International
Klima

Hollande kündigt vier Milliarden Euro mehr für Entwicklungshilfe an

Der französische Staatschef am UNO-Nachhaltigkeitsgipfel.
Der französische Staatschef am UNO-Nachhaltigkeitsgipfel.
Bild: EPA/AFP POOL

Hollande kündigt vier Milliarden Euro mehr für Entwicklungshilfe an

28.09.2015, 04:1828.09.2015, 08:32

Frankreichs Präsident François Hollande hat vor den Vereinten Nationen angekündigt, sein Land werde die Entwicklungshilfen um vier Milliarden Euro aufstocken. Durch diese Erhöhung solle Frankreichs Entwicklungshilfe ab 2020 auf zwölf Milliarden Euro steigen.

Das sagte Hollande am Sonntag in einer Rede zum Abschluss des UNO-Nachhaltigkeitsgipfels in New York. Wie die Gelder zwischen der Bekämpfung von Armut und dem Kampf gegen den Klimawandel aufgeteilt werden sollen, teilte Hollande nicht mit.

Frankreich
UNO

Frankreichs jährliches Entwicklungshilfebudget von etwa acht Milliarden Euro beläuft sich auf 0,36 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Damit ist das Land weit von dem von vielen Industriestaaten beschworenen Ziel entfernt, 0,7 Prozent des BIP als Entwicklungshilfe bereitzustellen.

«Wir können uns Nichtstun nicht leisten»

Die Kampagnenorganisation ONE begrüsste Hollandes Ankündigung. «Nach vier Jahren der Verringerung seines Hilfsbudgets ist es höchste Zeit, dass Frankreich die Tendenz endlich umkehrt», erklärte die Frankreich-Chefin von One, Friederike Röder. Die Erhöhung müsse aber schon im Haushaltsplan für das kommende Jahr konkretisiert werden und vor allem den ärmsten Ländern der Erde zugute kommen, forderte die Organisation, die sich für die Armutsbekämpfung einsetzt.

Trotz enormer Fortschritte gebe es noch so viel Leid auf der Erde, sagte Hollande weiter: «Eine Milliarde Menschen muss mit nicht mehr als 1.25 Dollar am Tag auskommen. Jeder neunte hungert. 250 Millionen Kinder können nicht schreiben und lesen. Und Hunderttausende Menschen sind auf der Flucht.» Deshalb müsse die Weltgemeinschaft jetzt handeln.

Der Klimagipfel in Paris am Ende des Jahres wird nach seiner Ansicht der erste Test für die von den Vereinten Nationen verabschiedeten sogenannten Nachhaltigkeitsziele. «Der Schutz des Klimas ist die grosse Verantwortung unserer Generation und wir können uns Nichtstun nicht leisten.»

Cameron fordert Einhaltung der Zusagen

Nach der Verabschiedung der UNO-Nachhaltigkeitsziele forderte auch der britische Premierminister David Cameron die internationale Gemeinschaft dazu auf, den Worten auch Taten folgen zu lassen. «Zu den anderen Staats- und Regierungschefs der entwickelten Länder sage ich: Wir machen diese Hilfszusagen seit Jahren, lasst sie uns auch einhalten», sagte Cameron am Sonntag in New York. «Wir brauchen eine globale Partnerschaft um sicherzustellen, dass all unsere Strategien zu Sachen wie Steuern, Handel und Transparenz auch dazu führen, dass es für die Ärmsten der Armen Fortschritte gibt.»

Mit den Nachhaltigkeitszielen, die beim seit Freitag in New York stattfindenden grössten Gipfel der Geschichte der UNO verabschiedet wurden, sollen bis 2030 unter anderem Hunger und Armut ausgemerzt werden. (dwi/sda/afp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Dieses Paradox erklärt, weshalb Schweizer Trump nicht ausstehen können
In der Schweiz ist das Misstrauen gegenüber Donald Trump ein Paradox: Einerseits predigen wir Toleranz, andererseits macht uns der Gedanke an Trump kollektiv nervös. Und dann stellt sich die Frage: Wie steht es eigentlich wirklich um unsere demokratischen Werte, wenn es um Trumpismus und seine politischen Nachwehen geht?
Das Meinungsforschungsinstitut Gallup hat seinen End-of-Year Survey 2025 veröffentlicht – und darin steckt eine richtige Perle: ein globaler Vergleich, wie Leute überall auf der Welt bestimmte Führungspersönlichkeiten bewerten, vom Papst über Putin bis hin zu Donald Trump. Spoiler: kaum überraschend – aber trotzdem schön krass. Denn laut dieser Umfrage gibt es genau ein einziges Land auf diesem Planeten, in dem Trump noch unbeliebter ist als hier in der Schweiz: der Iran.
Zur Story