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Ukraine-Ticker: Kreml kritisiert Selenskyjs «Witz» zur Militärparade

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Kreml kritisiert Selenskyjs «dummen Witz» zur Militärparade

Die aktuellsten Nachrichten zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und den geopolitischen Auswirkungen im Liveticker.
04.05.2026, 17:5109.05.2026, 09:02
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21:40
Putin erneuert Gesprächsangebot - aber in Moskau
Kremlchef Wladimir Putin ist bereit zu direkten Gesprächen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, aber nur in der russischen Hauptstadt. «Wer sich mit mir treffen will, muss nach Moskau kommen», sagte Putin bei einer ausserordentlichen Pressekonferenz nach der Siegesparade zum Ende des Zweiten Weltkriegs in Moskau.

Es sei keine direkte Einladung an Selenskyj, doch würde er sich auch mit ihm treffen. «Wir können uns auch an einem anderen Ort als Moskau treffen, aber nur wenn zuvor eine langfristige Friedensvereinbarung getroffen wurde», sagte Putin. Selenskyj schliesst eine Reise nach Moskau aus.

Berichte über eine Botschaft Selenskyjs, die der slowakische Regierungschef Robert Fico überbracht haben wollte, tat Putin als unwahr ab. «Es gab keine persönliche Botschaft.» Fico habe von Selenskyjs Gesprächsbereitschaft berichtet. «Aber das hören wir nicht zum ersten Mal.»
9:07
«Schwarzes Schaf» Fico erwartet baldiges Kriegsende
Einziger Gast aus der Europäischen Union ist der slowakische Ministerpräsident Robert Fico. Er wird nicht an der Militärparade teilnehmen, legte aber am Freitag einen Kranz am Grabmal des unbekannten Soldaten an der Kremlmauer nieder. Ficos Besuch in Moskau stösst im eigenen Land wie in der EU auf Kritik.

Laut der slowakischen Nachrichtenagentur TASR bezeichnete sich der Regierungschef mit seiner Haltung selbst als das «schwarze Schaf» der EU. Es sei aber Dialog mit Moskau nötig, sagte er. Seiner Überzeugung nach nähere sich der russisch-ukrainische Krieg dem Ende. (dpa/sda)

9:06
Putin feiert Militärparade im Schutz von Trumps Waffenruhe
Im Schutz einer von den USA vermittelten Waffenruhe kann Russlands Präsident Wladimir Putin heute die traditionelle Militärparade zum Tag des Sieges in Moskau abnehmen. US-Präsident Donald Trump teilte am Freitag in Washington unerwartet mit, Putin und der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj hätten seiner Bitte um eine dreitägige Waffenruhe bis zum 11. Mai zugestimmt.

Beide Seiten wollten auch jeweils 1000 Kriegsgefangene austauschen, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social – verbunden mit der Botschaft: «Hoffentlich ist dies der Anfang vom Ende eines sehr langen, tödlichen und hart ausgetragenen Kriegs.» Die Gespräche über ein Ende des Kriegs – «des grössten seit dem Zweiten Weltkrieg» – gingen weiter.

Für die Feier in Russland, die an den Sieg der Sowjetunion über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg erinnert, galt bereits seit Freitag eine von Moskau einseitig ausgerufene Waffenruhe. Trotzdem griff die russische Armee nach ukrainischer Darstellung weiter so oft an, dass Selenskyj laut eigenen Worten zunächst keinen Anlass sah, die Waffen schweigen zu lassen. Beide Seiten überzogen einander mit Drohnenangriffen.

Trumps Waffenruhe begann dann mit Tagesanbruch des Samstags um 0.00 Uhr Ortszeit in Moskau und Kiew (Freitag 23.00 Uhr MESZ). Bis zum Morgen berichtete zunächst keine der beiden Seiten über Verstösse gegen die Feuerpause.

Selenskyj ging nach eigenen Angaben vor allem wegen des Gefangenenaustauschs auf Trumps Bitte ein. «Ein weiteres Argument für die Ukraine bei der Festlegung unserer Position war stets die Lösung eines der wichtigsten humanitären Probleme dieses Kriegs – nämlich die Freilassung von Kriegsgefangenen», schrieb er auf dem Portal X.

