International
Liveticker

Migranten-Ansturm in Ceuta: Die Lage im Liveticker

Video: watson/lucas zollinger
Liveticker

Spanien: «Fast alle» Migranten zurück in Marokko ++ Italien setzt Schengen-Abkommen aus

In wenigen Tagen sind zehntausende Menschen in die spanische Exklave Ceuta in Nordafrika geströmt. In der Stadt herrschte Ausnahmezustand. Mittlerweile ist ein Grossteil der Migranten zurück in Marokko. Alles Aktuelle im Liveticker.
31.07.2026, 12:2131.07.2026, 21:29
Schicke uns deinen Input
22:04
Spanien erhält Unterstützung von Portugal
Nach dem Migrantenansturm auf die spanische Exklave Ceuta hat sich Portugal gegen einen Ausschluss Spaniens aus dem Schengen-Abkommen ausgesprochen. Der portugiesische Aussenminister Paulo Rangel erklärte im Gespräch mit dem TV-Sender RTP, dass man dies nicht für notwendig halte. Mehrere EU-Länder hatten damit gedroht, Italien hat sogar angekündigt, die Luft- und Seegrenzen zu Spanien vorübergehend zu schliessen.
Allerdings warnte auch Portugals Aussenminister Rangel davor, dass Spaniens Migrationspolitik falsche Signale senden und einen «Pull-Faktor» erzeugen könnte. Spaniens sozialistische Regierung verfolgt eine wenig restriktive Einwanderungspolitik. (con)
21:23
Spaniens Aussenminister: Fast alle Migranten zurück in Marokko
Die spanische Polizei sowie die Armee haben am Freitagabend Tausende verbliebene illegale Einwanderer, die in Ceuta über die Grenze gelangten, Richtung Grenze gedrängt. Dabei kam es laut dem spanischen TV-Sender RTVE zu einigen Zusammenstössen. Mittlerweile sollen aber «fast alle» Migranten, die nach Ceuta eindrangen, wieder zurück in Marokko sein. Diese schreibt der spanische Aussenminister José Manuel Albares auf X. Albares bekräftigt zudem, dass eine Reise von Migranten aufs spanische Festland nicht möglich sei. Die Einhaltung der Schengen-Verpflichtungen durch Spanien sei «absolut gewährleistet».


José Manuel Albares.
20:11
Minister: Italien setzt Schengen-Abkommen mit Spanien aus
Italien hat nach den Worten von Aussenminister Antonio Tajani das Schengen-Abkommen über den freien Personenverkehr in der EU gegenüber Spanien vorübergehend ausgesetzt. Tajani hat damit eine zuvor verbreitete Meldung der Nachrichtenagentur Ansa bestätigt. Dieser Schritt sei eine notwendige Entscheidung gewesen, «um die Sicherheit unserer Bürger zu gewährleisten und die europäischen Grenzen zu schützen», schrieb er auf der Plattform X.

Zuvor meldeten die italienischen Nachrichtenagenturen Ansa und Adnkronos die vom Innenministerium in Rom angeordnete Schliessung der See- und Luftgrenzen zu Spanien. Italien hat keine Landgrenze mit Spanien. Die Massnahme dürfte daher Reisende, die mit dem Flugzeug oder Schiff unterwegs sind, mit neuen Grenzkontrollen betreffen.

Kritiker werfen Meloni innenpolitisch motivierte Symbolpolitik vor
Angesichts der Ankunft zahlreicher Migranten binnen weniger Tage in der spanischen Nordafrika-Exklave Ceuta hatte Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni einen solchen Schritt bereits am Donnerstagabend angekündigt. In Spanien sorgten die Verlautbarungen von Meloni und anderen Regierungsmitgliedern für Kritik.

Kritiker der rechten Regierung in Rom werteten den Schritt als vor allem innenpolitisch motivierte Symbolpolitik. Melonis Regierungskoalition war 2022 mit dem Versprechen an die Macht gekommen, die irreguläre Migration zu verringern.

Derzeit gibt es allerdings keine Hinweise, dass die Migranten in Ceuta überhaupt die Absicht hätten, nach Italien weiterzureisen. Die Migranten befinden sich in der nordafrikanischen Exklave zudem weder im Schengen-Raum noch auf europäischem Festland. Sollten sie versuchen, das Mittelmeer zu überqueren, würden sie zunächst an einer EU-Aussengrenze ankommen – in Binnengrenzkontrollen können sie also zunächst gar nicht geraten.

