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Justiz

«Pelicot 2.0»: Österreicher betäubte mehrfach Ehefrau für fremde Männer

«Pelicot 2.0»: Österreicher betäubte Ehefrau und überliess sie Fremden, bis sie starb

Monate nach ihrem Tod kommen im Fall um eine österreichische Ehefrau schreckliche Details ans Licht. Die Causa erinnert stark an diejenige von Gisèle Pelicot.
09.09.2026, 12:4009.09.2026, 16:26
Polizei Österreich
Die Polizei hat zwei Verdächtige in Untersuchungshaft genommen und ermittelt gegen weitere.bild: keystone-sda

Ende Juni wurde eine 39-jährige Frau im oberösterreichischen Marchtrenk stark blutend von ihrer Tochter aufgefunden, die Rettungskräfte konnten bei ihrer Ankunft nur noch ihren Tod feststellen. Ihr 50-jähriger Ehemann hatte angegeben, dass sie durch einen Unfall bei sexuellen Handlungen verstorben sei und dass sie beide stark alkoholisiert gewesen seien. Eine Obduktion hatte anschliessend hervorgebracht, dass die Frau massive Verletzungen in Genital- und Bauchraum erlitten hatte.

Die Staatsanwaltschaft leitete deshalb Ermittlungen gegen den Ehemann wegen sexuellen Missbrauchs einer wehrlosen Person mit Todesfolge ein und nahm ihn in Untersuchungshaft.

Grausame Chat-Verläufe

Die «Kronen-Zeitung» hat nun am Mittwoch neue Erkenntnisse, die die Ermittlungen zu Tage gebracht haben, veröffentlicht. Demnach deuten Chats, die auf dem Handy des Ehemanns gefunden wurden, darauf hin, dass er seine Frau mehrfach betäubt habe. Mit einem Mann aus der Umgebung soll er sich in Chats darüber sowie über mehrere sexuelle Missbrauchshandlungen unterhalten haben.

Die Ermittler gehen demnach davon aus, dass der Ehemann sie über einen längeren Zeitraum wiederholt betäubt und dann anderen Männern gegen Bezahlung überlassen haben soll. So soll er bis zu 500 Euro für seine Frau, die er in Chatnachrichten als «totes Fleisch» bezeichnet haben soll, verlangt haben.

Nebst dem Ehemann sitzt auch der Chatpartner aus der Umgebung in Untersuchungshaft. Er selbst soll sich zweimal an der Frau vergangen haben, darunter auch in der Tatnacht – wobei er das Haus nachweislich vor ihrem Tod verlassen haben soll. Der 51-Jährige sei geständig und zeige Reue. Gegen weitere Verdächtige wird ermittelt; für alle Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.

«Pelicot 2.0»

Der Fall erinnert stark an denjenigen um die Französin Gisèle Pelicot. Sie war ebenfalls über Jahre hinweg von ihrem Ehemann ohne ihr Wissen betäubt und an fremde Männer überlassen worden. Nicht umsonst sprach die zuständige oberösterreichische Staatsanwältin intern von «Pelicot 2.0», schreibt die «Kronen»-Zeitung.

Während die verdächtigen Österreicher noch nicht vor Gericht gekommen sind, wurde der Ehemann Pelicots in Frankreich zur Höchststrafe von 20 Jahren Haft verurteilt. 47 weitere Angeklagte wurden wegen schwerer Vergewaltigung zu langjährigen Haftstrafen verurteilt.

(cpf)

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