Putins aussenpolitischer Berater Juri Uschakow bestätigte laut der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass die Waffenruhe. Die Vereinbarung sei infolge der jüngsten russischen Telefonkontakte mit der US-Führung zustande gekommen, sagte er. «Die US-Vertreter hatten ihrerseits Kontakt nach Kiew.»

Russland erinnert immer am 9. Mai an die Bezwingung Hitler-Deutschlands im Zweiten Weltkrieg, allerdings dienen die pompösen Feiern auch der Selbstdarstellung und Festigung von Putins Führung. In diesem Jahr findet die traditionelle Militärparade auf dem Roten Platz aber in gedrückter Stimmung statt. Der von Putin befohlene Angriffskrieg gegen die Ukraine steckt fest, die versprochenen Erfolge bleiben aus; es regt sich erste Kritik am Kremlchef.

Die Vorführung von Panzern, Geschützen und Raketen bei der Parade wurde gestrichen. In Moskau ging die Furcht vor ukrainischen Drohnenattacken um.
Russland drohte für diesen Fall mit Gegenangriffen auf das Zentrum von Kiew. Als provokante Spitze gegen den russischen Machtapparat unterschrieb Selenskyj eine – wie er es nannte – «Erlaubnis» für die Moskauer Parade. Er führte die genauen GPS-Koordinaten des Roten Platzes auf und wies seine Militärs an, dort nicht anzugreifen.

Die Liste ausländischer Gäste für die Feiern ist kurz. Vertreter international nicht anerkannter Gebilde wie Südossetien und Abchasien wurden mitgezählt. Neben dem stets loyalen Dauergast Alexander Lukaschenko aus Belarus trafen kurz entschlossen noch die Präsidenten von Kasachstan und Usbekistan, Kassym-Schomart Tokajew und Schawkat Mirsijojew, in Moskau ein. (sda/dpa)
9:00
Kreml kritisiert Selenskyjs «dummen Witz» zur Militärparade
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist mit seinem Dekret zu seiner «Genehmigung» der russischen Militärparade auf dem Roten Platz in Moskau auf Kritik gestossen. «Wir brauchen von niemandem eine Erlaubnis», sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow dem russischen Staatsfernsehen vor Beginn der jährlich am 9. Mai angesetzten Parade zum Tage des Sieges der Sowjetunion über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg. «Wehe dem, der versucht, sich über den Tag des Sieges lustig zu machen und solche dummen Witze zu reissen», sagte er.

Selenskyj hatte am Freitag einen Erlass «Über die Durchführung einer Parade in Moskau» mit den Koordinaten des Roten Platzes veröffentlicht, die von ukrainischen Angriffen ausgenommen werden sollen. Das Dekret ging einher mit einer von US-Präsident Donald Trump vermittelten Waffenruhe, die bis 11. Mai gelten soll. Bis zum Morgen gab es keine offiziellen Berichte über Verstösse gegen diese Vereinbarung - Russland führt seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine seit mehr als vier Jahren.

Peskow bezeichnete es als «grosses Unglück» für Selenskyj, dass er sich so verhalte. Der Tag des Sieges wird in weiten Teilen der früheren Sowjetunion als «Tag des Stolzes mit Tränen» in den Augen gefeiert. Das Land hatte bei der Befreiung Europas von der Diktatur unter Adolf Hitler mehr als 27 Millionen Menschen verloren. «Wir brauchen keine Erlaubnis von irgendjemandem, um stolz auf unseren Tag des Sieges zu sein», sagte Peskow.

Nach massiven ukrainischen Drohnenangriffen in den vergangenen Tagen und Wochen hatte die russische Führung entschieden, die Parade in diesem Jahr ohne Militärtechnik durchzuziehen. Kremlchef Putin nimmt den Aufmarsch mit Tausenden Soldaten ab - und hält eine Rede. Die Sicherheitslage in Moskau wie in anderen Städten des Landes, wo es ebenfalls Siegesparaden gibt, ist extrem angespannt. Vielerorts gilt für die Bevölkerung eine Sperre des mobilen Internets.