Druck von rechter Vannacci-Partei

Derzeit steht die Meloni-Regierung zudem unter erheblichem Druck durch die neu gegründete rechte Partei «Futuro Nazionale» des Ex-Armeegenerals Roberto Vannacci. Seine äusserst migrationskritische Rhetorik findet bei einem nicht unerheblichen Teil der Wählerschaft der Regierungsparteien Anklang. (sda/dpa/con)


Der italienische Aussenminister Antonio Tajani.
19:31
Spannungen an Grenze bei Melilla
Während sich die Lage in Ceuta entspannt, kommt es zu Scharmützeln bei der zweiten spanischen Exklave, Melilla. Laut dem spanischen Sender RTVE sind auf der marokkanischen Seite der Grenze Explosionen zu hören. Es gebe weitere Versuche, den Grenzzaun dort zu durchbrechen. Bereits am Nachmittag hatten knapp 500 Personen versucht, den Grenzzaun bei Melilla zu durchbrechen. (con)
18:34
Über 48'000 Migranten zurück in Marokko
Gemäss dem spanischen Innenministerium sind mittlerweile über 48'000 der illegalen Migranten in Ceuta wieder nach Marokko zurückgekehrt, dies berichtet der Sender RTVE. Damit würden sich nun noch etwas mehr als 10'000 illegale Einwanderer in Ceuta befinden. (con)
18:26
Italien setzt Schengen-Abkommen mit Spanien aus
Italien will die See- und Luftgrenze zu Spanien schliessen und damit das Schengen-Abkommen mit dem Land aussetzen. Das berichtet die italienische Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf Regierungskreise. Mehrere EU-Länder hatten zuvor bereits wegen des Flüchtlingsansturms in Ceuta eine solche Massnahme angedroht. (con)
17:57
Zahl der Todesopfer steigt auf 57
Die Zahl der Todesopfer beim Migrantenansturm auf Ceuta ist laut Angaben der spanischen Regierung auf 57 gestiegen, wie der spanischer Sender RTVE berichtet. (con)
17:56
Sanchez reagiert auf Ausschluss-Forderungen
Der spanische Premierminister Pedro Sanchez hat auf die Forderung von mehreren EU-Staaten wie Italien, Tschechien oder Finnland, sein Land aus dem Schengen-Raum auszuschliessen reagiert. In einem Beitrag auf X rief er zu Einigkeit auf. Es sei jetzt nicht die Zeit für Spaltung, so Sanchez. Er listete dazu Zahlen bezüglich der Ankunft illegaler Migranten in den Jahren 2021 bis 2026 auf. Laut diesen kamen während dieser Zeit wesentlich mehr Illegale via Italien und die Balkan-Staaten nach Europa. (con)

17:44
EU schliesst Transit von Migranten in andere Länder aus
Den illegalen Migranten, die in Ceuta angekommen sind, soll laut der EU-Kommission kein Transit in andere EU-Länder ermöglicht werden. Man registriere derzeit auch keine solchen Bewegungen. Dies teilte die Kommission am Freitag mit. Eine für Ceuta und Melilla geltende Sonderregelung stelle sicher, dass alle Personen, die die Städte verlassen, kontrolliert würden. Mehrere europäische Regierungen hatten zuvor Bedenken geäussert, wonach es zu weitergehenden Migrationsbewegungen in der EU kommen könnte. Einige Länder wie Italien und zuletzt auch Tschechien hatten den Ausschluss Spaniens aus dem Schengen-Raum gefordert. (con)
16:46
Bereits über 37'500 Menschen zurückgekehrt
Wie der spanische Sender RTVE mit Verweis auf Regierungsangaben berichtet, sind mittlerweile über 37'500 illegal Eingereiste wieder nach Marokko zurückgekehrt. Von den mehr als 60'000 Migranten sind demnach noch mindestens 22'500 Menschen in Ceuta. (vro)

16:31
Israelischer Minister macht sich über Spanien lustig
Israels Minister für Nationale Sicherheit, Itamar Ben-Gvir, hat sich ebenfalls zur Migrationskrise geäussert. Er «gratulierte» Sánchez «für sein Engagement bei der Aufnahme von Migranten und zur Diversität». Zudem schlägt er in seinem Post vor, er solle doch den Bewohnerinnen und Bewohnern von Gaza, die auswandern möchten, Asyl gewähren. «Das ist eine gute Gelegenheit, noch ein bisschen mehr zur Diversität Spaniens beizutragen», so Ben-Gvir. (vro)

16:12
Deutschland verlängert Grenzkontrollen
Angesichts Zehntausender Flüchtlinge in der spanischen Nordafrika-Exklave Ceuta will Deutschlands Innenminister Alexander Dobrindt an der Kontrolle der deutschen Landesgrenzen festhalten.

