Extreme Hitzewelle trifft Osten der USA während 250-Jahr-Jubiläum und Fussball-WM
Nachdem in der Schweiz mit Ausnahme vereinzelter Regionen im Tessin die Hitzewarnungen wieder aufgehoben wurden, hält eine extreme Hitzewelle den Osten der USA in Atem. Die Hitzeperiode begann am Dienstag im Mittleren Westen, von wo aus sie sich langsam Richtung Ostküste weiterbewegt.
Die Hitzeperiode, die voraussichtlich über das kommende Wochenende anhalten wird, soll für Temperaturen von über 38 Grad in weiten Teilen der USA sorgen. In rund drei Dutzend Bundesstaaten wird erwartet, dass etliche Hitzerekorde gebrochen werden könnten, wie die «Washington Post» schreibt.
Die nationale Wetterbehörde der USA (NOAA) spricht von verbreiteten Höchstwerten um die 38 Grad. Kombiniert mit einer hohen Luftfeuchtigkeit würden diese Bedingungen zu gefühlten Temperaturen von bis zu 46 Grad führen. Auch in der Nacht werden die Werte in den betroffenen Regionen nicht unter 27 Grad fallen, wie die NOAA schreibt. Bis und mit Montag rechnet die nationale Wetterbehörde damit, dass rund 205 Millionen Menschen von grosser bis hin zu extremer Hitze betroffen sein werden.
Zusätzlich verstärkt wird die Hitzewelle durch das Wetterphänomen des Heat Dome: Ein kräftiges Hochdruckgebiet verursacht dabei absinkende Luft, die wie ein Deckel wirkt, die heisse Luft am Boden einschliesst und verhindert, dass kühlere Luft nachströmt.
Hitze-Notfallplan in New York aktiviert
Besonders stark trifft die Hitzewelle in den kommenden Tagen den Big Apple. New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani sprach an einer Pressekonferenz von «lebensbedrohlicher Hitze» und stellte einen Notfallplan für die Stadt vor.
Dabei sollen über 100 Kühleinrichtungen eröffnet werden, in denen die Bevölkerung, mit Fokus auf besonders vulnerable Gruppen wie ältere Menschen, Personen mit Herz-Kreislauf-Problemen oder auch obdachlose Menschen, Zuflucht vor der Hitze finden soll. Auf über 2000 Werbeflächen an den etlichen Kiosken der Stadt sollen ausserdem Wegweiser angezeigt werden, die abkühlungsbedürftigen Personen den direktesten Weg zu der nächsten Kühleinrichtung zeigen.
Ausserdem würden 15 Heat-Vans in der Stadt patrouillieren, medizinische Hilfe sowie Verpflegung anbieten und betroffene Personen in die städtischen Kühleinrichtungen transportieren. Der Bürgermeister appelliert an die Bevölkerung während der Stunden, an denen die Sonneneinstrahlung am stärksten ist, die eigene Wohnung, sofern diese klimatisiert sei, wenn immer möglich nicht zu verlassen.
Hitzewelle trifft auf Grossveranstaltungen
Der Zeitpunkt, in dem dieses Extremwetter nun auftritt, stellt etliche Städte im Osten der USA hinsichtlich des kommenden Nationalfeiertages am 4. Juli und den 250-Jahr-Feierlichkeiten vor grosse Herausforderungen. Während Washington D.C an der Parade festhält, jedoch ebenfalls zusätzliche Kühleinrichtungen aufbaut, haben vereinzelte Städte die Dauer der Parade beschränkt oder diese komplett abgesagt, wie der US-amerikanische Wetterdienst «AccuWeather» schreibt.
Neben den Jubiläumsfeierlichkeiten geben auch die Spiele der K.-o.-Phase der Fussballweltmeisterschaft der Männer Anlass zur Sorge. Die Spiele Frankreich–Paraguay in Philadelphia, Brasilien–Norwegen in New York sowie Kolumbien–Ghana in Kansas City dürften besonders von der Hitze betroffen sein.
Auf Anfrage des US-Radiosenders NPR gab die FIFA bekannt, in Bereichen, in denen Personen anstehen, für zusätzliche Schattenplätze zu sorgen. Ausserdem sollen Kühlbusse, Wasserzerstäuber und die Gratisherausgabe von kaltem Wasser die Gefahren etwas eindämmen. Ausserdem sei es den Besuchenden erlaubt, eine Wasserflasche mit in das Stadion zu nehmen, sofern diese ungeöffnet ist. (jul)