Die Kapitulation der deutschen Wehrmacht am 8. Mai 1945 in Berlin fiel in Moskau schon in die frühen Morgenstunden des 9. Mai. Deshalb begeht Russland immer zu diesem Datum den Tag des Sieges. (sda/dpa)
7:05
Tag des Sieges in Russland – wirkt Trumps Feuerpause?
In Moskau und Kiew hat der Samstag (0.00 Uhr Ortszeit/Freitag 23.00 Uhr MESZ) begonnen und damit der Tag, ab dem eine von US-Präsident Donald Trump vermittelte dreitägige Waffenruhe zwischen Russland und der Ukraine greifen soll.

Dabei war nicht sofort klar, wie schnell sich die Streitkräfte beider Seiten auf die Feuerpause einstellen können. Trump kündigte die Waffenruhe und einen Gefangenenaustausch unerwartet erst wenige Stunden vorher an.

Eine von Moskau einseitig verkündete Waffenruhe seit Freitag hatte kaum eine Beruhigung der Kämpfe gebracht.
Präsident Wladimir Putin wollte damit vor allem erreichen, dass der Tag des Sieges ungestört gefeiert werden kann. Russland erinnert dann an den Sieg der Sowjetunion über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg. Geplant ist eine Militärparade auf dem Roten Platz.

Die Ukraine war der offiziellen Warn-App zufolge bei Tagesanbruch fast überall frei von Luftalarm.
In Russland meldete der Moskauer Bürgermeister bis kurz vor Mitternacht immer wieder, dass anfliegende ukrainische Drohnen abgeschossen worden seien. (sda/dpa)
21:12
Moskau lädt ausländische Journalisten von Militärparade aus
Kurz vor dem Tag des Sieges und vor dem Hintergrund einer besonders wegen ukrainischer Drohnenangriffe angespannten Lage in Moskau hat Russland ausländische Journalisten von der traditionellen Militärparade auf dem Roten Platz ausgeladen. Nur noch einige russische Medien erhielten Zugang zum Roten Platz, teilte der Kreml der Deutschen Presse-Agentur mit.

Zuvor hatte die Präsidialverwaltung noch die Akkreditierung westlicher Journalisten bestätigt und einen schriftlichen Ablaufplan geschickt. Verwiesen wurde auf die Sicherheitslage in der Hauptstadt. Noch im vergangenen Jahr zum 80. Jahrestag war die Weltpresse zugelassen.

Russland feiert traditionell am 9. Mai mit einer Militärparade auf dem Roten Platz in Moskau den Sieg der Sowjetunion über Nazi-Deutschland 1945. Erstmals seit 2007 entfällt bei der Parade in diesem Jahr die Vorführung von Militärtechnik. Moskau begründete dies mit der «operativen Lage». (sda/dpa)
15:05
Kreml reagiert nicht auf Selenskyjs Angebot einer Waffenruhe
Die vom ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj annoncierte Waffenruhe ab dem 6. Mai hat der Kreml eigenen Angaben nach keine Beachtung geschenkt.

«Es gab keine Reaktion der russischen Seite darauf», sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow auf die Frage, wie Moskau auf Kiews Ankündigung einer Feuerpause reagiert habe.

Zugleich sagte Peskow, dass Russland an dem eigenen Termin für eine Feuerpause festhalte. Diese soll demnach am 8. und 9. Mai gelten. Damit würde sie den Zeitraum zu den Feiern um den Jahrestag des sowjetischen Sieges im Zweiten Weltkrieg und insbesondere die in Moskau geplante Militärparade auf dem Roten Platz abdecken.

Die russische Aussenamtssprecherin Maria Sacharowa hatte zuletzt mehrfach mit schweren Schlägen gegen Kiew gedroht, sollte die Ukraine in der Zeit Drohnenangriffe auf Moskau versuchen. (sda/dpa)
11:39
Ukraine attackiert Rüstungsfabrik und Raffinerie in Russland
Bei ukrainischen Drohnenangriffen sind nach Angaben der regionalen Behörden in der russischen Grossstadt Tscheboksary an der Wolga drei Menschen verletzt worden.

