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XBB.1.5 verbreitet sich in den USA rasend schnell – drei Punkte dazu

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XBB.1.5: Eine neue Untervariante von Omikron, welche die Fälle in den USA in die Höhe treibt.Bild: Shutterstock

Neue Corona-Variante verbreitet sich in den USA rasend schnell – drei Punkte zu XBB.1.5

Noch im November war die Covid-Variante BQ.1.1 auf dem Vormarsch. Nun wird diese in den USA in rasender Geschwindigkeit von Variante XBB.1.5 verdrängt. Hintergründe und Aussichten in drei Punkten.
07.01.2023, 13:1309.01.2023, 05:47
«Es handelt sich um die am stärksten übertragbare Subvariante, die bisher entdeckt wurde.»

Es sind beunruhigende Neuigkeiten, welche WHO-Corona-Spezialistin Maria Van Kerkhove am Mittwoch in Genf verbreitet. Die Corona-Variante XBB.1.5 wurde bereits in 29 Ländern nachgewiesen und verbreitet sich insbesondere in den USA mit hoher Geschwindigkeit. Ganz überraschend kam diese Entwicklung nicht, wie ein Blick in die Vergangenheit zeigt.

Wie hat sich XBB.1.5 verbreitet?

Am 27. Oktober veröffentlichte die WHO ihre Erkenntnisse zu den Omikron-Subvarianten BQ.1 und XBB, die als «variants of concern» unter Beobachtung standen. Beide Varianten sind Nachkommen, der derzeit weltweit noch dominierenden Variante BA.2.

XBB sei in Sequenzierungen vermehrt aufgetaucht, habe aber nicht konkret mit einem Fallzahlen-Anstieg in Verbindung gebracht werden können, so die WHO im Oktober. Frühe Studien wiesen allerdings darauf hin, dass das Reinfektionsrisiko im Vergleich mit anderen Omikron-Varianten höher sei. BQ.1 begann sich derweil schon langsam gegen andere Omikron-Varianten durchzusetzen. Die WHO rief deshalb Länder dazu auf, die XBB- und BQ.1-Varianten genau zu überwachen.

Dass sich BQ.1 wohl weiter ausbreiten würde, begann sich schon im September abzuzeichnen. Cornelius Römer, welcher an der Uni Basel die Verbreitung des Coronavirus erforscht, prognostizierte bereits Anfang Oktober, dass BQ.1.1 in Nordamerika und Europa eine «Varianten-Welle» auslösen würde.

Er sollte teilweise Recht behalten. In der Schweiz machten BQ.1 und seine Untervarianten einen Monat später bereits 30 Prozent aller Fälle aus, in den USA 17 Prozent.

Was Römer aber noch nicht wusste, war, dass die zu diesem Zeitpunkt noch unscheinbare Variante XBB.1.5 die Dominanz der BQ.1-Variante verhindern würde. Diese machte in den USA Anfang November gerade mal 0.1 Prozent aus.

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Die Daten für den Zeitraum zwischen 30.10.2022 und dem 5.11.2022.Bild: cdc

Bis Mitte Dezember stieg der Anteil von XBB.1.5 aber bereits auf 9.9 Prozent und verdoppelte sich in der Woche darauf auf 21.7 Prozent. Ende Dezember war XBB.1.5 für 40.5 Prozent aller Fälle in den USA verantwortlich. Als Folge davon wurde die Verbreitung von BQ.1 wieder rückläufig.

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Bild: cdc

Wie schnell sich XBB.1.5 bereits verbreitet hat, zeigt diese Visualisierung:

Was ist neu an XBB.1.5?

Nun stellt sich die grosse Frage: Wie gefährlich ist denn XBB.1.5?

Um diese Frage zu beantworten, lohnt sich ein Blick auf die Zusammensetzung der Virusvariante. Dabei scheint es nämlich zuerst irritierend, dass die Variante XBB.1.5, als Nachkomme der BA.2-Variante, nicht auch mit dem Buchstaben «B» beginnt – wie beispielsweise die Variante BQ.1. Dies hat einen guten Grund.

