Staaten am Persischen Golf.
Zur Story