Einer der Verletzten sei ins Krankenhaus eingeliefert worden, teilte das Gesundheitsministerium der Teilrepublik Tschuwaschien mit. Die Drohnen waren demnach Teil einer zweiten Angriffswelle. Bei einer ersten Attacke traf ein Marschflugkörper nach Berichten des Internetportals «Astra» die Rüstungsfabrik «WNIIIR Progress», wo Navigationsmodule für Drohnen, Marschflugkörper und Raketen hergestellt werden.

Tscheboksary liegt etwa 1000 Kilometer von der Front entfernt. Insgesamt wurde sogar in 18 russischen Regionen Raketenalarm ausgerufen, darunter erstmals auch in dem im asiatischen Teil Russlands liegenden autonomen Kreis der Chanten und Mansen. Die Ukraine produziert seit dem vergangenen Jahr Marschflugkörper des Typs Flamingo, die eine Reichweite von bis zu 3.000 Kilometer haben sollen. Bislang wurden sie allerdings erst wenige Male eingesetzt.

Grosse Raffinerie in Nordrussland in Brand

Im Norden Russlands wurde derweil einmal mehr die Raffinerie Kirischinefteorgsintes angegriffen. Der Gouverneur des die Millionenstadt St. Petersburg umgebenden Leningrader Gebiets, Alexander Drosdenko, bestätigte einen Brand im Industriegebiet der Stadt Kirischi. Das Feuer sei inzwischen unter Kontrolle, schrieb er auf Telegram. Menschen seien nicht zu Schaden gekommen. Die Raffinerie in Kirischi ist die grösste im Norden Russlands und daher nicht das erste Mal Ziel ukrainischer Attacken. Zuletzt hatten die russischen Behörden am 26. März einen Angriff auf die Ölverarbeitungsanlage gemeldet.

Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, in der Nacht seien 289 ukrainische Drohnen abgewehrt worden.
(sda/dpa)
21:01
Selenskyj kündigt Waffenruhe ab Mittwoch an
Auf eine russische zweitägige Waffenruhe zum Tag des Sieges am 9. Mai hat die Ukraine mit einer eigenen Ankündigung reagiert. «Wir verkünden eine Waffenruhe, beginnend ab 0.00 Uhr (23.00 Uhr MESZ) in der Nacht vom 5. auf den 6. Mai», teilte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mit. Bis dahin sei noch genügend Zeit, die Einstellung des Feuers zu gewährleisten. «Wir werden ab diesem Zeitpunkt spiegelbildlich handeln», fügte Selenskyj hinzu. Es sei an der russischen Seite, «reale Schritte» für ein Ende des Krieges einzuleiten, wenn eine Parade in Moskau nicht ohne den guten Willen der Ukraine möglich sei.

19:50
Russland verkündet Waffenruhe für 8. und 9. Mai
Russland hat im Krieg gegen die Ukraine eine zweitägige Waffenruhe um den Tag des Sieges im Zweiten Weltkrieg am 9. Mai angeordnet. Diese gelte auf Anordnung von Präsident Wladimir Putin am 8. und 9. Mai, teilte das russische Verteidigungsministerium mit. Moskau zähle darauf, dass die ukrainische Seite dem Beispiel folge. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte zuvor Journalisten mitgeteilt, dass Kiew keine offiziellen Angebote zu einer möglichen Feuerpause am 9. Mai erhalten habe.



Moskau droht mit Vergeltungsangriff auf Zentrum von Kiew

Für den Fall ukrainischer Angriffe zu den Siegesfeiern am 9. Mai drohte Russland mit Vergeltung. «Die Streitkräfte der Russischen Föderation werden einen massiven Raketenschlag auf das Zentrum von Kiew durchführen», schrieb das Ministerium. Aus «humanitären Überlegungen» habe Moskau trotz vorhandener Möglichkeiten bisher davon abgesehen. Die Zivilbevölkerung und Mitarbeiter ausländischer diplomatischer Vertretungen sollten dann die Dreimillionenstadt rechtzeitig verlassen.