«Wir werden die Möglichkeit der Binnengrenzkontrollen über den September hinaus verlängern», kündigte der CSU-Politiker an. Um die bisherigen Erfolge beim Zurückdrängen der illegalen Migration zu erhalten, müssten «flexible und angepasste Binnengrenzkontrollen» aufrechterhalten werden. Bis wann die Kontrollen verlängert werden sollen, sagte Dobrindt nicht.

Obwohl die Grenzen innerhalb der EU eigentlich offen sein sollen, wird seit dem 16. September 2024 wieder an allen deutschen Aussengrenzen kontrolliert. Die damalige Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hatte dies angeordnet, um die Zahl der unerlaubten Einreisen einzudämmen. Trotz wachsender Kritik wurde die Regelung dreimal verlängert – zuletzt bis Mitte September 2026.

«Die Situation in Ceuta verdeutlicht die volatile Lage bei der illegalen Migration», erklärte Dobrindt die erneute Verlängerung. In den vergangenen Tagen waren Schätzungen der regionalen Behörden zufolge rund 60'000 Migranten von Marokko aus irregulär in die spanische Exklave gelangt. (sda/dpa)

16:10
Frontex hat noch keine Anfrage erhalten
Die EU-Grenzschutzagentur Frontex hat wegen der Ankunft Zehntausender Migranten in der spanischen Nordafrika-Exklave Ceuta noch keine Bitte um Unterstützung von der Regierung in Madrid erhalten.

«Frontex kann einen Mitgliedstaat unterstützen, jedoch nur auf dessen Ersuchen hin», teilte die Behörde mit. Man beobachte die Situation laufend.

Weiter hiess es in der Erklärung, derzeit würden Frontex-Beamte die spanischen Behörden ausschliesslich im Seehafen von Ceuta unterstützen. Sie seien nicht an den gemeldeten Vorfällen beteiligt gewesen, die sich im Grenzgebiet von Tarajal ereignet hätten. Dieses liege ausserhalb des Einsatzgebiets von Frontex.

EU-Migrationskommissar Magnus Brunner hatte am Donnerstag die Bereitschaft der EU signalisiert, Spanien unter anderem auch mit Frontex zu unterstützen, um die Lage unter Kontrolle zu bringen. Die Regierung in Madrid setzt in der Exklave wegen der Krise erstmals seit 2021 wieder Militär zur Unterstützung der Grenzsicherung ein. (sda/dpa)

15:42
Zahl der Toten steigt weiter
Wie die Nachrichtenagentur EFE berichtet, wurden mittlerweile 43 Todesopfer geborgen. (vro)
15:37
Trump reagiert auf Migrationskrise in Ceuta
US-Präsident Trump nutzt die Migrationskrise in der spanischen Exklave Ceuta für den Wahlkampf. «Es ist schrecklich. Denken Sie an dieses Bild. Das wird uns in drei Jahren passieren, wenn die falsche Seite ans Ruder kommt», sagte er gegenüber «Fox News». Mit der falschen Seite meint Trump die Demokraten und in drei Jahren heisst: Die Präsidentschaftswahlen 2028. (vro)

15:17
Belgien beobachtet die Lage
Der Vize-Premierminister Belgiens, Maxime Prévot, hat auf X angekündigt, dass man in Brüssel die Situation genau beobachte. Wenn ein Mitgliedstaat an der Aussengrenze derart unter Druck gerate, betreffe das Europa, nicht nur Spanien. Für Belgien bleibe der Schutz der Aussengrenzen Europas oberste Priorität. Prévot erklärt, dass er mit Spanien im Austausch stehe.

15:03
Marokko setzt Wasserwerfer ein
Wie Morocco World News berichtet, setzen die Grenzbeamten auf der marokkanischen Seite Wasserwerfer ein, um weitere Menschen davon abzuhalten, die Grenze zu überqueren. Zudem seien weitere Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden. (vro)

14:59
Österreich zieht temporäre Schliessungen der Schengen-Grenzen in Betracht
Auch Österreichs Kanzler Christian Stocker hat angesichts der Ankunft Tausender Migranten in der spanischen Nordafrika-Exklave Ceuta Madrid zu konsequentem Handeln aufgefordert.