XBB ist nämlich durch eine sogenannte Rekombination zweier BA.2-Varianten hervorgegangen. Das heisst, dass sich einst eine Person mit beider dieser Varianten infiziert hat, woraus die kombinierte Variante entstanden ist.

Diese Illustration von der Epidemiologin Emma Hodcroft veranschaulicht dies:

Das «X» zu Beginn des Namens, bedeutet also, dass es sich um eine rekombinante Virusvariante handelt.

Der Grund, weshalb XBB von der WHO im Oktober unter Beobachtung gestellt wurde, lag in dessen erheblichen Immunfluchteigenschaften. In anderen Worten: XBB ist gegen Antikörper aus Impfung oder durchgestandener Infektion besonders resistent. Weshalb haben sich denn nicht schon XBB oder XBB.1 (die Vorfahren von XBB.1.5) durchgesetzt?

XBB besitzt zwar eine höhere Immunflucht, aber keine höhere Übertragbarkeit. Die höhere Immunflucht verminderte in diesem Fall nämlich die Fähigkeit des Virus, menschliche Zellen zu infizieren, erklärt Virologin Wendy Barclay gegenüber «BBC». Etwas, dass sich mit dem Nachkommen XBB.1.5 änderte. Der fünfte Nachkomme von XBB.1 besitzt eine Mutation, welche diese «Schwäche» wieder kompensiert. Das heisst, das Virus kann das Immunsystem besser umgehen UND Zellen einfacher infizieren.

Dies führt dazu, dass XBB.1.5 nun nicht nur die vorherrschenden Varianten verdrängt, sondern auch die Fallzahlen in die Höhe treibt.

Wie gefährlich ist XBB.1.5?

Ob XBB.1.5 auch für schwere Krankheitsläufe sorgt, ist bisher noch nicht bekannt. Virologin Barclays Besorgnis hält sich derzeit noch in Grenzen, da es noch keine Hinweise darauf gebe, dass XBB.1.5 den Impfschutz vor schwereren Verläufen durchbreche.

In den USA führt die neue Variante zu einem deutlichen Anstieg an Hospitalisationen. Dabei ist allerdings unbekannt, ob die eingewiesenen Infizierten geimpft waren oder einer Risikogruppe angehörten.

Vor diesem Hintergrund besteht die Problematik von XBB.1.5 derzeit eher darin, dass es aufgrund schneller Verbreitung zu vielen Personalausfällen in der Bevölkerung kommt. Ein Problem, das in der Vergangenheit zu Ladenschliessungen und Lieferverzögerungen geführt hat.

Vor zwei Wochen lag der Anteil von XBB.1.5 in Europa noch bei einem Prozent. In der Schweiz wird die Variante im Corona-Dashboard des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) noch nicht aufgelistet.

Die WHO arbeitet derzeit an einer Risikoanalyse, welche bald veröffentlicht werden soll.

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115 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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sansibar
07.01.2023 14:24registriert März 2014
Ich nehme dann Variante R2D2 🤪
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Skunk42
07.01.2023 13:30registriert Februar 2022
Übertragbarkeit ist das eine. Gefährlich ist das Ding aber nur bei heftigen Krankheitsverläufen. Wenn es jeder hat, aber kaum Symptome aufweist, ist die neue Variante nicht wirklich relevant.
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Laurastarr
07.01.2023 17:10registriert Mai 2022
Nächste Woche habe ich einen dritten Termin für die Impfung. Habe es vorhin am Tel. meinem Vater erzählt. Eine oberdoofe Entscheidung findet er. Ich soll in mich reinhören und den Termin kommende Woche absagen. Es verändere meine DNA und ich soll mir gut überlegen jemals schwanger zu werden. Mein Immunsystem wird geschwächt und es sei alles nur eine riesen Geldmacherei der korrupten Pharmalobby. Es ist einfach ohnmächtig deprimierend dass meine ganze Familie so anti Impfung ist. Natürlich bin ich die dumme, das dumme Impfschaf. Egal welche Argumente ich bringe, es nütz nichts, im Gegenteil.
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