Über eine mögliche Waffenruhe über den Feiertag hatten zuerst Putin und US-Präsident Donald Trump bei einem Telefonat Ende April gesprochen. Putin erwäge eine solche Feuerpause, sagte dessen aussenpolitischer Berater Juri Uschakow. Aber auch Trump nahm in Washington die Initiative für sich in Anspruch.

Selenskyj forderte daraufhin von den USA Aufklärung, was genau besprochen worden sei. Die Ukraine trete für einen dauerhaften Waffenstillstand und einen mit Sicherheitsgarantien versehenen Frieden ein, sagte er. (sda/dpa)
12:39
Selenskyj hofft auf rasche Auszahlung von EU-Kredit
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj setzt auf eine rasche Auszahlung des Kredites über 90 Milliarden Euro (rund 82,5 Milliarden Franken) von der Europäischen Union.

«Es ist nötig, dass das Geld so schnell wie möglich eintrifft und die Ukraine ihr Programm zur Widerstandsfähigkeit in Vorbereitung auf den Winter umsetzen kann», schrieb er auf der Onlineplattform X.

Vor dem Gipfeltreffen der Europäischen Politischen Gemeinschaft (EPG) in der armenischen Hauptstadt Eriwan traf sich Selenskyj im engeren Kreis mit den europäischen Partnern, die ihm in Gesprächen mit Washington zur Seite stehen. Dazu zählten Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, der britische Premier Keir Starmer und Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni. (sda/dpa)

12:37
Tote bei russischem Angriff in der Ukraine
Im ostukrainischen Gebiet Charkiw sind bei einem russischen Raketenangriff mindestens vier Menschen getötet worden. Weitere 18 Personen seien bei der Attacke auf die Stadt Merefa verletzt worden, schrieb der Militärgouverneur der Region, Oleh Synjehubow, bei Telegram.

Getötet wurden demnach ein 50-jähriger und ein 63-jähriger Mann sowie zwei Frauen im Alter von 41 und 52 Jahren. Mehrere Wohnhäuser, Hochhäuser und Läden seien beschädigt worden. Auch die Siedlung Besljudiwka wurde demnach mit einer Drohne angegriffen. (sda/dpa)


17:23
Opfer nach russischen Angriffen auf Dnipro und Saporischschja
In der südostukrainischen Industriestadt Dnipro ist mindestens ein Mensch bei russischen Raketenangriffen getötet worden. Elf weitere seien verletzt worden, teilte der Chef der Militärverwaltung der Region Dnipropetrowsk, Olexander Hanscha, bei Telegram mit. Sechs Verletzte mussten in Krankenhäusern behandelt werden. Nach Auskunft von Bürgermeister Borys Filatow wurden bei dem Angriff ein Studentenwohnheim, zwei Hochschulgebäude und mehrere Wohnhäuser beschädigt.



Auch in der rund 50 Kilometer südlich gelegenen Grossstadt Saporischschja wurden nach Behördenangaben mindestens fünf Menschen bei russischen Drohnenangriffen verletzt.

Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren gegen eine russische Invasion. (sda/dpa)
16:02
Selenskyj reist zu Europäischem Gipfel in Armenien an
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist in der armenischen Hauptstadt Eriwan gelandet, um am Gipfel der Europäischen Politischen Gemeinschaft (EPG) teilzunehmen. Bei dem Treffen gehe es vor allem um die Stärkung der kollektiven Sicherheit und eine verbesserte Koordination mit allen Partnern, schrieb er auf Telegram zu Bildern seiner Landung.

Am EPG-Gipfel am 4. Mai in Eriwan nehmen mehr als 40 Staats- und Regierungschefs teil, vor allem aus den EU-Ländern. Das Treffen dient vor allem dem informellen Austausch. Belarus und Russland sind wegen des Kriegs in der Ukraine vom Gipfel ausgeschlossen.