«Jetzt ist entscheidend, dass Spanien seiner europäischen Verantwortung nachkommt und sicherstellt, dass kein einziger illegaler Migrant auf europäisches Festland gelangt», sagte der Regierungschef von der konservativen ÖVP.

Sollte sich die Lage so entwickeln, «dass wir Druck auf unsere nationalen Grenzen spüren, werden wir alles unternehmen, um diese zu schützen – dazu gehören im Bedarfsfall auch temporäre Schliessungen der Schengen-Grenzen», so der Politiker. (sda)

14:57
25'000 Menschen bereits wieder zurück
In der spanischen Exklave Ceuta in Nordafrika haben bis 13 Uhr Medien zufolge bereits 25'000 der irregulär angekommenen Menschen das Gebiet wieder Richtung Marokko verlassen. Das berichtete das spanische Staatsfernsehen RTVE. (sda)


14:45
Sánchez gibt Schleusern die Schuld
Wie El Pueblo de Ceuta berichtet, gibt der Premierminister kriminellen Organisationen die Schuld an der Eskalation. Sie hätten unter Migranten die Botschaft verbreitet, dass jene, die schwimmend nach Spanien gelangten, nicht sofort zurückgeschickt werden könnten. Sie berufen sich dabei auf einen Entscheid des Obersten Gerichtshofs von Mitte Juni. Die Regierung glaubt, dass dies eine Massenbewegung ausgelöst hat.
14:39
Sánchez geht von einer baldigen Beruhigung aus
Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez sagte in seiner Rede, dass er davon ausgehe, dass sich die Lage in den kommenden Tagen entspannen werde. Die Gespräche mit Marokko seien deutlich anders verlaufen als noch 2021 und würden «konstant» weitergeführt, erklärte er. Für Kleinunternehmen und Selbstständige, die wegen der Krise ihre Betriebe schliessen mussten, kündigte er Unterstützungsmassnahmen an. Die notwendigen Ressourcen sollen so lange in Ceuta aufrecht erhalten bleiben, bis Sicherheit und Normalität wieder hergestellt seien.

14:32
Mette Frederiksen fordert EU zur Prüfung von Schengen-Ausschluss auf
Die dänische Premierministerin Mette Frederiksen hat die EU in einer Stellungnahme dazu aufgefordert, den Ausschluss Spaniens aus der Schengen-Gemeinschaft zu prüfen, wie der dänische Sender TV2 berichtet. Es verstehe sich von selbst, dass die EU «unverzüglich alle notwendigen Schritte unternehmen und alle Optionen in Betracht ziehen» müsse, einschliesslich einer Aussetzung der Schengen-Kooperation, zitiert der Sender aus dem Schreiben. (vro)



14:20
Frankreich will Grenzkontrollen verstärken
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat dem Innenminister Laurent Nuñez aufgetragen, die Kontrollen an der Grenze zu Spanien zu verstärken, berichtet Le Parisien. Macron sicherte Spanien zudem seine Unterstützung zu, falls diese benötigt werde.

14:10
Britischer Premierminister in Kontakt mit Spaniens Regierung
Der neue britische Premierminister Andy Burnham sagte gegenüber Medien, dass er Kontakt mit der spanischen Regierung aufgenommen habe. Grossbritannien wolle seine Hilfe für die Bewältigung der Krise anbieten. Ausserdem wolle man die Folgen verstehen. (vro)

14:00
Sánchez kündigt konkrete Massnahmen an
Am Grenzdamm zwischen der Küste Marokkos und dem Strand von Tarajal in Ceuta sollen Schwimmbojen installiert werden, um eine «physische Sperre» zu schaffen, erklärte Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez. Zudem sollen Verfahren beschleunigt werden, um die Rückführung irregulär eingereister Migranten zu erleichtern. «Die Ausreise vieler Migranten findet bereits statt», sagte der Regierungschef. Er hob zugleich die Zusammenarbeit mit Marokko hervor.

Zwar kamen bis Freitagmorgen weitere Menschen über die Grenze, zugleich kehrten aber viele nach Marokko zurück. Nach Angaben des staatlichen Fernsehsenders RTVE entspannte sich die Lage dadurch etwas. (sda)

13:51
Regionalpräsident spricht von 60'000 Eingereisten
Juan Jesús Vivas, Regionalpräsident von Ceuta, sagt, es seien Schätzungen zufolge rund 60'000 Menschen in die Exklave eingereist. Das spanische Innenministerium sprach zuletzt von 49'000 Migranten – allerdings nur innerhalb von 24 Stunden. Schon am Mittwoch waren Nordafrikaner nach Ceuta gekommen.
13:40
Merz fordert Marokko zum Handeln auf
Der deutsche Bundeskanzler schreibt auf X, der Schutz der EU-Aussengrenze sei entscheidend für die Bekämpfung illegaler Migration. «Ich unterstütze die spanische Absicht, die illegalen Migranten nicht auf den europäischen Kontinent zu lassen», so Merz. Er fordert zudem Marokko dazu auf, die Rückkehrverordnung unverzüglich umsetzen.



