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Boeing 737 Max 8: Immer mehr Airlines verbieten Flüge mit Unglücksmaschine

Eine Boeing 737 MAX 8 von Norwegian.
Eine Boeing 737 MAX 8 von Norwegian.Bild: shutterstock

Absturz von Boeing 737 Max 8 – auch Schweiz sperrt Luftraum für Unglücksmaschine

12.03.2019, 15:0112.03.2019, 19:30

Die Europäische Agentur für Flugsicherheit EASA hat am Dienstag ab 19 Uhr alle Flüge für Boeing-Flugzeuge vom Typ 737 MAX 8 suspendiert. Das Verbot gilt auch für die Schweiz, wie das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) mitteilte.

Fast 40 Prozent der bislang weltweit eingesetzten Boeing 737 MAX heben dem Branchendienst Flightglobal zufolge vorübergehend nicht mehr ab, darunter knapp 100 Maschinen im grössten Markt China. Weltweit nutzen Fluggesellschaften über 350 Maschinen des Typs. Einige Länder und Airlines warten noch auf die Ergebnisse der Unfallermittlungen und die offiziellen Empfehlungen von Boeing.

Rescuers work at the scene of an Ethiopian Airlines flight crash near Bishoftu, or Debre Zeit, south of Addis Ababa, Ethiopia, Monday, March 11, 2019. A spokesman says Ethiopian Airlines has grounded  ...
Retter an der Unglücksstelle in Äthiopien.Bild: AP/AP

In der Schweiz sei kein Flugzeug dieses Typs immatrikuliert, teilte das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) auf Anfrage mit. Im Schweizer Luftraum gebe es lediglich zwei oder drei Flüge pro Monat von Maschinen des Typs Boeing 737 MAX durch ausländische Gesellschaften.

Trotzdem sperrte auch die Schweiz ihren Luftraum für den Flugzeugtyp, da die Europäische Agentur für Flugsicherheit EASA alle Flüge für die B 737 MAX suspendierte, wie das Bazl auf Twitter schrieb.

Am späteren Nachmittag groundete auch Norwegian seine Maschinen des Typs 737 Max 8. Die Skandinavier haben derzeit 18 Maschinen in ihrer Flotte.

Im europäischen Luftraum kam es derweil zu ungewohnten Flugbewegungen. Zwei Maschinen der Turkish Airlines kehrten um, nachdem Grossbritannien den Luftraum für die Max-8-Serie sperrte. Auch eine Norwegian musste kehrt machen.

«Ähnlichkeiten» zwischen Abstürzen

In den für Boeing wichtigen Märkten China und Indonesien dürfen heimische Airlines die 737 MAX 8 schon seit Montag nicht mehr einsetzen. Chinas Behörde für zivile Luftfahrt stellte «Ähnlichkeiten» zwischen dem Unfall vom Sonntag und dem Absturz im Oktober fest.

The Boeing logo appears above a trading post on the floor of the New York Stock Exchange before the opening bell, Monday, March 11, 2019. Boeing shares were predicted to fall at the open on Wall Stree ...
Der US-Flugzeugbauer Boeing steht vor schwierigen Tagen.Bild: AP/AP

Der Flugbetrieb werde erst wieder aufgenommen, wenn Boeing die nötigen Massnahmen zur Flugsicherheit bestätigt habe. Auch Südkorea und die Mongolei forderten ihre heimischen Airlines auf, die 737 MAX 8 nicht mehr einzusetzen.

Auch die südafrikanische Comair, die Cayman Airways, die brasilianische Gol Airlines und die Aeromexico lassen 737 MAX 8 vorerst nicht mehr starten. Argentiniens Vorzeige-Airline Aerolinas Argentinas setzt Flüge mit seinen fünf 737 MAX 8 ebenfalls aus. Zuvor hatten sich Piloten geweigert, mit dem Modell zu starten.

Für «flugtauglich» erklärt

Am Sonntag war in Äthiopien eine Boeing 737 MAX 8 der Fluggesellschaft Ethiopian Airlines kurz nach dem Start in Addis Abeba abgestürzt. Dabei waren alle 149 Passagiere und acht Besatzungsmitglieder ums Leben gekommen. Bereits Ende Oktober war in Indonesien ebenfalls kurz nach dem Abheben eine neue Maschine dieses Typs der Lion Air abgestürzt.

Die US-Flugaufsichtsbehörde FAA forderte von Boeing, angekündigte konzeptionelle Änderungen bis April umzusetzen, erklärte den Flugzeugtyp aber für flugtauglich. Die Ermittlungen hätten erst begonnen und bislang lägen keine Informationen vor, die Schritte erforderlich machen würden, hiess es in einer Mitteilung der Behörde.

Änderungen angekündigt

Boeing sicherte zügige Änderungen an der Steuerungssoftware des betroffenen Flugzeugmodells zu. Der US-Konzern erklärte, schon vor Monaten damit begonnen zu haben, die Steuersoftware weiterzuentwickeln, «um ein jetzt schon sicheres Flugzeug noch sicherer zu machen.»

Das Software-Upgrade solle in den kommendem Wochen bei allen Maschinen aufgespielt werden. Die Gesellschaft verwies bei der Ankündigung nicht auf den Absturz am Sonntag in Äthiopien.

Am Montag waren die Datenschreiber der Maschine gefunden worden. Ethiopian Airlines zufolge wurden sowohl der Stimmenrekorder, der die Kommunikation im Cockpit aufzeichnet, als auch der Flugschreiber mit den digitalen Flugdaten geborgen. (cma/sda/dpa/afp/apa)

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