Die armenischen Gastgeber, einst enge Bündnispartner Russlands, wollen bei dem eintägigen Gipfel in der Hauptstadt Eriwan am Montag Energiesicherheit und wirtschaftliche Entwicklung, Sicherheitspolitik und die Stärkung der Demokratie zum Thema machen. (sda/dpa)
15:59
Ukraine: Neuer Drohnenangriff bei besetztem AKW gemeldet
Ein Strahlenlabor des ukrainischen Kernkraftwerks Saporischschja ist von einer Drohne angegriffen worden. Darüber habe das AKW informiert, berichtete die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien. Das AKW ist von Russland besetzt. Es sei unklar, ob das Labor, das sich ausserhalb des abgesicherten Kraftwerksgeländes befindet, beschädigt wurde, hiess es von der IAEA.

Die IAEA forderte Zugang zu dem Labor. Jeder Angriff in der Nähe einer Atomanlage könne ein Risiko für die nukleare Sicherheit bedeuten, warnte IAEA-Chef Rafael Grossi.

Es habe keine Verletzten gegeben, hiess es von dem von Russland eingesetzten Kraftwerksmanagement. Allerdings wurde erst Anfang der Woche nach Angaben der Besatzungsbehörden ein AKW-Mitarbeiter bei einem Drohnenangriff getötet.

Kiew kommentierte diesen Vorfall nicht und äusserte sich zunächst auch nicht über den Angriff auf das Labor.

Das mit sechs Reaktoren und einer Nennleistung von 6.000 Megawatt grösste Atomkraftwerk Europas steht seit März 2022 unter russischer Kontrolle. Es produziert derzeit keinen Strom. Mehrere ukrainische Rückeroberungsversuche scheiterten. Ein IAEA-Team ist ständig vor Ort, um die Lage zu beobachten und durch seine Präsenz einen Atomunfall zu verhindern. (sda/dpa)
12:25
Tote und Verletzte nach russischen Angriffen in der Ukraine
Bei russischen Angriffen in der Nacht sind in der Ukraine mehrere Menschen getötet und verletzt worden. So seien in der Hafenstadt Odessa am Schwarzen Meer zwei Menschen ums Leben gekommen, fünf weitere hätten Verletzungen davongetragen, teilte die Staatsanwaltschaft des Gebiets mit. Die russischen Drohnen trafen demnach sowohl die Infrastruktur des Hafens als auch private Wohnhäuser.

Odessa ist als wichtiger Hafen in Frontnähe ein häufiges Ziel für russische Drohnen und Raketen in dem seit mehr als vier Jahre andauernden Krieg. So wurden erst zu Wochenbeginn bei einem schweren Drohnenangriff mehr als ein Dutzend Menschen in der Stadt verletzt.

In der ebenfalls am Schwarzen Meer liegenden Stadt Mykolajiw wurden bei einem Raketenangriff fünf Personen verletzt. Bei der Attacke am frühen Morgen seien mehrere Einfamilienhäuser beschädigt worden, teilte Gouverneur Witalij Kim mit.

Und auch das unmittelbar an der Frontlinie liegende Cherson wurde einmal mehr von russischen Drohnen beschossen. Unter Beschuss gerieten dabei ebenfalls in der Frühe ein privates Kraftfahrzeug und ein Krankenwagen. Ein 60-jähriger Mann sei dabei getötet, fünf weitere Personen verletzt worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit. (sda/dpa)
19:50
Selenskyj sanktioniert seinen ersten Kanzleichef
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Sanktionen gegen seinen früheren Bürochef Andrij Bohdan verhängt. Unter anderem werden Bohdan staatliche Auszeichnungen aberkannt, sein Vermögen wird eingefroren und es werden Handelsgeschäfte untersagt, wie aus dem veröffentlichten Dekret hervorgeht. Die Massnahmen gelten vorerst für zehn Jahre. Eine Begründung wurde nicht genannt. Bohdan leitete das Präsidentenbüro von Mai 2019 bis Februar 2020.

Der Jurist selbst vermutete bei Facebook ein Gekränktsein Selenskyjs wegen kürzlicher Medienberichte über eine mögliche Verstrickung des Staatschefs und seiner Frau Olena in korrupte Geschäfte. Demnach unterstellt Selenskyj einen Zusammenhang zwischen den Veröffentlichungen und Bohdans Tätigkeit als Anwalt.