Die neue CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann warnte vor einem Kontrollverlust an der EU-Aussengrenze. «Illegale Migration bedroht uns als Land und Gesellschaft. Es darf keinen Kontrollverlust an den Grenzen geben», sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Das neue europäische Asylsystem GEAS müsse diesem «ersten grossen Anwendungsfall» standhalten. Die Reform zielt auf verbesserte Kontrollen und Registrierungen an den EU-Aussengrenzen ab. (sda)
13:35
Mittlerweile 34 Tote gemeldet
Das berichtet der Präsident von Ceuta Jesús Vivas.
13:10
Auch von der Leyen meldet sich zu Wort
Die EU-Kommissionspräsidentin spricht von «inakzeptablen» Szenen in Ceuta. «Wir können niemanden zulassen, der in unsere Union kommt, ohne sich an unsere Regeln zu halten», schreibt sie auf X. Sie fordert einerseits schnelle Rückführungen, aber auch das Zerschlagen von Schmuggelnetzwerken, um gefährliche Überfahrten zu stoppen. Sie habe zwei Kommissare beauftragt, sich der Sache anzunehmen – Magnus Brunner stehe in Kontakt mit Spanien, Dubravka Suica mit Marokko.

13:07
Sánchez will Rückführungen vereinfachen
Der Regierungschef sagt, man arbeite mit Marokko zusammen, um die Rückführung der angekommenen Migranten zu beschleunigen. Man schätze diese Unterstützung, so Sánchez. Weiter spricht er von Menschenhändlernetzwerken, welche den Ansturm auf Ceuta ausgelöst hätten.
13:00
Jetzt spricht Sánchez
Der Regierungschef sagt bei seiner Rede in Ceuta: «Was gestern geschah, war ein Angriff, eine Verletzung der territorialen Integrität Spaniens.» Er kündigte an, man solle alle staatlichen Ressourcen einsetzen, um die Sicherheit der Bürger und der Stadt Ceuta zu gewährleisten. Weiter richtet er sich direkt an die Bevölkerung: «Spanien steht euch zur Seite. Wir verstehen, welchen Stress ihr in den letzten Stunden durchgemacht habt.»
12:58
Auch Schweden macht Druck auf Spanien
Der internationale Druck auf die Regierung von Pedro Sánchez steigt weiter. Auch der schwedische Premierminister Ulf Kristersson meldete sich auf X zu Wort und forderte Spanien auf, umgehend zu handeln. «Sollte die Entwicklung Schwedens Sicherheit oder Migrationslage gefährden, ist die Regierung bereit, die erforderlichen Massnahmen zu ergreifen», schreibt er.

12:56
Sánchez mittlerweile eingetroffen
Gegen Mittag hat Ministerpräsident Pedro Sánchez die Exklave erreicht. Bei seiner Ankunft kam es zu Protesten, ein massives Sicherheitsaufgebot war vor Ort. Berichten zufolge kam es zu leichten Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei.
12:54
Zahl der Toten steigt auf 27
Wie «El País» berichtet, haben Sicherheitskräfte in den letzten Tagen schon 27 Leichen an der Grenze bei Ceuta geborgen. Die Suche im Wasser dauert an. Dafür sind spezialisierte Tauchteams im Einsatz.
12:19
Finnland fordert Schengen-Ausschluss Spaniens
Nach Italien fordert nun auch Finnland den Schengen-Ausschluss Spaniens. Innenministerin Mari Rantanen erklärt auf X: «Spanien hat vollkommen versagt, die Aussengrenze des Schengen-Raums vor Eindringlingen zu schützen. So kann es nicht weitergehen.» Wer seine Pflicht nicht erfülle, könne nicht Schengen-Mitglied sein.