Erst im April hatte Selenskyj in den Niederlanden einen weiteren Preis als Verteidiger der Freiheit erhalten. Er geht jedoch seit langem auch gegen ukrainische Staatsbürger mit Sanktionen ohne Gerichtsverfahren vor, darunter Oppositionelle wie Ex-Präsident Petro Poroschenko und Journalisten. (sda/dpa)
11:27
Ukraine will russische Kampfjets im Ural attackiert haben
Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben zwei russische Kampfjets im Uralgebirge rund 1700 Kilometer von der Grenze entfernt mit Drohnen angegriffen. «Getroffen wurden eine Su-57 und eine Su-34», heisst es in einer Mitteilung des ukrainischen Generalstabs vom Freitag. Der Chef der ukrainischen Drohnenstreitkräfte, Robert Browdi, schrieb später auf Telegram von einer weiteren nicht identifizierten Maschine des Flugzeugbauers Suchoi, die ebenfalls getroffen worden sei.

Der Angriff auf den Militärflugplatz Schagol im Gebiet Tscheljabinsk soll demnach bereits Ende vergangener Woche erfolgt sein. Das Ausmass der Schäden werde noch geprüft, heisst es.

Der Jet Suchoi vom Typ Su-57 gilt dabei als modernstes Mehrzweckkampfflugzeug der russischen Streitkräfte. Die Maschinen wurden erst 2020 in Dienst gestellt und bislang in noch geringer Stückzahl produziert. Die Su-34 wiederum ist nach Angaben von Browdi das Flugzeug, welches Russland am häufigsten für den Abwurf von Gleitbomben nutzt. Ziel sind nicht nur ukrainische Stellungen, sondern auch frontnahe Städte wie Charkiw, die dabei schwer zerstört wurden. (sda/dpa)
09:00
Ukraine: Tote bei russischer Attacke auf Kleinbus
Bei einem russischen Drohnenangriff auf einen Kleinbus in der südukrainischen Stadt Cherson sind nach offiziellen Angaben mindestens zwei Menschen, ein Mann und eine Frau, ums Leben gekommen. «Darüber hinaus sind noch sieben Passagiere des Kleinbusses verletzt worden – sechs Männer und eine Frau», teilte der Militärgouverneur von Cherson, Olexander Prokudin, auf Telegram mit. Alle Verletzten seien ins Krankenhaus gebracht worden. Der Angriff ereignete sich demnach gegen 7.00 Uhr morgens Ortszeit (6.00 MEZ).

Kurz nach Beginn des Kriegs in der Ukraine eroberte Russland Cherson. Die russischen Militärs mussten die Gebietshauptstadt am Dnipro im Herbst 2022 nach einer ukrainischen Gegenoffensive wieder räumen und sich hinter den Fluss zurückziehen. Seither verläuft die Frontlinie unmittelbar östlich der Stadt. Cherson wird daher immer wieder von den russischen Truppen mit Artillerie, Drohnen und Raketen beschossen. (sda/dpa)
15:19
Nach Telefonat Trump-Putin: Selenskyj für längere Waffenruhe
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bittet die USA um Aufklärung über den Moskauer Vorschlag einer Waffenruhe zum russischen Tag des Sieges am 9. Mai.

«Wir werden klären, worum es genau geht - um ein paar Stunden Sicherheit für eine Parade in Moskau oder um mehr», schrieb Selenskyj in sozialen Netzwerken.

Kremlchef Wladimir Putin und US-Präsident Donald Trump hatten am Vorabend bei einem Telefonat über eine begrenzte Waffenruhe gesprochen. Selenskyj wies sein Team an, sich mit den Amerikanern in Verbindung zu setzen. «Unser Vorschlag ist ein langfristiger Waffenstillstand, verlässliche und garantierte Sicherheit für die Menschen und ein dauerhafter Frieden», erklärte er.

Kremlsprecher Dmitri Peskow erwiderte, für die Durchsetzung der Waffenruhe zum Tag des Sieges sei die Zustimmung Kiews nicht nötig. «Das ist eine Entscheidung des russischen Staatsoberhaupts, und sie wird realisiert», sagte Peskow. Natürlich sei eine angemessene Reaktion aus Kiew erwartet worden. «Bisher ist das nicht erfolgt», sagte der Kremlsprecher und wies damit die weitergehenden Forderungen Selenskyjs zurück. (sda/dpa)
22:37
Russland verstärkt Angriffe in der Ostukraine
Das russische Militär hat seine Angriffsbemühungen im Osten der Ukraine verstärkt. Der Generalstab in Kiew teilte mit, dass im Tagesverlauf insgesamt 161 bewaffnete Zusammenstösse von den Frontlinien gemeldet worden seien. Die meisten Angriffe erfolgten demnach bei Pokrowsk, dort seien 39 russische Angriffe registriert worden.

Bei Huljajpolje im südukrainischen Gebiet Saporischschja versuchten den Angaben nach russische Truppen 24 Mal, die ukrainischen Stellungen zu durchbrechen. Bei Kostjantyniwka am Rande des Donbass habe es 15 Gefechte gegeben, teilte die Generalität in Kiew in ihrem Lagebericht mit. Die Angaben konnten nicht unabhängig geprüft werden.

Ukraines Armeechef Olexander Syrskyj sprach am Sonntag bei einem Treffen mit der kanadischen Oberbefehlshaberin Jenny Carignan von verstärkten offensiven Anläufen der russischen Streitkräfte praktisch entlang der gesamten Frontlinie. (sda/dpa)
11:09
Selenskyj fordert Ende von Moskaus «nuklearem Terrorismus»
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat zum 40. Jahrestag der Atomkatastrophe von Tschernobyl eine Beendigung des russischen «nuklearen Terrorismus» gefordert. Mit seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine und Drohnenangriffen bringe Russland die Welt erneut an den Rand einer Katastrophe, teilte Selenskyj in einem Telegram-Kanal mit. Voriges Jahr wurde die Sicherheitshülle aus Stahl über dem Unglücksreaktor 4 des am 26. April 1986 havarierten Kraftwerks beschädigt.



Das Bauwerk solle den Strahlenaustritt und die Kontamination verhindern, seine Erhaltung liege im Interesse aller, sagte Selenskyj. Die Kosten für die Reparatur der Stahlkonstruktion werden mit einer halben Milliarde Euro veranschlagt.

«Die Welt darf nicht zulassen, dass dieser nukleare Terrorismus weitergeht, und der beste Weg ist, Russland zu zwingen, seine wahnsinnigen Angriffe einzustellen», sagte Selenskyj. Er fordert seit langem auch ein Ende der russischen Besetzung des Atomkraftwerks Saporischschja, das Moskaus Atomkonzern Rosatom nach Beginn des Krieges unter seine Kontrolle brachte.

Selenskyj erinnerte mit einem Video an die grösste Nuklearkatastrophe in der Geschichte der zivilen Nutzung der Atomkraft vor 40 Jahren in der damals zur Sowjetunion gehörenden Ukraine. «Ehre sei allen Opfern der Katastrophe von Tschernobyl», sagte er. (sda/dpa)

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Februar 2022 befahl der russische Präsident Wladimir Putin einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Zunächst wurde das gesamte Staatsgebiet des Nachbarlandes angegriffen, mittlerweile konzentrieren sich die Kampfhandlungen auf den Osten, wo Russland gelegentlich kleine Geländegewinne verbuchen kann. Von den ursprünglichen Kriegszielen ist der Kreml aber weit entfernt.
  • Russland überzieht ukrainische Städte und das Energienetz mit massiven Raketen- und Drohnenwellen; immer wieder werden auch Wohnhäuser getroffen. Kiew reagiert mit weitreichenden Drohnenangriffen auf russische Öllager und Rüstungsbetriebe, um Moskaus Kriegskasse und Nachschub zu schwächen.
  • Donald Trumps Versuche, Wladimir Putin und Wolodymyr Selenskyj an einen Tisch zu bringen, blieben erfolglos. Während der Kreml weiterhin Maximalforderungen stellt und auf Gebietsabtretungen beharrt, knüpft die Ukraine Gespräche an klare Sicherheitszusagen und eine strikte Überwachung des Waffenstillstands durch den Westen.
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