11:11
Auch Migranten in Melilla
Auch in der zweiten spanischen Nordafrika-Exklave Melilla haben Hunderte Migranten die Grenze überwunden. Etwa 400 Menschen seien über zwei Grenzübergänge von Marokko aus auf dem Landweg und über einen Damm im Süden der Stadt in das Gebiet gelangt, sagte der Präsident der autonomen Stadt, Juan José Imbroda, dem Radiosender Cope am Donnerstagabend. Die Sicherheitskräfte hätten die Lage unter Kontrolle gehalten. (sda)

11:09
Migrantenansturm in Ceuta
In Ceuta, einer spanischen Exklave in Nordafrika, herrscht Ausnahmezustand. In den letzten 24 Stunden sind gemäss dem spanischen Innenministerium rund 49'000 Menschen aus Nordafrika in die Stadt gelangt. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Unter den Ankömmlingen seien viele Minderjährige und Kinder, berichtete der staatliche TV-Sender RTVE.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur «Europa Press» und anderer Medien hielt der Migrantenandrang am Donnerstagabend an. Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Guardia Civil, Rachid Sbihi, sprach von «reinstem Chaos». Die Grenze sei so gut wie zusammengebrochen. Er sprach gar von «Tausenden Migranten», welche versuchen würden, die Grenze zu überqueren. Es sei nicht möglich, genaue Zahlen zu nennen.

Die Lage ist angespannt: Bereits am Mittwoch hatte Ceutas Regionalpräsident Juan Jesús Vivas erklärt, die Aufnahmeeinrichtungen seien völlig überlastet. Hunderte Migranten müssten auf den Strassen übernachten. Zudem sind laut der spanischen Polizeieinheit Guardia Civil am Mittwoch und Donnerstag die Leichen von insgesamt 19 Menschen gefunden worden, die vermutlich in den vergangenen Tagen versucht hatten, schwimmend nach Ceuta zu gelangen. Vivas sagte zuvor, in den vergangenen zwölf Monaten seien bereits rund 60 Leichen von Migranten geborgen worden. (sda/dab)


  • Die spanische Exklave Ceuta in Nordafrika wurde von Migrantinnen und Migranten überrannt. Allein innerhalb von 24 Stunden wurden rund 60'000 Menschen gezählt. Bisher wurden 57 Todesopfer gemeldet.
  • Auch in der zweiten spanischen Exklave Melilla wurde ein Ansturm registriert. Die Grenze wurde dort von den spanischen Behörden rasch geschlossen. Am Freitagabend gab es weitere Versuche von Menschen, dort einzudringen.
  • In Ceuta wurde das Ausrufen des Notstandes gefordert. Strassen waren überlaufen, Menschen mussten draussen übernachten, das Gesundheitssystem drohte zu kollabieren. Auch gemeinnützige Organisationen kamen mit der Versorgung der Menschen nicht mehr nach.
  • Der Druck auf die spanische Regierung war gross. Mehrere EU-Länder übten scharfe Kritik. Italien etwa forderte den Ausschluss Spaniens aus dem Schengen-Vertrag. Am Freitagabend wurde bekannt, dass Italien die Luft- und Seegrenzen zu Spanien vorübergehend schliessen will.
  • Auch an Marokko gibt es Kritik, da dem Land vorgeworfen wird, bei der humanitären Krise nur zuzuschauen. Die Grenzbeamten hätten bloss zugeschaut, während Menschen ertrinken würden.
  • Es ist nicht der erste Ansturm von Migranten auf Ceuta. Bereits 2021 hatte Marokko die Grenzkontrollen gelockert, sodass tausende Menschen in das europäische Land strömten. Die Spannungen zwischen Spanien und Marokko dauern seit Jahren an.
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Zehntausende Migranten wollen nach Ceuta
1 / 9
Zehntausende Migranten wollen nach Ceuta

In Ceuta, einer spanischen Exklave in Nordafrika, herrscht Ausnahmezustand.

quelle: keystone / antonio sempere
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Ausnahmezustand in Ceuta: Zehntausende Migranten überrennen spanische Exklave in Marokko
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Brände in Spanien durch Klimakrise 20-mal wahrscheinlicher
Die verheerenden Waldbrände in Spanien und Frankreich sind einer aktuellen Schnellanalyse zufolge durch den Klimawandel deutlich wahrscheinlicher geworden. Die Wetterbedingungen, die die enorme Ausbreitung der Feuer ermöglichen, seien in Frankreich durch den menschengemachten Klimawandel mindestens doppelt so wahrscheinlich geworden, in Spanien sogar mindestens 20-mal so wahrscheinlich, wie Wissenschaftler der Organisation World Weather Attribution (WWA) berechnet haben. Dabei handelt es sich nach Angaben der Forscher sogar noch um konservative Schätzungen.
Zur Story